Lenovo gegen Xiaomi chancenlos? PC-Marktführer sucht nach neuen Märkten

Smartphone-Markt in China

Dienstag, 11. November 2014 13:55
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Lenovo-Aktien gerieten in der Vorwoche stark unter Druck, nachdem das Unternehmen die Wachstumsaussichten im Smartphone-Markt dämpfe. Lenovo musste das langsamste Wachstum seit sechs Quartalen melden. Hintergrund ist nicht zuletzt der intensive Wettbewerb in der Branche.

Bei Lenovo glaubt man, dass das Hyper-Wachstum im chinesischen Smartphone-Markt vorbei ist. Erste Sättigungstendenzen sind erkennbar, zudem ist der Markt sehr wettbewerbsintensiv. Allen voran Newcomer wie der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi setzen Lenovo stark zu. Der Lenovo-Rivale stieg im dritten Quartal 2014 zum führenden Smartphone-Hersteller in China auf und ließ damit Lenovo hinter sich.

Zwar konnte Lenovo (WKN: 894983) seinen Smartphone-Absatz laut IDC im jüngsten Quartal um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 16,9 Millionen Einheiten steigern, damit war Lenovo allerdings nur die Nummer vier auf den weltweiten Smartphone-Markt hinter Samsung, Apple und Xiaomi. Zählt man die übernommene Motorola hinzu, ist Lenovo weiterhin die Nummer drei - doch wie lange noch?

Rekordwachstum außerhalb Chinas
Um den intensiven Wettbewerb zu entgehen, setzt Lenovo auf Smartphone-Märkte außerhalb Chinas. In Indien und Südostasien kletterte das Absatzvolumen um 120 Prozent, in Russland und in Osteuropa sogar um 400 Prozent. Auch in Lateinamerika sind Lenovo-Smartphones gefragt, der Absatz kletterte hier um 150 Prozent.

Auch wenn der Smartphone- und Tablet-Absatz zuletzt um sechs Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar schrumpfte, glaubt Lenovo fest an das Geschäft und will eines Tages zur weltweit führenden Smartphone-Markt aufsteigen.

Smartphone-Markt: Lenovo will in Indien die Nummer 1 werden
Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Lenovo auf Schwellenländer wie zum Beispiel Indien. Auch hier will Lenovo die Nummer eins werden, schließlich dürfte sich der indische Smartphone-Markt in 2014 nochmals verdoppeln, nachdem in 2013 rund 40 Mio. Smartphones abgesetzt wurden.

Doch auch in Indien ist Lenovo nicht allein, auch hier hat der direkte Rivale Xiaomi bereits erste Schritte getan und Lenovo den Kampf angesagt.

Lenovo will im Chromebook-Markt angreifen
Nachdem Lenovo inzwischen auch zum weltgrößten Tablet-Hersteller aufgestiegen ist und dieses Ziel schon sechs Quartale früher erreicht hat als geplant, sieht Lenovo auch im Chromebook-Markt große Chancen.

Bislang war dieser Markt eher noch ein Nischenmarkt, dies dürfte sich jedoch in den nächsten Jahren ändern. Nachdem in 2014 voraussichtlich rund sechs Mio. Chromebooks zur Auslieferung kommen, dürfte sich diese Zahl im kommenden Jahr auf 12 Millionen Einheiten verdoppeln. Hier geben allerdings noch Acer und Samsung den Ton an, mit neuen Budget-Chromebooks mit Preisen von unter 170 US-Dollar will Lenovo aber den Markt im nächsten Jahr aufrollen, heißt es aus Industrie.

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und die Nummer zwei im chinesischen Smartphone-Markt. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs und Smartphones. Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. In 2011 schluckte Lenovo den deutschen Aldi-Zulieferer Medion für 629 Mio. Euro. In 2011 schloss Lenovo ein Joint Venture mit Compal Electronics, um PCs in China zu bauen. Lenovo hält 51 Prozent der Anteile an dem Venture. Im Herbst 2012 übernahm Lenovo den brasilianischen PC-Hersteller CCE (Digibras). Im Herbst 2012 kaufte Lenovo den Cloud-Spezialisten Stoneware. Anfang 2013 ging das Joint Venture LenovoEMC Ltd an den Start, welches NAS (Network Attached Storage) Geräte vermarkten soll. In 2014 erwarb Lenovo das x86 Server-Geschäft von IBM, gleichzeitig kaufte Lenovo Motorola Mobility von Google für rund 2,9 Mrd. Dollar.

Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen. Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Meldung gespeichert unter: Smartphone

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