Lenovo forciert Smartphone-Offensive

Smartphone-Markt in den USA und Afrika im Visier

Dienstag, 28. Mai 2013 13:15
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Bereits zu Jahresbeginn wurde klar, dass der chinesische PC-Hersteller Lenovo Group im Smartphone-Markt künftig eine größere Rolle spielen will. Im chinesischen Smartphone-Markt ist Lenovo bereits die Nummer zwei im Markt. Diesen Erfolg will der chinesische Hersteller nunmehr auch in globalen Markt hineintragen.

Der Grund für die Offensive von Lenovo Group (WKN: 894983): Das PC-Geschäft schrumpft, nachdem immer mehr Konsumenten zu Tablets und Smartphones greifen. Zwar konnte Lenovo seinen weltweiten Marktanteil im PC-Markt nach IDC-Angaben zuletzt auf 15,5 Prozent steigern, allerdings schrumpfte der gesamte PC-Markt zuletzt um acht Prozent.

Aus diesem Grunde setzt Lenovo vermehrt auf Smartphones, die nicht nur die Herzen der chinesischen Konsumenten, sondern auch in anderen Schwellenländern wie in Russland, Vietnam, Indonesien und Indien erobern sollen.

Lenovo wagt sich im US-Smartphone-Markt vor
Nunmehr wagt sich Lenovo sogar im umkämpften US-Smartphone-Markt vor. Lenovo kündigte Pläne an, demnächst mit dem Verkauf von Smartphones in den USA beginnen zu wollen. Mit welchen Modellen Lenovo bei den Kunden punkten will, blieb zunächst unklar. Bekannt wurde lediglich, dass bei der Smartphone-Offensive Android eine Rolle spielen soll.

Allerdings dürfte das Vorhaben für Lenovo kein leichtes Unterfangen werden, kontrollieren Samsung und Apple mehr als 70 Prozent des amerikanischen Smartphone-Marktes.

Lenovo nimmt Afrika ins Visier
Leichter dürfte es Lenovo da schon in Afrika haben. Bis Jahresende will Lenovo erste Smartphones in Afrika, insbesondere in Nigeria verkaufen. Anders als in Südafrika kann Lenovo in Nigeria seine Telefone direkt an die Kundschaft verkaufen, eine Kooperation mit lokalen Mobilfunk-Carriern ist nicht notwendig, so Lenovo General-Manager für Afrika Graham Braum gegenüber Bloomberg.

Nigeria ist das einwohnerstärkste Land in Afrika mit über 160 Millionen Menschen. Rund 113 Millionen Menschen besitzen in Nigeria bereits einen Mobilfunkanschluss. Die Zahl der Smartphone-Besitzer dürfte in Nigeria von 5,6 Millionen im Jahr 2012 auf 35 Millionen bis Ende 2017 wachsen, so die Marktforscher bei Informa Telecoms & Media.

Diese Chance will sich auch Lenovo nicht eingehen lassen und versucht mit kostengünstigen Smartphone-Modellen zu punkten. Nachdem Markteintritt in Nigeria will Lenovo im Rahmen seiner Afriika-Expansion den Smartphone-Markt in Ägypten ins Visier nehmen, kündigt Lenovo Middle East Manager und Vice President Oliver Ebel an.

Lenovo will im Server- und Speichermarkt aufsteigen
Darüber hinaus will Lenovo im Server- und Speichermarkt zum „relevanten Player“ aufsteigen und binnen drei Jahren eine größere Rolle spielen, so Lenovo CEO Yang Yuanqing.

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und bietet nicht nur Desktop- und Laptop-Produkte, sondern auch Server- und Handheld-Rechner an. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs (LePad). Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad und die Lenovo 3000 C, N und V Serien. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations (Lenovo ThinkStation) an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet. Nachdem Lenovo kurzzeitig aus dem Mobilfunkmarkt ausgestiegen war, hat sich das Unternehmen inzwischen wieder mit eigenen Smartphone-Modellen am Markt vorgewagt.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. Gleichzeitig bietet Lenovo auch IT-Services an. Ende 2009 gab Lenovo bekannt, seine Mobilfunksparte Lenovo Mobile für 200 Mio. US-Dollar zurückkaufen zu wollen. Im März 2008 hatte sich Lenovo von dieser Sparte getrennt. In 2011 schluckte Lenovo den deutschen Aldi-Zulieferer Medion für 629 Mio. Euro. Um das PC-Geschäft in Japan zu erschließen gründete das Unternehmen in 2011 ein Joint Venture mit der japanischen Lenovo, an dem die Chinesen 51 Prozent der Anteile halten. Im Herbst 2012 übernahm Lenovo den brasilianischen PC-Hersteller CCE (Digibras) für knapp 150 Mio. Dollar. Im Herbst 2012 kaufte Lenovo den Cloud-Spezialisten Stoneware. Anfang 2013 ging das Joint Venture LenovoEMC Ltd an den Start, welches NAS (Network Attached Storage) Geräte vermarkten soll.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft weiter aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen.

Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Meldung gespeichert unter: Lenovo

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