LDK Solar wächst dreistellig - Furcht vor Überkapazitäten

Donnerstag, 12. August 2010 13:46
LDK Solar Co.

(IT-Times) - Mit einem kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung konnte Chinas führender Hersteller von Solar-Wafern LDK Solar (NYSE: LDK, WKN: A0MSNX) das vergangene zweite Quartal 2010 beenden. Trotz sehr guter Zahlen präsentierten sich LDK Solar-Aktien zuletzt deutlich leichter und geben um knapp sieben Prozent nach.

Hintergrund sind Befürchtungen, dass sich das Wachstum in China und in den USA abschwächen könnte. Zwar stieg im vergangenen Jahr Deutschland zum weltgrößten Solarmarkt auf, Marktbeobachter rechnen aber damit, dass die Solarindustrie in den USA und in China in den nächsten Jahren dank umfangreicher Förderprogramme stark aufholen wird.

China will massiv in alternative Energien investieren
Vor allem chinesische Hersteller wie LDK Solar liefern ihre Produkte nicht nur nach Europa, immer mehr Solar-Wafer und Module werden auch in China und in den USA verbaut. Um alternative Energien zu fördern, hat die Regierung in Peking jüngst Pläne vorgelegt, wonach im nächsten Jahrzehnt rund 738 Mrd. US-Dollar in alternative Energieträger investiert werden sollen. Ziel ist es zunächst, dass 15 Prozent des gesamten Energiebedarfs des Landes bis 2020 durch nicht fossile Energieträger gedeckt werden können.

Ein ehrgeiziges Vorhaben, deckten bis letztes Jahr noch Kohlekraftwerke rund 75 Prozent des gesamten Energiebedarfs in China. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, müsste China jährlich rund 500 Mrd. Yuan in alternative Energien investieren, glauben Industriebeobachter. Davon könnten auch führende chinesische Solarspezialisten, wie LDK Solar profitieren.

Die steigende internationale Nachfrage hatte zuletzt dafür gesorgt, dass sich die Preise für Solar-Wafer wieder erholt haben. Die Angebots- und Nachfragesituation gilt weiter als angespannt, so dass Wafer-Hersteller auch im dritten Quartal ihre Preise um ein bis zwei Prozent anheben wollen, meldet der Branchendienst DigiTimes. Hintergrund ist die weiterhin hohe Nachfrage.

Hersteller wollen Kapazitäten kräftig ausbauen
Um sich für den Nachfrageandrang zu rüsten, bauen immer mehr Anbieter ihre Kapazitäten kräftig aus. So auch die chinesische LDK Solar, die ihre Wafer-Produktionskapzitäten bis Ende 2010 auf 3,2 Gigawatt ausbauen will, nachdem die Wafer-Produktionskapazitäten zum Ende des ersten Halbjahres 2,3, Gigawatt erreichten.

Auch andere Solar-Waferhersteller wie die taiwanische Danen Technology wollen ihre Kapazitäten kräftig ausbauen. Danen will seine Wafer-Kapazitäten bis Ende 2010 von 120 Megawatt peak auf 210 Megawatt erweitern. Im ersten Halbjahr 2011 sollen die Wafer-Produktionskapazitäten bei Danen dann 300 Megawatt erreichen.

Marktbeobachter fürchten nunmehr, dass sich die Hersteller mit ihren massiven Erweiterungsplänen selbst schaden. Sollte der aktuelle Nachfrageansturm abreißen, drohen den Herstellern Überkapazitäten und damit ein neuerlicher Preisverfall, der zu einer Konsolidierungswelle in der Branche führen könnte…

Kurzportrait

Die im Jahre 2006 gegründete LDK Solar, ansässig im High Tech Industry Park in Xinyu, gilt inzwischen als einer der größten Hersteller von Silizium-Wafer in China. Das Unternehmen stellt diese nicht nur in seinen eigenen Fabriken her, sondern vermarktet diese auch weltweit an Hersteller. Inzwischen stellt LDK Solar nicht nur Solar-Wafer her, sondern auch Solarmodule.

Silizium-Wafer sind ein wichtiger Kernbestandteil, um Solarzellen und Solarmodule zu produzieren. LDK Solar stellt insbesondere multi- und monokristalline Silizium-Wafer in drei gängigen Größen her: 125x125 Millimeter, sowie 150x150 Millimeter als auch in der Größe 156x156 Millimeter. Der Herstellungsprozess ist insbesondere in zwei Kernschritten unterteilt. Ingot-Produktion und Wafer-Produktion. Das Unternehmen fertigt auch Polysilizum-Ingots, die ebenfalls bei der Herstellung von Solarzellen auf Polysilizium-Basis zum Einsatz kommen.

Daneben bietet LDK Solar auch Prozessservices für Solarzellen- und Modulehersteller an. Das Unternehmen fertigt für Firmen entsprechende Wafer, wenn diese eigenes Material (Ingots, Silizium) anliefern. Nach der Verarbeitung werden fertige Silizium-Wafer wieder an die Firmen zurückgesandt.

Bei der Herstellung von Silizium-Wafer setzt das Unternehmen auf Anlagen und Equipment aus dem Hause GT Solar, HCT Shaping und Meyer Burger. Zuletzt unterzeichnete LDK Solar einen Vertrag mit der chinesischen JYT Corporation, um Produktionsanlagen zu erwerben.

Durch den Bau neuer Produktionsanlagen in der Jiangxi Provinz will LDK seinen Produktionsausstoß in den nächsten Jahren drastisch steigern. Von 420 Megawatt in 2007, soll die Produktionskapazität in den nächsten Jahren bis 2010 auf 3,2 Gigawatt steigen. Mitte 2009 verstärkte LDK Solar seine Präsenz in Italien und übernahm mehrheitlich die italienische Solar Green Technology SpA. Anfang 2010 übernahm LDK eine Fertigungsfabrik für Solarmodule von der chinesischen Best Solar, womit sich LDK vertikal im Markt aufstellt.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet LDK Solar einen Umsatzsprung auf 565,3 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 147,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 45,0 Mio. US-Dollar oder 36 US-Cent je Aktie, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 216,9 Mio. Dollar oder 2,03 Dollar je Aktie zu Buche stand.

Mit den vorgelegten Zahlen LDK Solar gleichzeitig auch die Markterwartungen an der Wall Street. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 458,4 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 22 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: LDK Solar Co.

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...