LDK Solar nimmt UMG-Markt ins Visier

Donnerstag, 14. August 2008 13:01
LDK Solar Co.

(IT-Times) Der chinesische Hersteller von Solar-Wafern, LDK Solar Co (NYSE: LDK, WKN: A0MSNX), wurde zwar erst im Jahr 2006 gegründet, gilt aber bereits heute schon als einer der größten Zulieferer für die weltweite Solarindustrie.

Das Unternehmen stellt sowohl multikristalline als auch monokristalline Solar-Wafer her und baut seine Produktionskapazitäten rapide aus. So erreichte die Wafer-Kapazität Ende Juni die Marke von 880 Megawatt. Dies ermöglichte es dem Unternehmen seine Umsätze gegenüber dem ersten Quartal um stolze 89 Prozent zu steigern, während sich die Erlöse gegenüber dem Vorjahr vervierfachten. Zudem profitierte LDK daneben noch von steigenden Verkaufspreisen. Ein Plus von zehn Prozent beflügelte hier die Ergebnisse, wobei sich LDK den steigenden Polysilizium-Kosten relativ gut entziehen konnte.

Um sich von den steigenden Polysilizium-Kosten unabhängiger zu machen, hat LDK schon im August 2007 mit dem Bau einer eigenen Polysilizium-Fabrik in Xinyu City begonnen. Der Bau der neuen Anlage befindet sich im Plan, hieß es zuletzt bei LDK. So hält LDK dann auch an seinen Produktionszielen für das Jahr 2008, 2009 und 2010 fest. Gegen Ende des laufenden Jahres soll die Produktionskapazität 1,2 Gigawatt erreichen, während die Kapazitäten Ende 2010 auf 3,2 Gigawatt klettern sollen.

LDK steigt in den UMG-Markt ein
Daneben präsentierte LDK seine ersten Nova-Wafer, die auf Basis von metallurgischem Silizium hergestellt werden. Erste Upgraded Metallurgical Silicon (UMG) Wafer wurden bereits an Kunden ausgeliefert, wobei LDK eigenen Angaben nach ein starkes Interesse an dem neuen Material verzeichnet.

LDK begibt sich mit diesem Schritt in direkte Konkurrenz zu Anbietern wie CaliSolar und Canadian Solar, die bereits auf dieses kostengünstige Material bei der Herstellung von Solarmodulen setzen. LDK hat eigenen Angaben nach bereits 100 verschiedene UMG-Formeln und Materialzusammensetzungen getestet, aber bislang nur drei Lieferanten gefunden, welche in der Lage sind, hochwertige Materialien für die Herstellung zu liefern.

Der Grund hierfür ist die Skepsis gegenüber dem Material, inwieweit die Kosteneinsparungen wirklich realisiert werden können. Analysten wie Piper Jaffray Experte Jesse Pichel erachten die Kosteneinsparungen gegenüber hochwertigen und reinem Silizium als gering, während zum Beispiel der norwegische Hersteller Elkem anmerkt, dass durch den Einsatz von UMG nur ein zehntel der Energie gegenüber dem traditionellen Siemens Herstellungsverfahren benötigt wird. Während reines Silizium im letzten Jahr noch 150 bis 250 Dollar pro Kilo kostete, wurde UMG gerade einmal für 20 bis 50 Dollar pro Kilo gehandelt…

Kurzportrait

Die im Jahre 2006 gegründete LDK Solar, ansässig im High Tech Industry Park in Xinyu, gilt inzwischen als einer der größten Hersteller von Silizium-Wafer in China. Das Unternehmen stellt diese nicht nur in seinen eigenen Fabriken her, sondern vermarktet diese auch weltweit an Hersteller von Solarzellen und Solarmodule.

Silizium-Wafer sind ein wichtiger Kernbestandteil, um Solarzellen und Solarmodule zu produzieren. LDK Solar stellt insbesondere multi- und monokristalline Silizium-Wafer in drei gängigen Größen her: 125x125 Millimeter, sowie 150x150 Millimeter als auch 156x156 Millimeter. Der Herstellungsprozess ist insbesondere in zwei Kernschritten unterteilt. Ingot-Produktion und Wafer-Produktion. Das Unternehmen fertigt auch Polysilizum-Ingots, die ebenfalls bei der Herstellung von Solarzellen auf Polysilizium-Basis zum Einsatz kommen.

Daneben bietet LDK Solar auch Prozessservices für Solarzellen- und Modulehersteller an. Das Unternehmen fertigt für Firmen entsprechende Wafer, wenn diese eigenes Material (Ingots, Silizium) anliefern. Nach der Verarbeitung werden fertige Silizium-Wafer wieder an die Firmen zurückgesandt.

Bei der Herstellung von Silizium-Wafer setzt das Unternehmen auf Anlagen und Equipment aus dem Hause GT Solar, HCT Shaping und Meyer Burger. Zuletzt unterzeichnete LDK Solar einen Vertrag mit der chinesischen JYT Corporation, um Produktionsanlagen zu erwerben.

Durch den Bau neuer Produktionsanlagen in der Jiangxi Provinz will LDK seinen Produktionsausstoß in den nächsten Jahren drastisch steigern. Von 420 Megawatt in 2007, soll die Produktionskapazität in den nächsten Jahren bis 2010 auf 3,2 Gigawatt steigen.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2008 meldet LDK einen Umsatzsprung auf 441,7 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 99,1 Mio. Dollar im Jahr vorher. Gegenüber dem ersten Quartal 2008 legten die Erlöse um 89,2 Prozent zu. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 149,5 Mio. Dollar oder 1,29 Dollar je ADS-Aktie. Analysten hatten in diesem Zusammenhang nur mit Einnahmen von 282 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: LDK Solar Co.

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