LDK Solar - neuer Schwung durch Förderprogramm und Import-Verbot?

Dienstag, 1. September 2009 12:49
LDK Solar Co.

(IT-Times) - Chinas führender Hersteller von Solar-Wafern, die LDK Solar (NYSE: LDK, WKN: A0MSNX), schrieb zuletzt tiefrote Zahlen, nachdem das Unternehmen hohe Abschreibungen auf Lagerbestände vornehmen musste. Der Grund hierfür war der rapide Preisverfall in der Solarindustrie, der auch auf die Preise für Solar-Wafer drückte.

LDK Solar-Chef Xiaofeng Peng hofft nunmehr auf eine Nachfrageerholung im zweiten Halbjahr. Dazu soll nicht nur das Förderprogramm der chinesischen Regierung beitragen, die dem Unternehmen jüngst zwei Großaufträge in Yancheng (500 Megawatt) und Suqian (300 Megawatt) bescherten, sondern auch ein regulatorischer Eingriff der chinesischen Umweltbehörden.

China verbietet Import von Polysilizium-Abfall
Neben dem Förderprogramm für die Solarindustrie, hat das chinesische Umweltministerium den Import von Polysilizium-Abfall nach China in diesem Monat verboten. Laut dem Ministerium beinhaltet das Material chemische Schadstoffe, die durch die Verarbeitung zu Solar-Wafern die Umwelt schädigen könne. Insbesondere Billig-Anbieter verwendeten zuletzt das minderwertige Polysilizium, um Solar-Wafer und Module in China herzustellen. Dies wird künftig nicht mehr möglich sein.

Als Folge der neuen Regulierung sind die Preise für Polysilizium auf dem chinesischen Markt bereits gestiegen. Wurden für ein Kilo Polysilizium im Juli nur 67 US-Dollar bezahlt, kletterten die Preise Ende August auf 72 Dollar pro Kilo, heißt es bei New Energy Finance.

In Investmentkreisen bewertet man den Vorstoß der Behörden dahingehend, dass China vor allem seine junge Polysilizium-Industrie schützen will. Ob diese Rechnung aufgehen wird, bleibt offen. Renesola-Finanzchef Charles Bai rechnet nur mit geringen Auswirkungen auf die Branche, da der Markt nach wie vor mit genügend Polysilizium versorgt ist.

Hersteller weiten Produktion trotz Überkapazitäten aus
Treffen könnte der Vorstoß vor allem Billig-Anbieter, die bislang Abfallmaterial von Chipherstellern wie TSMC kauften, um günstig Solar-Wafer und Solarmodule in China zu produzieren. Etablierte Player wie LDK Solar vertrauten bislang ohnehin auf hochwertiges Polysilizium-Material. Daneben wollen chinesische Solar-Waferhersteller wie LDK Solar und GCL-Poly trotz Überkapazitäten weiter an ihren Expansionsplänen festhalten und weiter Marktanteile zu Lasten der Billig-Konkurrenz gewinnen.

Während GCL-Poly bis Ende des Jahres 3.000 Tonnen Polysilizium produzieren will, plant LDK Solar die Produktion bis 2010 auf 5.000 Tonnen auszuweiten, womit ein Lieferengpass bei Polysilizium nahezu ausgeschlossen scheint. Damit dürfte auch das Preisniveau der letzten Jahre (400 US-Dollar) wohl endgültig der Vergangenheit angehören…

Kurzportrait

Die im Jahre 2006 gegründete LDK Solar, ansässig im High Tech Industry Park in Xinyu, gilt inzwischen als einer der größten Hersteller von Silizium-Wafer in China. Das Unternehmen stellt diese nicht nur in seinen eigenen Fabriken her, sondern vermarktet diese auch weltweit an Hersteller von Solarzellen und Solarmodule.

Silizium-Wafer sind ein wichtiger Kernbestandteil, um Solarzellen und Solarmodule zu produzieren. LDK Solar stellt insbesondere multi- und monokristalline Silizium-Wafer in drei gängigen Größen her: 125x125 Millimeter, sowie 150x150 Millimeter als auch in der Größe 156x156 Millimeter. Der Herstellungsprozess ist insbesondere in zwei Kernschritten unterteilt. Ingot-Produktion und Wafer-Produktion. Das Unternehmen fertigt auch Polysilizum-Ingots, die ebenfalls bei der Herstellung von Solarzellen auf Polysilizium-Basis zum Einsatz kommen.

Daneben bietet LDK Solar auch Prozessservices für Solarzellen- und Modulehersteller an. Das Unternehmen fertigt für Firmen entsprechende Wafer, wenn diese eigenes Material (Ingots, Silizium) anliefern. Nach der Verarbeitung werden fertige Silizium-Wafer wieder an die Firmen zurückgesandt.

Bei der Herstellung von Silizium-Wafer setzt das Unternehmen auf Anlagen und Equipment aus dem Hause GT Solar, HCT Shaping und Meyer Burger. Zuletzt unterzeichnete LDK Solar einen Vertrag mit der chinesischen JYT Corporation, um Produktionsanlagen zu erwerben.

Durch den Bau neuer Produktionsanlagen in der Jiangxi Provinz will LDK seinen Produktionsausstoß in den nächsten Jahren drastisch steigern. Von 420 Megawatt in 2007, soll die Produktionskapazität in den nächsten Jahren bis 2010 auf 3,2 Gigawatt steigen. Mitte 2009 verstärkte LDK Solar seine Präsenz in Italien und übernahm mehrheitlich die italienische Solar Green Technology SpA.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldete LDK Solar einen Umsatzeinbruch von 48 Prozent auf 228,3 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 441,7 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei musste LDK einen Verlust von 216,9 Mio. US-Dollar oder 2,03 Dollar je Aktie hinnehmen. Vor allem Abschreibungen in Höhe von 175,8 Mio. Dollar auf Lagerbestände belasteten das Ergebnis. Hinzu kamen Kaufzusagen für Polysilizium-Material, die das Ergebnis um weitere 16,7 Mo. Dollar drückten.

Ausgenommen außergewöhnlicher Einmalbelastungen musste LDK einen operativen Verlust von 42,5 Mio. Dollar ausweisen. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 236 Mio. Dollar sowie mit einem Nettoverlust von 91 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: LDK Solar Co.

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