LDK Solar: Mit mehreren Optionen gegen den Preisverfall

Mittwoch, 8. Juni 2011 12:50
LDK Solar Co.

XINXU CITY (IT-Times) - Chinas führender Solar-Waferhersteller LDK Solar leidet unter dem Preistief für Solarwafer. Weltweit sind die Preise unter Druck, da durch Subventionen Überkapazitäten geschaffen wurden, die für die reale Marktnachfrage zu hoch sind. Die absehbare Folge sind sinkende Preise. Allerdings steht LDK Solar dieser Marktentwicklung nicht hilf- und tatenlos gegenüber. Man arbeitet daran, das Angebotsportfolio auszuweiten, um nicht allein von der Marktentwicklung von Solarwafern abhängig zu sein. Hierdurch ergeben sich für das Unternehmen mehrere Optionen.

1. Option: LED

So sieht man große Wachstumschancen in der LED-Industrie. Für 40 Mio. US-Dollar will das Unternehmen daher eine neue Fertigungsfabrik für die Produktion von Saphir-Substraten in der chinesischen Stadt Nanchang errichten. In der neuen Fabrik sollen nach Fertigstellung zwei Millionen Saphir-Wafer pro Jahr vom Band laufen. Bei LDK Solar (NYSE: LDK, WKN: A0MSNX) sieht man in der Investition hohe Synergien zum bestehenden Solar-Wafergeschäft.

Die geplanten Saphir-Substrate werden zur Herstellung von LED-Leuchten benötigt. Der LED-Industrie wird in den nächsten Jahren ein hohes Wachstumspotential bescheinigt. Nicht nur, dass immer mehr Industrienationen traditionelle Glühbirnen zunehmend aus den Regalen der Geschäfte verbannen, auch werden immer mehr LCD-Fernseher und LCD-Bildschirme mit LED-Hintergrundbeleuchtung ausgeliefert. Allerdings ist auch das LED-Geschäft zumindest in China ein hochsubventioniertes Geschäft. So profitieren Unternehmen aktuell vom chinesischen LED-Nachfrageboom. Werden die Subventionen eines Tages jedoch gekürzt, wird LDK Solar im LED-Geschäft ähnliche Erfahrungen sammeln wie derzeit im Solar-Wafergeschäft.

2. Option: Silangas

LDK Solar will zudem von der der steigenden Nachfrage nach Silangas aus der Halbleiter-, Solar- und Flachbildschirmindustrie profitieren. Mit dem Bau einer eigenen Silangasanlage soll nach ersten Plänen im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011 begonnen werden. Bis zum ersten Quartal 2012 soll der Bau dann abgeschlossen sein, so dass die Produktion im zweiten Quartal 2012 anlaufen könne. Man hofft, dass die Investition in die Herstellung von Silangas eine hervorragende Synergie mit Herstellungsexpertise von Polysilizium haben werde. LDK Solar werde dadurch das Produktportfolio nachhaltig erweitern. Schließlich gäbe es in China eine hohe Nachfrage nach Silangas, aber bisher keinen heimischen Lieferanten.

Außerdem hofft man darauf, als erster Lieferant von Silangas einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen zu haben. Silangas wird für die Produktion von Wafer-basierten Solarzellen genutzt. Zudem wird es bei verschiedenen anderen Produkten des wachsenden Dünnschichtmarktes eingesetzt.

3. Option: Sinkende Produktionskosten

Ob die folgende Rechnung aufgeht, bleibt abzuwarten: Trotz niedriger Preise, will LDK Solar die Kapazitäten im Solarsegment steigern. Zum einen sollen so Größenvorteile erzielt werden. Zum anderen wird die eigene Solarkompetenz ausgeweitet: Es wird nicht allein in das Wafer-Geschäft investiert sondern auch in das Solarmodul-Geschäft.

LDK Solar will die Produktionskapazitäten bei Solar-Wafern bis Ende 2011 auf vier Gigawatt nach oben schrauben. Mit dem Produktionsausbau sollen sinkende Produktionskosten einhergehen. Das Unternehmen will im Bereich Solar-Wafer seine Produktionskosten von 0,31 Dollar pro Watt im vierten Quartal 2010 auf 0,25 Dollar pro Watt bis Jahresende drücken. Insgesamt strebt LDK Solar im laufenden Jahr Kosteneinsparungen zwischen 15 bis 20 Prozent an.

Die geplanten Produktionserweiterungen im Bereich Solar-Wafer, Solarzellen und Module will sich LDK Solar im laufenden Jahr 450 bis 550 Mio. Dollar kosten lassen. LDK Solar will nämlich nicht nur die Produktion von Polysilizium-Wafern, sondern auch die Zell- und Modulproduktion weiter ausbauen. Die Produktion von Solarzellen im eigenen Haus soll bis Jahresende ein Volumen von 500 bis 600 Megawatt erreichen.

Kurzportrait

Die im Jahre 2006 gegründete LDK Solar, ansässig im High Tech Industry Park in Xinyu, gilt inzwischen als einer der größten Hersteller von Silizium-Wafer in China. Das Unternehmen stellt diese nicht nur in seinen eigenen Fabriken her, sondern vermarktet diese auch weltweit an Hersteller. Inzwischen stellt LDK Solar nicht nur Solar-Wafer her, sondern auch Solarmodule. Silizium-Wafer sind ein wichtiger Kernbestandteil, um Solarzellen und Solarmodule zu produzieren. LDK Solar stellt insbesondere multi- und monokristalline Silizium-Wafer in drei gängigen Größen her: 125x125 Millimeter, sowie 150x150 Millimeter als auch in der Größe 156x156 Millimeter. Der Herstellungsprozess ist insbesondere in zwei Kernschritten unterteilt. Ingot-Produktion und Wafer-Produktion. Das Unternehmen fertigt auch Polysilizum-Ingots, die ebenfalls bei der Herstellung von Solarzellen auf Polysilizium-Basis zum Einsatz kommen.

Daneben bietet LDK Solar auch Prozessservices für Solarzellen- und Modulehersteller an. Das Unternehmen fertigt für Firmen entsprechende Wafer, wenn diese eigenes Material (Ingots, Silizium) anliefern. Nach der Verarbeitung werden fertige Silizium-Wafer wieder an die Firmen zurückgesandt.

Bei der Herstellung von Silizium-Wafer setzt das Unternehmen auf Anlagen und Equipment aus dem Hause GT Solar, HCT Shaping und Meyer Burger. Zuletzt unterzeichnete LDK Solar einen Vertrag mit der chinesischen JYT Corporation, um Produktionsanlagen zu erwerben.

Durch den Bau neuer Produktionsanlagen in der Jiangxi Provinz will LDK seinen Produktionsausstoß in den nächsten Jahren drastisch steigern. Von 420 Megawatt in 2007, soll die Produktionskapazität in den nächsten Jahren bis 2010 auf 3,2 Gigawatt steigen. Mitte 2009 verstärkte LDK Solar seine Präsenz in Italien und übernahm mehrheitlich die italienische Solar Green Technology SpA.

Anfang 2010 übernahm LDK eine Fertigungsfabrik für Solarmodule von der chinesischen Best Solar, womit sich LDK vertikal im Markt aufstellt. Anfang 2011 verstärkte sich LDK im US-Solarmarkt und übernahm die Mehrheit am amerikanischen Solarspezialisten Solar Power Inc (SPI).

Zahlen

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