LDK Solar in der Krise - Polysilizium-Einheit soll ausgegliedert werden

Freitag, 2. September 2011 13:13
LDK Solar Co.

(IT-Times) - Der chinesische Solar-Wafer- und Modulehersteller LDK Solar wurde vom massiven Preisverfall in der Solarindustrie kalt erwischt. Im Zuge des massiven Preisrutsches bei Solar-Wafern und Modulen hat das Unternehmen rund 60 Mio. Dollar auf Lagerbestände abgeschrieben und musste für das jüngste Quartal tiefrote Zahlen ausweisen.

Preisverfall lässt Gewinnmargen kollabieren
Zudem kündigte LDK Solar Chef Xiofeng Peng Maßnahmen an, um die Produktions- und Herstellungskosten im Unternehmen weiter zu senken, nachdem die Bruttomarge im jüngsten Quartal regelrecht kollabiert ist. Wies LDK Solar im Jahr vorher noch eine Bruttomarge von 18 Prozent aus, brach diese im jüngsten Quartal auf 2,2 Prozent ein.

Maßgeblich verantwortlich dafür war der Preisverfall bei Solar-Wafern und Modulen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für Solar-Wafer sanken zuletzt bei LDK Solar auf 66 Cent pro Watt, auch Solarmodule wurden am Spot-Markt zuletzt nur noch bei 1,19 Dollar pro Watt gehandelt, heißt es bei EnergyTrend.com.

Für das zweite Halbjahr 2011 geht LDK Solar (NYSE: LDK, WKN: A0MSNX) von einer Stabilisierung bei den Preisen aus, wobei das Unternehmen vor allem auf eine Wiederbelebung der Nachfrage durch Länder wie den USA, Indien und China hofft. Doch ob diese Nachfrageerholung tatsächlich eintritt, bleibt abzuwarten.

LDK Solar will Polysilizium-Einheit ausgliedern
Um frische Mittel loszueisen will LDK Solar sein Polysilizium-Geschäft ausgliedern, denn der Wafer-Hersteller steht bei chinesischen Banken tief in der Kreide. Insgesamt summierten sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten auf mehr als 2,2 Mrd. Dollar. Die Krise in der Solarindustrie kommt für LDK Solar daher zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, zumal auch der Polysilizium-Preis zuletzt weiter unter Druck stand.

Laut EnergyTrend.com fielen die Durchschnittspreise am Spot-Markt für ein Kilogramm Polysilizium auf 50,52 US-Dollar. Inzwischen bieten einige Hersteller Polysilizium sogar für unter 50 US-Dollar je Kilo an, heißt es bei EnergyTrend.com.

Wann der Spin-off bzw. IPO der Polysilizium-Division erfolgen soll, bleibt daher offen. Man wolle zunächst sicherstellen, dass die Einheit profitabel arbeitete, bevor ein Börsengang angestrebt wird, heißt es aus dem Management.

Analyst sieht "null Chancen" für Preiserholung
Eine Verbesserung der Situation zum Jahresende könnte daher durchaus ausbleiben. Cowen & Co Experte Robert Stone sieht sogar "null Chancen", dass ein Installationsboom bei Solaranlagen zum Jahresende die Preise heben wird. Im optimistischen Fall fällt der Preisrückgang nur moderat aus, so der Analyst, der insgesamt nur die vier an der US-Börse gelisteten Solarkonzerne First Solar, SunPower, Suntech Power und Trina Solar langfristig für überlebensfähig hält.

Kurzportrait

Die im Jahre 2006 gegründete LDK Solar, ansässig im High Tech Industry Park in Xinyu, gilt inzwischen als einer der größten Hersteller von Silizium-Wafer in China. Das Unternehmen stellt diese nicht nur in seinen eigenen Fabriken her, sondern vermarktet diese auch weltweit an Hersteller. Inzwischen stellt LDK Solar nicht nur Solar-Wafer her, sondern auch Solarmodule.

Silizium-Wafer sind ein wichtiger Kernbestandteil, um Solarzellen und Solarmodule zu produzieren. LDK Solar stellt insbesondere multi- und monokristalline Silizium-Wafer in drei gängigen Größen her: 125x125 Millimeter, sowie 150x150 Millimeter als auch in der Größe 156x156 Millimeter. Der Herstellungsprozess ist insbesondere in zwei Kernschritten unterteilt. Ingot-Produktion und Wafer-Produktion. Das Unternehmen fertigt auch Polysilizum-Ingots, die ebenfalls bei der Herstellung von Solarzellen auf Polysilizium-Basis zum Einsatz kommen.

Daneben bietet LDK Solar auch Prozessservices für Solarzellen- und Modulehersteller an. Das Unternehmen fertigt für Firmen entsprechende Wafer, wenn diese eigenes Material (Ingots, Silizium) anliefern. Nach der Verarbeitung werden fertige Silizium-Wafer wieder an die Firmen zurückgesandt.

Bei der Herstellung von Silizium-Wafer setzt das Unternehmen auf Anlagen und Equipment aus dem Hause GT Solar, HCT Shaping und Meyer Burger. Zuletzt unterzeichnete LDK Solar einen Vertrag mit der chinesischen JYT Corporation, um Produktionsanlagen zu erwerben.

Durch den Bau neuer Produktionsanlagen in der Jiangxi Provinz will LDK seinen Produktionsausstoß in den nächsten Jahren drastisch steigern. Von 420 Megawatt in 2007, soll die Produktionskapazität in den nächsten Jahren bis 2010 auf 3,2 Gigawatt steigen. Mitte 2009 verstärkte LDK Solar seine Präsenz in Italien und übernahm mehrheitlich die italienische Solar Green Technology SpA. Anfang 2010 übernahm LDK eine Fertigungsfabrik für Solarmodule von der chinesischen Best Solar, womit sich LDK vertikal im Markt aufstellt. Anfang 2011 verstärkte sich LDK im US-Solarmarkt und übernahm die Mehrheit am amerikanischen Solarspezialisten Solar Power Inc (SPI).

Zahlen

So setzte LDK Solar in den Monaten vier bis sechs 2011 499,4 Mio. US-Dollar um. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Rückgang um 11,6 Prozent. Verkaufen konnte das Unternehmen Solarwafer mit einer Gesamtkapazität von 429,2 Megawatt (MW). Solarmodule gingen mit einer Gesamtleistung von 79,4 MW über die Ladentheke. Brutto erwirtschaftete LDK Solar im zweiten Quartal 2011 elf Mio. Dollar nach 101,8 Mio. Dollar vor einem Jahr.

Hintergrund des, verglichen mit dem Umsatz, überproportional gesunkenen Bruttoergebnisses ist eine außerordentliche Abschreibung im Umfang von 52,9 Mio. Dollar, welche aufgrund von gesunkenen Marktpreisen für Wafer und Module nötig wurde. Die Bruttomarge sank in Folge dessen von 18 Prozent im zweiten Quartal 2010 auf nun 2,2 Prozent.

Meldung gespeichert unter: LDK Solar Co.

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