Lam Research erschließt sich neue Märkte

Donnerstag, 22. Juni 2006 00:00

(IT-Times) Mit einem satten Gewinnplus von 45 Prozent konnte der US-Halbleiterausrüster Lam Research (Nasdaq: LRCX<LRCX.NAS>, WKN: 869686<LAR.FSE>) im Märzquartal überraschen und die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen.

Marktanteilszugewinne und eine solide Umsetzung der Strategie seien für das starke Ergebnis im Märzquartal verantwortlich, so Lam Research-Chef Steve Newberry im Rahmen eines Statements. Wenn es nachdem Management geht, soll sich dieser Trend auch für das verbleibende Gesamtjahr fortsetzen. Lam Research rechnet für 2006 mit Kapitalausgaben im Bereich NAND Flashspeicher zwischen 10,0 und 11,0 Mrd. US-Dollar. Insbesondere die führenden Chipfabriken dürften ihre Kapitalausgaben um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen, glaubt das Management.

Die Nachfrage nach NAND-Flashspeicher nahm in den vergangenen Jahren stark zu, nachdem diese Speicher insbesondere in Digitalkameras, MP3-Playern und Handys zum Einsatz kommen. Aufgrund der deutlichen Kapazitätsausweitung seitens der Hersteller fürchten manche Marktbeobachter bereits Überkapazitäten am Markt.

Speicher-Kunden zeichneten im jüngsten Quartal für 53 Prozent aller Neuaufträge bei Lam Research verantwortlich. Das Management geht davon aus, dass diese Abhängigkeit im laufenden Quartal noch weiter steigen wird, wobei aus diesem Kundenkreis im laufenden Juniquartal voraussichtlich 60 Prozent der Neuaufträge kommen werden.

Einstieg in den Reinigungsmarkt

Um seine Umsatzbasis weiter zu diversifizieren und neues Umsatzpotential zu erschließen, gab Lam Research auch den Einstieg in den Markt für chemische Reinigungsprozesse (clean and strip) bekannt. Das Synergy Wafer-Cleaning-System soll Partikel, die kleiner als 110 Nanometer sind entfernen. Mit 1.400 Installationen weltweit konnte sich Lam Research eigenen Angaben zufolge bereits 60 Prozent dieses speziellen Marktsegments sichern.

Kurzportrait

Die im Jahre 1980 gegründet und im kalifornischen Fremont ansässige Lam Research gilt als einer der führenden Halbleiterausrüster weltweit. Das Unternehmen hat sich dabei vor allem auf Komponenten im Zusammenhang mit dem Produktionsprozess von Chips konzenziert.

Die Produkte von Lam Research sind dabei auf drei wesentliche Kernkomponenten bei der Chipherstellung zugeschnitten. Zum Einem sorgen spezielle Anlagen dafür, dass aus dem Rohmaterial (Wafer) entsprechende Chips entstehen. In einem weiteren Arbeitsgang werden diese Chips dann einem chemischen Prozess ausgesetzt (Chemical Mechanical Planarization) und anschließend gereinigt und mit einer speziellen Beschichtung versehen, die schädliche Partikel von den fertiggestellten Chips fernhalten. Für all diese Aufgaben stellt Lam Research maßgeschneiderte Produkte zur Verfügung.

Die mikroskopisch kleinen Schaltkreise auf Halbleitern werden dabei unter anderem mit Plasma bearbeitet, so dass unerwünschtes Material entfernt wird. Gleichzeitig lassen sich durch diesen chemischen Prozess etwaige Features von Mikrochips definieren.

Zahlreiche auf dem Markt verfügbaren Integrationssysteme und Halbleiterfertigungsanlagen sind ein Ergebnis aus der Zusammenarbeit mit Lam Research. Gleichzeitig legt das Unternehmen großen Wert auf Kundenzufriedenheit und Support. Dabei erhielt das US-Unternehmen schon mehrere Industriepreise und steht regelmäßig als bestes Zulieferunternehmen ganz oben auf den Ehrungslisten von Chipherstellern. Zu den namhaften Industriekunden zählen heute neben Phillips, Samsung, AMD, auch STMicroelectronics, sowie der Mobilfunkhersteller Motorola. Den Großteil seiner Produkte setzt das Unternehmen in Asien ab. Dieser Wirtschaftsraum trägt inzwischen mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.

Im Jahr 2001 hat das Unternehmen begonnen sein Geschäftsmodell umzustellen und aggressiv Geschäftsbereiche auszulagern, die nicht zum Kerngeschäft gehören, um Fixkosten weiter zu senken. Mitte 2004 gab das Unternehmen dann den Rückzug aus dem CMP-Geschäft bekannt.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2006 meldet Lam Research einen Umsatzanstieg auf 437,4 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen zunächst einen Gewinn von 83,3 Mio. Dollar oder 60 US-Cent je Aktie, ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das erste Quartal 2006 ein Nettogewinn von 65 US-Cent je Aktie, womit Lam Research die Analystenerwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen 424 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 62 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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