Keine Regulierungsferien für die Telekom

Dienstag, 12. November 2013 20:17
BREKO

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) warnt die künftige Bundesregierung davor, den Forderungen der Deutschen Telekom nach Deregulierung und ordnungspolitischer Bevorzugung großer europäischer Telekommunikationsunternehmen nachzugeben. Das Bonner Unternehmen versucht derzeit, die Koalitionsverhandlungen der Spitzen von CDU/CSU und SPD mit einem von ihm gestreuten Positionspapier zu seinen Gunsten zu beeinflussen. So schießt der Ex-Monopolist unter anderem auch gegen die deutsche Bundesnetzagentur: Die „intensive Preisregulierung der letzten Jahre“, schreibt die Telekom, habe „zu immer geringeren Umsätzen und einem teils ruinösen Preiswettbewerb bei europäischen TK-Anbietern geführt“. Diese Mittel fehlten beispielsweise beim Netzausbau, behauptet der Konzern. Nur durch einen völligen Verzicht auf Regulierung könnten die großen europäischen TK-Anbieter – nach dem Vorbild der USA und China – die notwendigen Investitionen für einen flächendeckenden Breitbandausbau schultern.

Der BREKO hält diese Argumentation indes für unhaltbar: Seit der Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes im Jahr 1998 wurden 105,3 Milliarden Euro investiert, 65 Prozent davon flossen in die Festnetzinfrastruktur. Über die Hälfte (55 Prozent) dieser Investitionen wurden dabei durch die alternativen Anbieter – ein Großteil davon Mitglieder im BREKO – getragen.

Erst durch den zunehmenden Wettbewerb in Europa haben Verbraucher in hohem Maße von technischen Innovationen profitiert. Gleichzeitig sind die Preise für Telefonie und Internet stark gesunken. Die maßvolle Regulierung durch die Bundesnetzagentur hat in den vergangenen Jahren die Grundlage dafür geschaffen, dass regionale und lokale Carrier den Verbrauchern attraktive Alternativen zu den Angeboten der Deutschen Telekom eröffnet haben.

„Regulierungsferien für die Deutsche Telekom sabotieren Vielfalt und Wettbewerb“, kommentiert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers die Forderungen der Telekom. „In den USA zahlen Verbraucher mangels verfügbarer Alternativen deutlich höhere Preise – und das für eine im Vergleich zu Europa häufig deutlich schlechtere Leistung, wie Zahlen der OECD belegen.“

Die Deutsche Telekom wird als börsennotiertes Unternehmen keinen flächendeckenden Breitband-Ausbau in Deutschland umsetzen – ist ein solcher Ausbau außerhalb der Ballungszentren doch besonders kostenintensiv und erst auf sehr lange Sicht rentabel, was ihn für die Telekom unattraktiv macht.

Meldung gespeichert unter: BREKO

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