Juniper Networks wieder im Aufwind

Dienstag, 24. Oktober 2006 00:00

(IT-Times) Durch seinen jüngsten Quartalsbericht konnte der weltweit zweitgrößte Router-Hersteller Juniper Networks (Nasdaq: JNPR<JNPR.NAS>, WKN: 923889<JNP.FSE>) zwar die Bedenken der Marktteilnehmer nicht völlig aus der Welt räumen, doch im Analystenlager setzt sich zunehmend die Meinung durch, dass das Schlimmste wohl vorüber ist.

Der Juniper-Aktienkurs markierte im August nach enttäuschenden Zahlen und Berichte über die Rückdatierung von Aktienoptionen ein neues Jahrestief bei knapp über 12 Dollar, konnte sich aber seither um 30 Prozent erholen. Analysten, wie Pacific Crest-Experte Tim Daubenspeck, hegen die Hoffnung, dass Juniper mit neuen Produkten wieder auf den Wachstumspfad zurückkehrt.

Juniper steigt in den Ethernet-Markt ein

Mit dem neuen MX960 Ethernet Service Router, den das Unternehmen erst in der Vorwoche vorstellte, will das auch Unternehmen im Carrier Ethernet Markt Fuß fassen. Das Produkt kommt nach Informationen von Tim Daubenspeck etwa sechs bis neun Monate früher als erwartet auf den Markt. Bislang war Juniper in diesem schnell wachsenden Marktbereich kaum vertreten.

Bedingt durch die zunehmende Verbreitung von IPTV, VoIP und VPLS nimmt die weltweite Nachfrage nach Carrier Ethernet-Lösungen zu. Dies hat dazu geführt, dass dieser Marktbereich allein im zweiten Quartal 2006 um 65 Prozent gewachsen ist, so Pacific Crest-Analyst Daubenspeck. Bereits Ende 2005 erreichte dieser Markt ein stattliches Volumen von 2,1 Mrd. Dollar. „Dieses neue Ethernet-Produkt in Verbindung mit zusätzlichen Ethernet-Produkten, die bereits in der Entwicklung sind, sollten das Wachstum von Juniper in 2007 weiter beschleunigen“, meint der Analyst.

Auch JPMorgan-Analyst Ehud Gelblum schlägt in die gleiche Kerbe. „Wir glauben das Schlimmste ist vorüber“. Gelblum geht davon aus, dass sich der US-Telefonkonzern Verizon kürzlich für Junipers E320 Edge Router-Plattform im Rahmen seines optischen Netzwerkprojekts entschieden hat. Damit würden Juniper möglicherweise weitere lukrative Anschlussaufträge winken. Gelblum sieht daher Junipers Umsätze wieder anziehen. Der Aktienkurs sollte sich dann auch in die richtige Richtung bewegen, wenn sich das Umsatzwachstum wieder beschleunigt, ist Gelblum überzeugt.

Kurzportrait

Die im Jahre 1996 gegründete Juniper Networks gilt als zweitgrößter Router-Hersteller weltweit hinter Cisco Systems. Insgesamt verfügt Juniper über einem Marktanteil von etwa 30 Prozent im Bereich Core-Router. Das im kalifornischen Sunnyvale ansässige Unternehmen entwickelt daneben auch Netzwerk-Management-Software, sowie weitere intelligente Routing-Technologien. Das Produktportfolio umfasst dabei unter anderem Router der M-Serie, sowie die neuen super-schnellen Gipson-Router für den high-end Markt. Ergänzend hierzu, engagiert sich Juniper auch im Bereich der Breitband-Technik und bietet in diesem Marktsegment Kabel-Modemsysteme an. Juniper produziert seine Hardware-Produkte allerdings nicht selbst, sondern lässt diese von Auftragsherstellern wie Solectron und Celestica fertigen. Die in der Netzwerk-Infrastruktur eingesetzten ASIC-Chips werden zwar von Juniper entwickelt, aber im Rahmen eines Kooperationsabkommens von IBM hergestellt. Der Router-Spezialist vertreibt seine Produkte direkt an Firmenkunden, als auch über entsprechende Einzelhändler und Distributoren.

Zu den namhaften Kunden, welche auf Router-Technik aus dem Hause Juniper setzen, zählen neben China Telecom, Cable & Wireless, auch Level 3, Qwest, BellSouth, die Deutsche Telekom AG, France Telecom, KPNQwest, Sonera und Tiscali. Den Großteil seiner Hard- und Software setzt Juniper allerdings nach wie vor in Nordamerika ab. Insgesamt beliefert das Unternehmen mehr als 500 Service-Provider in mehr als 47 Ländern weltweit.

Durch die Übernahme von Pacific Advantage bzw. Pacific Broadband Communications ist Juniper Networks auch im Markt für Kabel-Übertragungstechniken tätig. Bereits im Jahre 1999 folgte die Übernahme der kalifornischen Hightech-Firma Layer Five. Das Unternehmen galt als Spezialist in Sachen Netzwerk-Architektur und Hardware. Mit der Übernahme der Siemens-Tochter Unisphere Networks versuchte Juniper im Jahr 2002 seine Position gegenüber dem großen Konkurrenten Cisco weiter zu stärken. Mit der Übernahme von Unisphere war gleichzeitig die Siemens AG in der Vergangenheit mit zehn Prozent an Juniper Networks beteiligt. Darüber hinaus kann der Router-Hersteller das umfassende Siemens-Vertriebsnetz nutzen. Im Frühjahr 2004 kaufte Juniper für rund 3,6 Mrd. Dollar den Firewall-Spezialisten NetScreen Technologies. Im ersten Halbjahr 2005 kaufte Juniper die VoIP-Spezialisten Redline Networks und Kagoor Networks. Gleichzeitig übernahm Juniper den WAN-Spezialisten Peribit Networks. Zum Ende des Jahres 2005 folgte die Akquisition des Sicherheitsspezialisten Funk Software.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2006 meldet Juniper einen Umsatzanstieg auf 573,6 Mio. Dollar, nach Einnahmen von 546,4 Mio. Dollar im Jahr vorher. Während die Produkterlöse nur leicht auf 467,2 Mio. Dollar wuchsen, kletterte das Servicegeschäft um 33 Prozent auf 106,3 Mio. Dollar. Angaben über den erzielten Gewinn machte Juniper mit dem Verweis auf die anhaltenden Untersuchungen im Hinblick auf mögliche Rückdatierungen von Aktienoptionen nicht.

Jedoch äußerte sich das Unternehmen gegenüber Analysten, dass der Gewinn ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen aus Aktienoptionen im Plan sei. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 573,1 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 18 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die verfügbaren Barreserven kletterten im Quartalsverlauf um weitere 166 Mio. Dollar auf nunmehr insgesamt 2,4 Mrd. Dollar. Insgesamt wurden im Quartalsverlauf 26,4 Mio. Dollar an Kapitalinvestitionen vorgenommen.

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