Juniper Networks - ausgesuchte Zukäufe sollen für neues Wachstum sorgen

Dienstag, 6. Juli 2010 13:02
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(IT-Times) - Der US-Netzwerkausrüster Juniper Networks (Nasdaq: JNPR, WKN: 923889) hat sich Anfang Juli überraschend mit drei Mio. US-Dollar an dem deutschen Netzwerkspezialisten Adva Optical Networks beteiligt. Mit dem Einstieg beim deutschen Spezialisten für optische Netzwerksysteme ist auch eine Kooperation verbunden. Beide Firmen wollen bei Internet Protokoll (IP)-basierten Übertragungstechniken zusammenarbeiten - eine spätere Übernahme durch Juniper scheint nicht ausgeschlossen, sollte sich die Kooperation zwischen beiden Unternehmen positiv entwickeln.

Juniper verstärkt sich im Markt für Content-Delivery-Services
Erst im April hatte Juniper seinen Kooperationspartner Ankeena Networks geschluckt. Weniger als 100 Mio. Dollar soll der Kaufpreis betragen haben, wie es in US-Medien heißt. Analysten und Marktbeobachter bewerten die Übernahme von Ankeena positiv, positioniert sich Juniper damit in einem schnell wachsenden Markt zur Auslieferung von Videos und anderer digitaler Inhalte über das Internet. Ankeena wurde jüngst erst mit dem Red Herring Top 100 Award der schnellst wachsendsten Unternehmen in Nordamerika ausgezeichnet. Der Preis würdigt das enorme Wachstumspotential junger Firmen und wurde schon an Unternehmen wie Google, Facebook und YouTube verliehen.

Juniper will die übernommenen Technologien von Ankeena in seine eigenen Lösungen integrieren, wodurch die Kosten von Service-Providern im Zusammenhang mit der Auslieferung von Inhalten über Netzwerksysteme sinken sollen. Der von Ankeena entwickelte Media Flow Director optimiert die Auslieferung von digitalen Inhalten, indem die Software die verfügbare Bandbreite analysiert und die Datentransferrate dynamisch anpasst - dadurch sollen Latenzen und Unterbrechungen bei der Datenübertragung vermieden werden. Laut Juniper kann durch die von Ankeena entwickelte Caching-Technologie die Zahl der Server, die für die Auslieferung der gleichen Datenmenge benötigt würden, von zehn auf eins reduziert werden.

Router-Markt: Wettbewerber holen auf
Eine Verstärkung ist auch notwendig, holten im vergangenen Jahr andere Wettbewerber wie Alcatel-Lucent und Huawei auf. Teilten Cisco und Juniper im Jahr 2008 noch den Router-Markt weitgehend unter sich auf (Marktanteil 69 Prozent), kamen die beiden Marktführer im vierten Quartal 2009 nur noch auf einen Markanteil von 59 Prozent, so die Marktforscher aus dem Hause Infonetics Research. Im ersten Quartal hat sich zwar die Situation für Cisco und Juniper wieder verbessert, doch insbesondere der Wettbewerb aus China dürfte mittel- bis langfristig weiter zunehmen.

Während Cisco mit der Übernahme des norwegischen Videokonferenzsausrüsters Tandberg bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftssicherung getan hat, warten Marktbeobachter noch auf einen Befreiungsschlag bei Juniper. Die Übernahme von Ankeena und die Beteiligung an Adva Optical dürfte nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein…

Kurzportrait

Die im Jahre 1996 gegründete Juniper Networks gilt als zweitgrößter Router-Hersteller weltweit hinter Cisco Systems. Das im kalifornischen Sunnyvale ansässige Unternehmen entwickelt daneben auch Netzwerk-Management-Software. Insgesamt operiert Juniper heute von zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Infrastructure und Service Layer Technologies (SLT).

Das Produktportfolio umfasst dabei unter anderem Router der T-Series, TX, JCS, M-Series, E-Series, MX-Series und EX-Series. Die Router werden vom hauseigenen Betriebssystem Junos betrieben. Ergänzend hierzu, engagiert sich Juniper auch im Bereich Breitbandtechnik und bietet in diesem Marktsegment Kabel-Modemsysteme an. Juniper produziert seine Hardware-Produkte nicht selbst, sondern lässt diese zum Großteil von Auftragsherstellern wie Solectron und Celestica fertigen. Die in der Netzwerk-Infrastruktur eingesetzten ASIC-Chips werden zwar von Juniper entwickelt, aber im Rahmen eines Kooperationsabkommens von IBM hergestellt. Der Router-Spezialist vertreibt seine Produkte direkt an Firmenkunden, als auch über entsprechende Einzelhändler und Distributoren.

Zu den namhaften Kunden, welche auf Router-Technik aus dem Hause Juniper setzen, zählen neben China Telecom, Cable & Wireless, auch Level 3, Qwest, BellSouth, die Deutsche Telekom AG, France Telecom, KPNQwest, Sonera und Tiscali. Insgesamt beliefert das Unternehmen mehr als 500 Service-Provider in mehr als 50 Ländern weltweit.

Durch die Übernahme von Pacific Advantage bzw. Pacific Broadband Communications ist Juniper Networks auch im Markt für Kabel-Übertragungstechniken tätig. Bereits im Jahre 1999 folgte die Übernahme der kalifornischen Hightech-Firma Layer Five. Mit der Übernahme der Siemens-Tochter Unisphere Networks versuchte Juniper im Jahr 2002 seine Position gegenüber dem großen Konkurrenten Cisco weiter zu stärken. Darüber hinaus kann der Router-Hersteller das umfassende Siemens-Vertriebsnetz für seine Produkte nutzen. Mit Kagoor Networks, Redline Networks Peribit Networks, Acorn Packet Solutions und Funk Software folgten weitere Zukäufe. Mitte 2009 gab Juniper bekannt, ein Joint Venture mit Nokia Siemens Networks (NSN) im Bereich Ethernet gründen zu wollen. An dem Venture wird Juniper mit 60 Prozent die Mehrheit halten. Im April 2010 übernahm Juniper den Infrastrukturtechnikspezialisten Ankeena Networks. Mitte 2010 investierte Juniper drei Mio. Dollar in Adva Optical, einem Entwickler optischer Netzwerktechnologien.

Die beiden Großkunden Siemens und Ericsson zeichneten zuletzt für fast zehn Prozent der gesamten Juniper-Umsatzerlöse verwantwortlich.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet Juniper einen Umsatz von 912,6 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 19 Prozent. Dabei konnte Juniper einen Nettogewinn von 163,1 Mio. Dollar oder 30 US-Cent je Aktie einfahren, nach einem Profit von 146,4 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen meldete Juniper einen Nettogewinn von 27 US-Cent je Aktie, womit der Router-Hersteller die Markterwartungen um einen Cent übertreffen konnte. Die operative Gewinnmarge zog im jüngsten Quartal auf 23,2 Prozent vom Umsatz an, nach 16,4 Prozent im Jahr vorher. Dabei konnte Juniper einen positiven Cashflow von 257,9 Mio. Dollar erwirtschaften.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Juniper Networks

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