JinkoSolar wächst weiter dreistellig - Unternehmen will Produktion kräftig ausbauen

Mittwoch, 3. November 2010 12:43
JinkoSolar Holding Co. Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der chinesische Solarkonzern JinkoSolar Holding (NYSE: JKS, WKN: A0Q87R) wächst ungebrochen. Nachdem Umsätze und Gewinne dreistellig gegenüber dem Vorjahr zulegten, stellt der chinesische Hersteller von Solar-Wafern, Zellen und Module im laufenden vierten Quartal ein weiteres Wachstum in Aussicht. Hintergrund ist die anhaltende Nachfrage aus Europa und aus anderen Regionen.

JinkoSolar will Produktion weiter ausbauen
Um mit der steigenden Nachfrage mithalten zu können, will JinkoSolar seine Produktionskapazitäten im Bereich Silizium-Wafer, Solarzellen und Solarmodule auf jeweils 600 Megawatt bis Jahresende erhöhen, nachdem bislang nur ein Ausbau auf rund 500 Megawatt vorgesehen war. Bis Ende 2011 könnten die Produktionskapazitäten bei JinkoSolar dann auf ein Gigawatt wachsen, glauben die Analysten aus dem Hause Auriga USA.

Um den steigenden Kapitalbedarf decken zu können, will JinkoSolar weitere zwei Millionen ADS-Aktien ausgeben. Durch den Produktionsausbau wollen sich die Chinesen insbesondere für die weiter steigende Nachfrage aus den USA und China rüsten. China dürfte schon im Jahr 2015 zum weltweit größten Solarmarkt aufsteigen, glauben die Marktforscher aus dem Hause Lux Research. Anfang Juli hatten die chinesischen Behörden Aufträge für Solarprojekte im Volumen von 280 Megawatt ausgeschrieben, wobei einheimische Solarfirmen als Favoriten für die Aufträge gelten.

Wachstumschancen in China und in den USA
China pumpt derzeit umgerechnet 12,6 Mio. US-Dollar pro Stunde in seine ehrgeizigen alternativen Energieprojekte, warnen etwa die Demokraten im US-Repräsentantenhaus. Um gegen die Übermacht aus China mithalten zu können, fordern die Demokraten mehr Geld für die Förderung erneuerbarer Energien in den USA.

Trotz der Kritik schickt sich der US-Solarmarkt an, die bisherigen Solargroßmächte Deutschland und Italien hinter sich zu lassen. Bislang gilt die USA noch als drittgrößter Solarmarkt hinter den beiden europäischen Ländern, doch bis zum Jahr 2015 dürfte sich der US-Solarmarkt auf 4,5 bis 5,5 Gigawatt verzehnfachen, glauben die Marktforscher aus dem Hause Solarbuzz.

Damit ergeben sich Wachstumschancen für chinesische Anbieter wie JinkoSolar, die vor allem durch Kostenvorteile glänzen können. Dennoch dürfte sich die Wettbewerbssituation auch unter den chinesischen Anbietern im kommenden Jahr weiter verschärfen, denn neben JinkoSolar wollen auch andere chinesische Hersteller vom Solar-Boom profitieren und ihre Produktionskapazitäten kräftig ausbauen.

Branchenkenner erwarten Überkapazitäten im nächsten Jahr
Laut Branchenstatistiken haben chinesische Solarzellenhersteller bis dato 241 Produktionslinien in 2010 neu aufgebaut. Bis Jahresende 2010 und bis Ende 2011 dürften weitere 400 Linien hinzukommen, schätzen Branchenkenner wie LDK Solar Präsident Xingxue Tong. In Kombination mit den vorhandenen Kapazitäten in Taiwan, dürfte das vorhandene Angebot die Nachfrage deutlich übersteigen, wodurch es im nächsten Jahr zu Überkapazitäten im Bereich der Zellproduktion kommen dürfte, glaubt Tong. Diese Situation dürfte sich wiederum negativ auf die Preisentwicklung auswirken…

Kurzportrait

Die in der Sonderwirtschaftszone Shangrao/China ansässige JinkoSolar wurde erst im Jahr 2007 gegründet, gilt aber bereits heute als einer der führenden, vertikal voll integrierten Solarkonzerne im Reich der Mitte.

Das Unternehmen fertigt nicht nur multikristalline Solar-Wafer und Ingots, sondern auch Solarzellen und Solarmodule. Hierfür unterhält JinkoSolar in den chinesischen Provinzen Jiangxi und Zhjiang Fertigungsanlagen. Die Produktionsfabriken des Unternehmens erstrecken sich über 670.000 Quadratmeter. Daneben unterhält das Unternehmen noch Vertriebs- und Verkaufsniederlassungen in Pudong/Shanghai, sowie in München (JinkoSolar GmbH). Seit Anfang 2010 ist JinkoSolar mit einem weiteren Vertriebscenter bzw. Lagerhaus in Rotterdam präsent. Im dritten Quartal 2010 gründete JinkoSolar eine neue Niederlassung in San Francisco/USA, um das Amerika-Geschäft zu erschließen. Insgesamt beschäftigte JinkoSolar zuletzt rund 5.600 Mitarbeiter weltweit.

Mitte 2010 erreichten die Fertigungskapazitäten von JinkoSolar im Bereich Solarzellen und Module jeweils 300 Megawatt. Im Bereich Ingots und Solar-Wafer baute JinkoSolar seine Fertigungskapazitäten bis Jahresmitte 2010 auf jeweils 400 Megawatt aus. Die von JinkoSolar produzierten Solarprodukte erfüllen eine ganze Reihe von Normen und Qualitätsstandards (IEC, TÜV, UL, VDE, CE, ISO14001 und ISO9001).

Neben Fertigungsfabriken und Vertriebsniederlassung unterhält JinkoSolar auch ein Forschungscenter, dass mit führenden Universitäten in China kooperiert, um neue Solartechnologien zu entwickeln. Ferner unterhält JinkoSolar noch eine weitere Anlage in der Shangrao Wirtschaftszone, um Produkte zu recyceln, um so Silizium-Material zurückzugewinnen. Dieses zurückgewonnene Silizium wird nicht nur verkauft, sondern auch in der eigenen Ingot- und Solar-Wafer-Produktion eingesetzt.

Im Juni 2009 verstärkte sich das Unternehmen durch eine Übernahme und schluckte die Zhejiang Jinko Solar Co., Ltd (Zhejiang Jinko).

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet JinkoSolar einen Umsatzsprung auf 1,4 Mrd. Renminbi (RMB) bzw. 215 Mio. US-Dollar - dies entspricht einem Zuwachs von 260,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Nettogewinn kletterte dabei auf 259,5 Mio. RMB bzw. 38,8 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 1.767 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Umgerechnet verbuchte JinkoSolar einen Nettogewinn von 11,70 RMB je Aktie bzw. 1,75 US-Dollar je Aktie, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,20 RMB je Anteil entstand.

Meldung gespeichert unter: JinkoSolar Holding Co.

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...