JinkoSolar expandiert erfolgreich ins Modulgeschäft - geplante Förderkürzung in Italien belastet

Dienstag, 1. März 2011 13:56
JinkoSolar Holding Co. Unternehmenslogo

(IT-Times) - Zwar konnte der chinesische Solarspezialist JinkoSolar Holding (NYSE: JKS, WKN: A0Q87R) im vergangenen vierten Quartal 2010 mit sensationellen Wachstumszahlen aufwarten und die Markterwartungen der Wall Street deutlich in den Schatten stellen, dennoch schlossen die Papiere mit einem Minus von 3,6 Prozent.

Hintergrund sind Befürchtungen, wonach eine geplante Kappung der Solar-Subventionen in Italien das Geschäft für die chinesischen Solarspezialisten negativ beeinträchtigen wird. Aufgrund des Solarbooms will das italienische Kabinett in dieser Woche über einen Gesetzentwurf entscheiden, der die Subventionen für den eingespeisten Solarstrom deutlich reduzieren könnte.

Italien will Installationen kappen - Solarsubventionen sollen sinken
Susquehanna Analyst Mehdi Hosseini äußerte sich gegenüber Investors Business Daily dahingehend, dass wohl eine Kappung der Förderung droht, sollte ein bestimmtes Installationsvolumen erreicht werden. Neue Förderquoten sollen dann voraussichtlich in 2012 festgelegt werden, heißt es. Wells Fargo Experte Sam Dubinsky glaubt, dass das neue Gesetz zur Kappung der Solar-Subventionen noch am Donnerstag verabschiedet wird.

Für die subventionsverwöhnten Solar-Unternehmen wäre dies ein weiterer Rückschlag, zumal in Deutschland bereits die Einspeisevergütung für Solarstrom zum 1. Januar abermals gesenkt wurde und eine weitere Absenkung zur Jahresmitte droht (die Solarstromförderung kann ab 1. Juli um 3 bis 15 Prozent zusätzlich gekürzt werden).

JinkoSolar peilt erneut dreistelliges Umsatzwachstum an
JinkoSolar scheint diese Entwicklung nicht zu stören, vielmehr peilt das Unternehmen auch für das laufende Jahr ein aggressives Wachstum an, nachdem die Chinesen erfolgreich in das Solarmodulegeschäft expandiert sind.

Nachdem sich die Umsätze im vergangenen Jahr auf 705 Mio. US-Dollar verdreifacht haben, strebt JinkoSolar in diesem Jahr eine weitere Umsatzverdoppelung auf 1,4 bis 1,5 Mrd. US-Dollar an. Dabei will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten im Bereich Solar-Wafer, Zellen und Module auf jeweils 1,5 Gigawatt ausbauen.

50 Prozent der Auslieferungen sollen dabei nach Italien und Deutschland gehen, heißt es aus dem Management. Ob sich diese Ziele angesichts der anstehenden Subventionskürzung in Italien realisieren lassen, daran zweifeln derzeit Analysten. In der Branche weist man daraufhin, dass 30 Prozent aller industrieweiten Auslieferungen im Solarbereich bislang nach Italien gingen - sollte dieser Markt als Wachstumsmotor wegfallen, könnten in der Branche bald Überkapazitäten drohen.

Kurzportrait

Die in der Sonderwirtschaftszone Shangrao/China ansässige JinkoSolar wurde erst im Jahr 2007 gegründet, gilt aber bereits heute als einer der führenden, vertikal voll integrierten Solarkonzerne im Reich der Mitte.

Das Unternehmen fertigt nicht nur multikristalline Solar-Wafer und Ingots, sondern auch Solarzellen und Solarmodule. Hierfür unterhält JinkoSolar in den chinesischen Provinzen Jiangxi und Zhjiang Fertigungsanlagen. Daneben unterhält das Unternehmen noch Vertriebs- und Verkaufsniederlassungen in Pudong/Shanghai, sowie in München (JinkoSolar GmbH). Seit Anfang 2010 ist JinkoSolar mit einem weiteren Vertriebscenter bzw. Lagerhaus in Rotterdam präsent. Im dritten Quartal 2010 gründete JinkoSolar eine neue Niederlassung in San Francisco/USA, um das Amerika-Geschäft zu erschließen. Insgesamt beschäftigte JinkoSolar zuletzt rund 5.600 Mitarbeiter weltweit.

In 2010 erreichten die Auslieferzahlen von JinkoSolar 480 Megawatt. Zudem sollen die Produktionskapazitäten sowohl im Zell- als auch im Modulbereich weiter ausgebaut werden. Die von JinkoSolar produzierten Solarprodukte erfüllen eine ganze Reihe von Normen und Qualitätsstandards (IEC, TÜV, UL, VDE, CE, ISO14001 und ISO9001).

Neben Fertigungsfabriken und Vertriebsniederlassung unterhält JinkoSolar auch ein Forschungscenter, dass mit führenden Universitäten in China kooperiert, um neue Solartechnologien zu entwickeln. Ferner unterhält JinkoSolar noch eine weitere Anlage in der Shangrao Wirtschaftszone, um Produkte zu recyceln, um so Silizium-Material zurückzugewinnen. Dieses zurückgewonnene Silizium wird nicht nur verkauft, sondern auch in der eigenen Ingot- und Solar-Wafer-Produktion eingesetzt.

Im Juni 2009 verstärkte sich das Unternehmen durch eine Übernahme und schluckte die Zhejiang Jinko Solar Co., Ltd (Zhejiang Jinko).

Zahlen

Im vierten Quartal 2010 erhöhte sich der Umsatz von JinkoSolar um 156,9 Prozent auf 267,7 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal. Grund für den starken Anstieg seien die erhöhten Verkaufszahlen für Solarmodule und deren Preiserhöhung auf Grund der starken Nachfrage in Europa, insbesondere Deutschland, gewesen.

JinkoSolar erzielte ein Bruttoergebnis von 76,3 Mio. Dollar, was einem Wachstum von 350,8 Prozent entspricht. Die Bruttomarge stieg auf 28,5 Prozent und damit um 16,2 Prozent. Um 406,7 Prozent steigerte JinkoSolar das operative Ergebnis auf 55 Mio. Dollar. Ebenfalls deutlich und zwar um 340 Prozent wuchs das Nettoergebnis auf 55,8 Mio. Dollar gegenüber dem Vorjahr. Daraus ergab sich ein verwässertes Ergebnis je Aktie von 59 Cent. Vergleichszahlen nannte JinkoSolar hier allerdings nicht.

Auch bezogen auf das Gesamtjahr 2010 konnte JinkoSolar den Umsatz deutlich um 196,9 Prozent auf 705,3 Mio. Dollar steigern. Das Bruttoergebnis stieg auf 205,7 Mio. Dollar und damit um 489,7 Prozent. Auch das operative Ergebnis boomte mit 150 Mio. Dollar, was einem Wachstum von 708,1 Prozent gegenüber 2009 entspricht. Noch stärker wuchs das Nettoergebnis. Dieses lag bei 133,6 Mio. Dollar und damit 932,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Je Aktie ergab sich ein Ergebnis von 1,65 Dollar, wobei JinkoSolar auch hier keinen Vergleichswert nannte.

Meldung gespeichert unter: JinkoSolar Holding Co.

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