JA Solar sitzt in der Preisfalle

Dienstag, 8. September 2009 13:21
JA Solar Holdings

(IT-Times) - Der chinesische Solarzellenhersteller JA Solar Holdings (Nasdaq: JASO, WKN: A0F5W9) schrieb im vergangenen zweiten Quartal 2009 noch einmal tiefrote Zahlen, nachdem Abschreibungen im Zuge des rasanten Preisverfalls bei Solarzellen die Ergebnisse belasteten.

Doch JA Solar Chef Baofang Jin gibt sich zuversichtlich, dass sich die Bruttogewinnmargen wieder verbessern werden und das Unternehmen bald wieder schwarze Zahlen schreibt. JA Solar verweist dabei auf seine niedrige Kostenstruktur und der Konzentration auf weitere Kostensenkungen.

Tatsächlich gehen Analysten davon aus, dass JA Solar schon im laufenden dritten Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben wird. An der Wall Street rechnet man im Schnitt mit einem Nettogewinn von zwei US-Cent je Aktie. JA Solar könnte dabei insbesondere vom Subventionsprogramm der Regierung in Peking profitieren, glauben Marktbeobachter.

China will erneuerbare Energien massiv fördern
Chinas Energie-Ministerium hat Pläne ausgearbeitet, wonach bis zum Jahr 2020 rund 15 Prozent der erzeugten Energie aus erneuerbaren Energieträgern wie Solar, Wind und Biomasse kommen sollen. Derzeit werden gerade einmal 15 Mio. Kilowattstunden aus umweltfreundlichen Energieträgern generiert, so VentureWire. Damit müsste China seine Kapazitäten im Bereich Solar-, Wind- und Biomasseenergie bis zum Jahr 2020 verdreizehnfachen, um das Ziel zu erreichen.

Damit wären gleichzeitig enorme Investitionen erforderlich - Schätzungen gehen von 660 bis 1.300 Mrd. US-Dollar aus - um dieses Umweltziel zu realisieren. Hiervon dürften vor allem einheimische Solarzellenhersteller wie Suntech, Trina Solar, Yingli Green aber auch JA Solar profitieren. Allein in der Provinz Jiangsu sind insgesamt 20 große Solarkraftwerke geplant, in denen hauptsächlich einheimische Hersteller mit eingebunden sind.

Doch trotz der massiven Förderung aus Peking, schoben sich zuletzt wieder dunkle Wolken über den chinesischen Solarhimmel. Um sich für die potentiellen Aufträge aus China zu rüsten, bauen viele chinesische Hersteller ihre Produktion weiter aus. Die Folge: Die Preise für Solarmodule und Zellen sinken weiter.

Preise für Solarmodule im freien Fall
Besonders skeptisch sind dabei die Experten aus dem Hause Information Network, die einen Preisverfall auf bis zu 0,50 Dollar pro Watt bei Solarmodulen bis 2011 erwarten. Gleichzeitig dürfte nur die Hälfte der bestehenden Solarhersteller das Jahr 2010 überleben, glauben die Analysten. Für JA Solar könnte es dabei eng werden, sollte es dem Unternehmen nicht gelingen, seine operativen Kosten noch schneller und deutlicher zu senken als bisher…

Kurzportrait

Die im Jahre 2005 gegründete JA Solar Holdings Co Ltd. gilt heute als einer der führenden Solarzellenhersteller Chinas. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shanghai fertigt Solarzellen in seinen eigenen Fertigungsfabriken in Hebei/China.

Das Unternehmen hat sich dabei auf die Herstellung von monokristallinen Solarzellen spezialisiert, bereitet aber auch die Herstellung von multikristallinen Solarzellen vor. Die von JA Solar produzierten Solarzellen weisen Wirkungsgrade von 16 bis 17 Prozent auf. JA Solar verkauft seine Solarzellen mehrheitlich an Solarmodulehersteller in China, Deutschland, Schweden, Spanien, Südkorea und in die USA. Zu den größten Kunden der Gesellschaft gehören unter anderem die Solarspezialisten Canadian Solar, Wuxi Jiacheng, Shanghai Chaori, Jiangsu Aide Solar Energy S&T Co und Shanghai Solar Energy S&T Co.

Erst im Dezember 2007 gründete JA Solar mit der JA Solar Hong Kong Limited eine neue Einheit. Operativ wird das Geschäft von der 100%igen Tochterfirma JingAo Solar Co (JA Hebei) voran getrieben. Im Februar 2007 fand auch der Börsengang des Unternehmens statt, um eine weitere Expansion zu finanzieren.

Neben dem Verkauf von Solarzellen bietet JA Solar auch Prozessabwicklungsservices für seine Kunden. Liefert der Kunde seine eigenen Solar-Wafer an JA Solar, verarbeitet das Unternehmen diese zu Solarzellen und schickt die fertigen Zellen dann zurück an den Kunden. Daneben bietet JA Solar auch OEM-Services an und fertigt Solarzellen bzw. Solarmodule nach den Spezifikationen des Herstellers an. Inzwischen fertigt JA Solar auch multi- und monokristalline Solarmodule, wobei die Produktionskapazität in diesem Bereich inzwischen ein Volumen von 200 Megawatt erreicht hat.

Neben der Errichtung eines neuen Forschungscenters, baut JA Solar derzeit gerade an einer neuen Fertigungslinie für Solarzellen an seinem Standort in Yangzhou, in der Provinz Jiangsu. Um sich Silizium für seine Produktion zu sichern, unterhält JA Solar langfristige Lieferverträge wie mit dem Silizium-Produzenten Jiangsu Zhongneng Polysilicon Technology Development Co.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet JA Solar einen Umsatzeinbruch um 51 Prozent auf 600,7 Mio. Yuan bzw. 88 Mio. US-Dollar. Der Verlust summierte sich dabei auf 28,5 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie, nach einem Minus von einem Cent je Aktie im Jahr vorher. Der operative Verlust belief sich im jüngsten Quartal auf 109 Mio. Yuan bzw. 16,0 Mio. Dollar, nach einem operativen Gewinn von 31,7 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: JA Solar Holdings

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