IT-Outsourcing in Indien: Der Preis ist nicht mehr so heiß

Donnerstag, 8. Juni 2006 00:00

CASCAIS - Indien ist vor allem als Markt für das Outsourcing von IT-Services bekannt. Das wird vorerst auch so bleiben, aber die Inder sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Der Kostenvorteil schmilzt allmählich dahin.

Nach einer Studie der indischen National Association of Software and Service Companies (NASSCOM) wird das Wachstum in diesem Sektor ungebrochen bleiben. Demnach würden die Exporte von Software-Services in dem Jahr bis März 2007 um 25 bis 28 Prozent wachsen. Treiber dieser Entwicklung sei die anhaltend starke Nachfrage im IT-Outsourcing. Im abgelaufenen Jahr verzeichnete man noch ein Wachstum von 33 Prozent, womit die Branche auf ein Volumen von 23,6 Mrd. US-Dollar kam.

Attraktiv ist der Standort Indien vor allem wegen der Arbeitskräfte. Diese arbeiten für deutlich weniger Gehalt als ihre westlichen Kollegen und haben einen ähnlich guten Ausbildungsstand. Noch wichtiger: Alle Akademiker sprechen Englisch. Aber die Kostenvorteile sinken. Letzten Januar sagte SAP-Vorstandschef Kenning Kagermann: „Indien wird langsam teuer.“ Das ist den Unternehmen auf dem Subkontinent inzwischen selbst aufgefallen: Sie geben Arbeiten einfach nach Russland, China oder Vietnam weiter. „Während sich die Umsätze der zehn führenden indischen Dienstleister in den letzten fünf Jahren verdoppelt haben, sind die Personalkosten wesentlich schneller gestiegen", sagte Forrester-Analyst Pascal Matzke auf der Fachkonferenz GigaWorld im portugiesischen Cascais. Das drücke auf die Margen der Anbieter. Zudem holen ausländische Wettbewerber immer weiter auf. IBM kündigte erst diese Woche eine milliardenschwere Investitionsoffensive in Indien an.

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