Intuit mutiert zum Internetkonzern - neue Online-Strategie trägt Früchte

Donnerstag, 14. April 2011 13:46
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(IT-Times) - Die Aktienkursentwicklung des US-Finanzsoftwareanbieters Intuit (Nasdaq: INTU, WKN: 886053) kann sich sehen lassen. Seit Intuit-Chef Brad Smith das Unternehmen Anfang 2008 übernommen hat, kletterte der Intuit-Kurs um rund 67 Prozent.

Die Ursache für den Erfolg ist in der neuen Unternehmensstrategie zu suchen. Smith hat Intuit neu ausgerichtet. Längst stellt Intuit nicht nur langweilige Steuererklärungssoftware her, sondern bietet inzwischen auch zahlreiche Online-Services rund um das Thema Finanzen, wie zum Beispiel den Online-Dienst Mint.com an.

Mint.com expandiert nach Asien-Pazifik und Europa
Nachdem Intuit die Webplattform, mit der Konsumenten ihre persönlichen Finanzen managen können, im Jahr 2009 für 170 Mio. Dollar aufgekauft hat, expandiert Mint.com kräftig. Nachdem Marktstart in Kanada im Dezember 2010, soll Mint.com noch bis Ende Juli auch in Australien, Neuseeland und in England expandieren.

Auch neben Mint.com drängt Intuit verstärkt ins Internet, beispielsweise mit seiner Lösung QuickBooks Online, die inzwischen bereits 250.000 Nutzer zählt. Mehr als ein Viertel der QuickBooks Online Nutzer hätten sich zudem für Intuits Online-Gehaltsabrechnungssoftware entschieden, berichtet Intuit-Chef Smith gegenüber Bloomberg.

Online-Geschäft steuert bereits ein Drittel zum Gesamtumsatz bei
Inzwischen trägt das Online-Softwaregeschäft 1,1 Mrd. US-Dollar und damit rund ein Drittel zum Intuit-Gesamtumsatz von rund 3,5 Mrd. Dollar bei - Tendenz steigend. Das Online-Geschäft könnte in diesem Jahr noch weiter ausgebaut werden. Zum einen deutete Smith weitere Übernahmen an. Demnach könnte es durchaus sein, dass sich Intuit mit drei bis vier Akquisition pro Jahr verstärkt, wenn sich die richtige Gelegenheit bietet, so Smith gegenüber Bloomberg.

Kooperation mit Salesforce.com
Zum anderen hat Intuit Anfang April eine Kooperation mit dem Cloud-Spezialisten Salesforce.com bekannt gegeben. Ziel der Kooperation ist es, mittelständische Unternehmen an Cloud Computing heranzuführen. Dabei soll künftig Intuits Buchhaltungssoftware für den Mittelstand mit der Vertriebssoftware von Saleforce.com verknüpft werden. Intuit will durch diese Kooperation noch mehr Software über das Internet verkaufen.

Wie viel die neue Web-basierte Anwendung von Intuit und Salesforce.com kosten wird, steht noch nicht fest. Klar scheint jedoch, dass diese Lösung als Software-as-a-Service (SaaS) Lösung angeboten und damit entspricht günstig sein wird...

Kurzportrait

Der Finanzsoftwarespezialist Intuit, gegründet im Jahre 1984 mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View, beschäftigt sich im Kerngeschäft mit der Entwicklung von Finanzsoftware. Mit seinen Flagschiffprodukten Quicken, QuickBooks und TurboTax gelang es dem Unternehmen in den letzten Jahren eine dominante Position im Bereich Finanz- und Steuererklärungssoftware einzunehmen. Durch die Übernahme von Digital Insight erweiterte Intuit sein Geschäftsfeld um den Bereich Homebanking-Lösungen. Insgesamt operiert Intuit heute von vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Small Business Group, Tax, Financial Services und Other Businesses.

Intuit will durch seine Softwarelösungen nicht nur kleinere und mittlere Unternehmen bei ihrer Steuererklärung unterstützen, sondern auch Privatkunden ansprechen. Von bereits vorgefertigten Formularen und Templates, bis hin zu komplexen Lösungen für Unternehmen, bietet Intuit alles rund um die Steuererklärung an. Großzügige Steuergeschenke an den Staat sollen dann aufgrund integrierter Steuerstrategien der Vergangenheit angehören. Gehaltsplaner und Wirtschaftslexikon ergänzen als weitere Features die Finanzsoftware und sollen dem Anwender ein leistungsstarkes Produkt an die Hand geben. Neben dem Softwarelizenzgeschäft erzielt das Unternehmen aber auch Einkünfte aus dem Bereich Servicegeschäft.

Durch den Verkauf des Finanzierungsgeschäfts Quicken Loans vollzog Intuit eine Konzentration auf sein Kerngeschäft. Mit der Übernahme der Software-Management-Spezialisten MRI, American Fundware und CBS Payroll will sich das Unternehmen einen neuen Geschäftsbereich erschließen. Dabei sollen Software-Management-Lösungen für kleinere und mittlere Geschäftskunden im Vordergrund stehen. Die Produktreihe QuickBooks ist speziell auf die Bedürfnisse der kleinen und mittelständischen Kunden zugeschnitten.

Durch die Übernahme des Softwarespezialisten OMware im Jahr 2001 konnte Intuit bereits erste positive Erfahrungen in diesem Segment sammeln. Allerdings verkaufte Intuit sein Master Builder-Geschäft im Frühjahr 2006 an die englische Sage Software wieder.

Später kaufte das Unternehmen den Softwarespezialisten Income Dynamics, um sein Flagschiffprodukt TurboTax weiter zu stärken. Zuvor trennte sich Intuit von seiner japanischen Tochter Intuit KK. Mitte 2005 kaufte Intuit die Daten-Technik TekPortal vom US-Spezialisten Teknowledge. Im Herbst 2006 übernahm Intuit schließlich den Online-Servicespezialisten StepUp.com Commerce und dessen Tochter JGSI Corp. Anfang 2007 schloss Intuit die Übernahme des Homebanking-Spezialisten Digital Insight für 1,35 Mrd. Dollar ab. Mitte 2009 kaufte Intuit den Zahlungsspezialisten PayCycle. Anschließend wurde der Online-Finanzservice Mint.com übernommen. Ende 2009 trennte sich Intuit von seinem Immobiliengeschäft Intuit Real Estate Solutions (IRES). Im Jahr 2010 verstärkte sich Intuit durch die Übernahme des Kommunikationssoftwareherstellers MedFusion.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldet Intuit einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 878 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 837 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei verdiente Intuit 73 Mio. US-Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, ein Rückgang von 35 Prozent, nach einem Profit von 114 Mio. Dollar oder 35 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen (Investmentverluste, Aufgabe von Geschäftsbereichen) konnte Intuit einen Nettogewinn von 101 Mio. Dollar oder 32 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Markterwartungen der Analysten erfüllen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Plus von 32 US-Cent je Aktie gerechnet.

Wie Intuit weiter mitteilt, muss das Unternehmen 40 bis 60 Mio. US-Dollar seiner Umsätze vom zweiten in das dritte Quartal verschieben. Hintergrund ist der Umstand, dass viele Intuit-Kunden ihre Steuererklärung im Januar nicht elektronisch abgeben konnten, dies habe auch die Umsatzentwicklung von Intuit tangiert, heißt es.

Meldung gespeichert unter: Intuit

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