Intuit im Umbruch

Freitag, 24. August 2007 12:52
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(IT-Times) Der US-Finanzsoftwareanbieter Intuit (Nasdaq: INTU, WKN: 886053) konnte im jüngsten Quartal erneut mit positiven Wachstumszahlen glänzen. Vor allem das Geschäft mit kleinen und mittleren Firmenkunden lief gut - der QuickBooks-Absatz kletterte um 21 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Dennoch täuschen diese Zahlen nicht darüber hinweg, dass sich Intuit sowohl personell wie auch im Produktbereich im Umbruch befindet. Nachdem man zu Jahresbeginn die Übernahme von Digital Insight für 1,35 Mrd. Dollar abgeschlossen hat, soll die Einheit weiterhin für Wachstumsraten von bis zu 15 Prozent sorgen.

Intuit baut um
Im Gegenzug hat man das Distribution Management-Geschäft aufgegeben und für 100 Mio. Dollar an Activant Solutions verkauft. Das Geschäft umfasst unter anderem die Eclipse Software Einheit, die unter anderem Händler beim Inventar-Management unterstützen soll. Das Geschäft generierte im Fiskaljahr 2007 einen Umsatz von 52 Mio. Dollar, wobei die Einheit zuletzt einen Vorsteuerverlust (GAAP-Basis) von 4,0 Mio. Dollar verkraften musste.

Darüber hinaus entschied sich Intuit seine ProSeries Express-Produktfamilie einzustellen. Das Geschäft steuerte 14 Mio. Dollar im Fiskaljahr 2007 bei. Intuit erklärt diesen Schritt damit, dass die Produktlinie nicht zur Unternehmensstrategie passt. Intuit will sich vielmehr auf den Privatkunden konzentrieren und sieht sich weiterhin als Anwalt der Verbraucher, heißt es aus dem Management.

Wechsel in der Führungsspitze
Daneben kündigte Intuit einen Wechsel in der Führungsspitze an. Der bisherige Intuit-Chef Steve Bennett wird seinen Posten an den Intuit-Manager Brad Smith abgeben. Smith, der zuletzt für das Privatkundengeschäft bei Intuit verantwortlich zeichnete und sich in den letzten Jahren große Anerkennung in diesem Bereich erworben hat, soll das Unternehmen ab dem 1. Januar 2008 führen.

Große Hoffnungen hegt Intuit im nächsten Jahr auch auf das Quick Base-Geschäft. Ein noch vergleichsweise junger Geschäftsbereich, der sich mit Workgroup-Anwendungen befasst. Damit können Daten und Informationen über eine einzelne Webseite gesammelt und mit anderen Nutzern geteilt werden. Hierdurch sollen Fortschritte in der Produktivität einhergehen. Das Geschäft wuchs in den letzten Jahren bereits auf 10 Mio. Dollar und soll in den nächsten Jahren ein Volumen von 15 Mio. Dollar erreichen, glaubt man im Intuit-Management.

Kurzportrait

Der Finanzsoftwarespezialist Intuit mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View, beschäftigt sich im Kerngeschäft mit der Entwicklung von Finanzsoftware. Mit seinen Flagschiffprodukten Quicken, QuickBooks und TurboTax gelang es dem Unternehmen in den letzten Jahren einen Spitzenplatz als Finanzsoftwareanbieter einzunehmen. Durch die Übernahme von Digital Insight erweiterte Intuit sein Geschäftsfeld zuletzt um den Bereich Homebanking-Lösungen.

Intuit will durch seine Softwarelösungen nicht nur kleinere und mittlere Unternehmen bei ihrer Steuererklärung unterstützen, sondern auch Privatkunden ansprechen. Von bereits vorgefertigten Formularen und Templates, bis hin zu komplexen Lösungen für kleinere bis mittlere Unternehmen, bietet Intuit alles rund um die Steuererklärung an. Großzügige Steuergeschenke an den Staat sollen dann aufgrund integrierter Steuerstrategien der Vergangenheit angehören. Gehaltsplaner und Wirtschaftslexikon ergänzen als weitere Features die Finanzsoftware und sollen dem Anwender ein leistungsstarkes Produkt an die Hand geben. Neben dem Softwarelizenzgeschäft erzielt das Unternehmen aber auch Einkünfte aus dem Bereich Servicegeschäft.

Durch den Verkauf des Finanzierungsgeschäfts Quicken Loans vollzog Intuit eine Konzentration auf sein Kerngeschäft. Mit der Übernahme der Software-Management-Spezialisten MRI, American Fundware, CBS Payroll und Eclipse will sich das Unternehmen einen neuen Geschäftsbereich erschließen. Das Softwaregeschäft Eclipse wurde inzwischen wieder verkauft. Dabei sollen Software-Management-Lösungen für kleinere und mittlere Geschäftskunden im Vordergrund stehen, wobei das Unternehmen seine breite Kundenbasis nutzen will, um zusätzliches Umsatzpotential zu erschließen. In diese Lücke soll offenbar auch das neue Produktangebot QuickBooks stoßen. Die Produktreihe QuickBooks ist speziell auf die Bedürfnisse der kleinen und mittelständischen Kunden zugeschnitten.

Durch die Übernahme des Softwarespezialisten OMware Jahr 2001 konnte Intuit bereits erste positive Erfahrungen in diesem Segment sammeln. Allerdings verkaufte Intuit sein Master Builder-Geschäft im Frühjahr 2006 an die englische Sage Software wieder.

Später kaufte das Unternehmen den Softwarespezialisten Income Dynamics, um sein Flagschiffprodukt TurboTax weiter zu stärken. Zuvor trennte sich Intuit von seiner japanischen Tochter Intuit KK. Mitte 2005 kaufte Intuit die Daten-Technik TekPortal vom US-Spezialisten Teknowledge. Im Herbst 2006 übernahm Intuit schließlich den Online-Servicespezialisten StepUp.com Commerce und dessen Tochter JGSI Corp. Anfang 2007 schloss Intuit die Übernahme des Homebanking-Spezialisten Digital Insight für 1,35 Mrd. Dollar ab.

Zahlen

Intuit meldete für das vergangene Juliquartal einen Umsatzanstieg auf 432,7 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei entstand zunächst ein Verlust von 13,6 Mio. Dollar oder vier US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher ein Verlust von 18,9 Mio. Dollar oder sechs US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Ausgenommen einmaliger Sonderbelastungen ergibt sich ein Nettoverlust von 7,4 Mio. Dollar oder zwei US-Cent je Aktie, womit Intuit die Markterwartungen übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 416 Mio. Dollar sowie mit einem höheren Nettoverlust von fünf US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Intuit

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