Intuit geht im mobilen Zahlungsmarkt in die Offensive

Mobile Zahlungsdienste

Montag, 10. Dezember 2012 14:00
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(IT-Times) - Der US-Finanzsoftwareanbieter Intuit ist seit geraumer Zeit mit seiner Lösung GoPayment im Bereich mobile Zahlungsdienste aktiv. Dabei handelt es sich um einen mobilen Kartenleser, der an das Smartphone angeschlossen wird.

Kunden in den USA und Kanada konnten damit bislang Zahlungen von unterwegs aus im Laden über das Smartphone abwickeln. Das Angebot von Intuit steht in direkter Konkurrenz zum Angebot von Square, einem ebenfalls sehr populären mobilen Zahlungsservice.

Intuit expandiert mit GoPayment in England
Nunmehr ist Intuit (Nasdaq: INTU, WKN: 886053) mit seinem Service expandiert und in England an den Start gegangen. Allerdings wird Intuit das Angebot nicht unter dem Namen GoPayment, sondern unter Intuit Pay vermarkten. Laut Intuit arbeitet das Angebot mit Chip und PIN-Zahlungen von Mastercard, Visa und Mastro-Karten.

Im Sommer hatte Intuit seine GoPayment-Lösung mit QuickBooks Point of Sale verknüpft, wodurch die beiden Produkte untereinander kommunizieren können. Durch die Kombination von GoPayment und QuickBooks Online soll es für rund acht Millionen bestehende Softwarekunden einfacher werden, von unterwegs Produkte zu bezahlen.

Der Vorteil der Lösung ist, dass eine Daten-Synchronisation zwischen Finanzservice- und dem Zahlungsservices stattfinden kann. Der Finanzsoftwarehersteller will das Zahlungsangebot für internationale Märkte lokalisieren, so Intuit-Manager Chris Hylen. Zwar erzielt Intuit nach wie vor den Großteil seiner Umsätze durch den Verkauf von Finanzsoftware, allerdings könnten Zahlungsservices bald einen größeren Umsatzanteil einnehmen.

Markt für mobile Zahlungsservices vor Explosion
Marktforscher gehen davon aus, dass der Markt für mobile Zahlungen in den nächsten Jahren explodieren wird. In diesem Jahr dürften allein 640 Mio. US-Dollar an Transaktionen über das Smartphone abgewickelt werden, so die Marktforscher aus dem Hause eMarketer. Im Jahr 2016 dürfte das Zahlungsvolumen auf mehr als 62 Mrd. US-Dollar klettern, nachdem immer mehr Smartphones mit einem NFC-Chip ausgestattet sein dürften. Während der Handy-Nutzer in diesem Jahr im Schnitt Rechnungen über 62 Dollar im Jahr über das Handy begleicht, dürfte diese Zahl im Jahr 2016 auf 1.294 US-Dollar explodieren, schätzen die eMarketer-Experten.

Ob sich Intuit mit seinem GoPayment-Service gegen Angebote von Square, LevelUp, Google Wallet und PayPal Mobile durchsetzen kann, wird sich allerdings erst in den nächsten Jahren zeigen. Durch den frühen Markteintritt stehen die Chancen für Intuit allerdings gut.

Kurzportrait

Der Finanzsoftwarespezialist Intuit, gegründet im Jahre 1984 mit Hauptsitz im kalifornischen Mountain View, beschäftigt sich im Kerngeschäft mit der Entwicklung von Finanzsoftware. Mit seinen Flagschiffprodukten Quicken, QuickBooks und TurboTax gelang es dem Unternehmen in den letzten Jahren eine dominante Position im Bereich Finanz- und Steuererklärungssoftware einzunehmen. Insgesamt operiert Intuit heute von vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Small Business Group, Tax, Financial Services und Other Businesses.

Intuit will durch seine Softwarelösungen nicht nur kleinere und mittlere Unternehmen bei ihrer Steuererklärung unterstützen, sondern auch Privatkunden ansprechen. Von bereits vorgefertigten Formularen und Templates, bis hin zu komplexen Lösungen für Unternehmen, bietet Intuit alles rund um die Steuererklärung an. Großzügige Steuergeschenke an den Staat sollen dann aufgrund integrierter Steuerstrategien der Vergangenheit angehören. Gehaltsplaner und Wirtschaftslexikon ergänzen als weitere Features die Finanzsoftware und sollen dem Anwender ein leistungsstarkes Produkt an die Hand geben. Neben dem Softwarelizenzgeschäft erzielt das Unternehmen aber auch Einkünfte aus dem Bereich Servicegeschäft.

Durch den Verkauf des Finanzierungsgeschäfts Quicken Loans vollzog Intuit eine Konzentration auf sein Kerngeschäft. Mit der Übernahme der Software-Management-Spezialisten MRI, American Fundware und CBS Payroll will sich das Unternehmen einen neuen Geschäftsbereich erschließen. Dabei sollen Software-Management-Lösungen für kleinere und mittlere Geschäftskunden im Vordergrund stehen. Die Produktreihe QuickBooks ist speziell auf die Bedürfnisse der kleinen und mittelständischen Kunden zugeschnitten.

Durch die Übernahme des Softwarespezialisten OMware im Jahr 2001 konnte Intuit bereits erste positive Erfahrungen in diesem Segment sammeln. Allerdings verkaufte Intuit sein Master Builder-Geschäft im Frühjahr 2006 an die englische Sage Software wieder.

Später kaufte das Unternehmen den Softwarespezialisten Income Dynamics, um sein Flagschiffprodukt TurboTax weiter zu stärken. Zuvor trennte sich Intuit von seiner japanischen Tochter Intuit KK. Mitte 2005 kaufte Intuit die Daten-Technik TekPortal vom US-Spezialisten Teknowledge. Im Herbst 2006 übernahm Intuit schließlich den Online-Servicespezialisten StepUp.com Commerce und dessen Tochter JGSI Corp. Anfang 2007 schloss Intuit die Übernahme des Homebanking-Spezialisten Digital Insight für 1,35 Mrd. Dollar ab. Mitte 2009 kaufte Intuit den Zahlungsspezialisten PayCycle. Anschließend wurde der Online-Finanzservice Mint.com übernommen. Ende 2009 trennte sich Intuit von seinem Immobiliengeschäft Intuit Real Estate Solutions (IRES). Im Jahr 2010 verstärkte sich Intuit durch die Übernahme des Kommunikationssoftwareherstellers MedFusion. Im Mai 2012 kaufte Intuit den Online-Spezialisten Demandforce.

Zahlen

Für das vergangene Oktoberquartal meldete Intuit einen Umsatzanstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 647 Mio. US-Dollar. Dabei wies Intuit zunächst einen Verlust von 19 Mio. Dollar oder sechs US-Cent je Aktie aus, nach einem Profit von 64 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Intuit

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