Intershop erfindet sich neu - erstmals Gewinne

Donnerstag, 19. Februar 2009 13:17
Intershop Communications

(IT-Times) Aller Unkenrufe zum Trotz hat der deutsche E-Commerce Spezialist Intershop Communications AG (WKN: A0EPUH) den Turnaround geschafft und erstmals in einem Geschäftsjahr seit Firmenbestehen schwarze Zahlen geschrieben.

Dennoch wurden die vorgelegten Zahlen von der Investorengemeinde zwar positiv, aber nicht euphorisch aufgenommen. Hintergrund ist unter anderem die Unsicherheit über die künftige Geschäftsentwicklung bei Intershop. Viele Intershop-Kunden müssen selbst sparen, zudem wollte das Unternehmen im Hinblick auf das laufende Geschäftsjahr 2009 keine detaillierten Prognosen abgeben. Jedoch ließ Intershop-Chef Henry Göttler in einem Interview mit dem Börsen Radio Network durchblicken, dass man die Nettoerlöse in 2009 um sieben bis elf Prozent steigern wolle.

Schon im vierten Quartal konnte Intershop in dem für Softwarefirmen so wichtigen Lizenzgeschäft punkten und allein 20 Abschlüsse unter Dach und Fach bringen. Die Lizenzerlöse sind für Softwarefirmen von großer Bedeutung, lassen sich hieraus Rückschlüsse über das zukünftige Servicegeschäft ableiten.

Automatisierung und Digitalisierung des Handels schreitet trotz Krise voran
Insgesamt profitierte Intershop wie auch andere E-Commerce-Spezialisten von einem allgemeinen Trend, der Firmen selbst oder vor allem auch wegen der Wirtschaftskrise unter Druck setzt, auf effizientere Plattformen zu wechseln. Der Handel im Internet wird zunehmend automatisiert und wer seinen Papierkatalog nicht digitalisiert und im Internet zur Verfügung stellt, muss deutliche Wettbewerbsnachteile fürchten.

Hiervon profitieren Anbieter wie Intershop, die maßgeschneiderte Lösungen für den elektronischen Handel anbieten. Intershop hat erkannt, dass einfache Web-Shops alleine nicht ausreichen, um langfristig Kunden zu binden. Das Unternehmen setzt daher auch auf Lösungen, damit diese Internet-Shops im weltweiten Datennetz besser gefunden werden - mit Erfolg wie die jüngsten Zahlen belegen.

Marktbereinigung hilft etablierten Anbietern
Darüber hinaus profitierte Intershop von einer Marktbereinigung in den vergangenen Jahren. Zahlreiche kleinere E-Commerce-Spezialisten haben die Krise nachdem Ende der New Economy nicht überlebt. Der Markt der verbliebenen Anbieter ist überschaubarer geworden. So verwundert es wenig, dass verbliebene Player wie Intershop, BroadVision und Art Technology selbst in der Krise wieder steigende Umsätze und auch Gewinne melden.

Intershop zählt zu den Überlebenden und hat diese Chance genutzt, seine Bilanz auf eine solide Basis zu stellen. Das Unternehmen ist heute de facto schuldenfrei und verfügt über liquide Mittel von mehr als acht Mio. Euro. Dies ist zwar noch kein Freifahrtschein für künftige Abenteuer wie Firmenzukäufe und Expansionen ins Ausland, macht das Unternehmen aber zunächst unabhängig von Kreditgebern - ein entscheidender Vorteil in der heutigen Zeit…

Kurzportrait

Die im Jahre 1992 gegründete und in Jena ansässige Intershop Communications AG gilt als Inbegriff für E-Commerce-Lösungen in Deutschland. Ende der 90er Jahre stieg das Unternehmen mit seinen E-Commerce-Softwarelösungen schnell zum Marktführer in Deutschland auf.

Bereits 1994 legte Intershop den Grundstein für seinen Erfolg und stellte das erste voll funktionsfähige Internethandelssystem vor. 1998 folgte dann mit Intershop 3 die erste E-Commerce-Plattform, die den Massenmarkt erobern sollte. Heute bietet Intershop nicht nur eine umfassende E-Commerce-Komplettlösung (Enfinity Suite 6) an, sondern auch darüber hinaus gehende Services wie Beratung, Online-Marketing, Fulfillment und Logistik. Mit Enfinity Suite 6 sollen Firmenkunden erstmals die Möglichkeit erhalten, komplexe E-Commerce-Aktivitäten auf einer Plattform zentral zusammenzuführen und zu steuern. Dadurch sollen Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten, Partnern und Endkunden weiter optimiert und so Beschaffungskosten weiter gesenkt werden können.

Intershop betreut weltweit mehr als 300 Kunden über seine Standorte Jena (Hauptsitz), Stuttgart, Hamburg, Bensheim, Frankfurt/Main, San Francisco und Asien. Zu den namhaften Intershop-Kunden gehören unter anderem Firmen wie Hewlett-Packard, BOSCH, Tschibo, Otto, die Deutsche Telekom, Sun Microsystems und Quelle.

Zuletzt ergänzte Intershop sein Geschäftsmodell und präsentierte sich als Full-Service-Dienstleister im E-Commerce-Bereich. Im Juni 2006 wurde die Soquero GmbH übernommen, um den Bereich Online-Marketing zu stärken. Durch den Zukauf bietet Intershop nunmehr auch Suchmaschinenoptimierung, die Einbindung von Sponsored Links-Kampagnen, sowie Affiliate Marketing und Feed Management an. Der Geschäftsbereich Intershop Consulting rundet das Intershop-Angebot weiter ab, wobei Intershop in Sachen Konzeption, Planung, Projektsteuerung und Realisierung seinen Firmenkunden zur Seite steht. Anfang 2009 stieg Intershop mit 60 Prozent bei einer Berliner Startup-Softwarefirma ein, die Programmkomponenten zu Intershop-Lösungen entwickeln soll.

Zahlen

Im vierten Quartal 2008 lag der Gesamtnettoumsatz von Intershop bei 7,3 Mio. Euro und blieb damit gegenüber dem Vorjahresumsatz von 7,2 Mio. Euro nahezu unverändert. Dabei stiegen die Erlöse von Intershop aus Serviceleistungen, Wartung und Sonstigem von 5,5 Mio. Euro in 2007 um 13 Prozent auf 6,2 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag im vierten Quartal 2008 mit 0,4 Mio. Euro leicht unter dem Ergebnis des Vorjahresquartals in Höhe von 0,5 Mio. Euro. Die EBIT-Marge von Intershop gab von sieben Prozent auf sechs Prozent nach.

Meldung gespeichert unter: Intershop Communications

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