Intel sieht sich für 2010 gut gerüstet

Montag, 18. Januar 2010 13:17
Intel_logo_neu.gif

(IT-Times) - Der weltweit führende Prozessorhersteller Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) konnte trotz der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr doch noch einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern und im vierten Quartal die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Chip-Branche weltweit vor Erholung
Marktbeobachter und Analysten rechnen damit, dass sich die Halbleiterindustrie im laufenden Jahr weiter erholen wird. Caris & Co Experte Ben Pang sieht die Chip-Branche vor einem mehrjährigen Aufschwung und erwartet, dass die Kapitalausgaben im Halbleitersektor in diesem Jahr um 40 Prozent steigen werden.

Auch Intel-Chef Paul Otellini will sich für den kommenden Aufschwung rüsten, wobei der Manager davon ausgeht, dass Firmen zunächst bei Netzwerkrechnern Neuanschaffungen wagen werden. Entsprechend will Intel sein gesamtes Server-Chip-Portfolio mit neuen 32-Nanometer-Prozessoren im laufenden Quartal auf Vordermann bringen.

Intel schickt neue Server-Chip-Generation ins Rennen
Daneben soll der mit acht Kernen bestückte 45-Nanometer Nehalem EX Xeon Chip für Server mit vier oder mehr Sockets für Furore und einen entsprechenden Leistungssprung sorgen. Intel-Manager Otellini geht davon aus, dass Unternehmen insbesondere im zweiten Halbjahr 2010 damit beginnen werden, ihre Hardware- und IT-Systeme zu erneuern. Analysten sehen daher Intel mit dem neuen Nehalem EX und seinen neuen 32-Nanometer gut für den kommenden Upgrade-Zyklus in der Chip-Branche gerüstet.

Daneben könnte Intel von einem weiteren Trend profitieren. Immer mehr Unternehmen nehmen sich dem Thema Cloud Computing an, nachdem Anwendungen zunehmend über das Internet ausgeliefert werden. Für Robert W. Baird Analyst Tristan Gerra gehört Intel zu den Hauptprofiteuren dieser Entwicklung.

Hintergrund ist der Umstand, dass führende Cloud Computing Spezialisten wie Google, Amazon.com, Microsoft und auch Facebook ihre Chips für ihre Cloud Computing Server-Farmen zum Teil direkt von Intel beziehen, weiß Global Equities Research Analyst Trip Chowdhry. Während der Aufbau von Cloud Computing Infrastrukturen in den USA bereits weiter vorangeschritten sei, steckt der Markt in Europa und Asien noch in den Kinderschuhen, meint Chowdhry…

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von rund 80 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher, in welchem Intel ebenfalls als marktführend gilt. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch weitere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel heute aus zwei wesentlichen Geschäftssegmenten heraus: Digital Enterprise Group (DEG) und Mobility Group. Der Geschäftsbereich Other Products umfasst unter anderem das Geschäft mit NAND Flashspeicherprodukten. Diese werden von der IM Flash Technologies, LLC produziert.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten und steuerte in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Ziatech gilt als Spezialist im Bereich Telekomausrüstung und soll Intels neuen Vorstoß in Richtung Telekommunikationsindustrie unterstützen. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Bereich an Marvel ab. Auch die RFID-Einheit verkaufte Intel zuletzt an den Spezialisten Impinj. Im Herbst 2008 verstärkte sich Intel durch die Übernahme des Ethernet-Spezialisten NetEffect sowie durch den Linux-Spezialisten OpenedHand. Gleichzeitig trennte sich Intel von seinem Geschäftsbereich Communication Rackmount Server. Im Mai 2009 stieg Intel mit fünf Prozent beim Halbleiterausrüster ASM International ein. Mitte 2009 schluckte Intel den Softwarespezialisten Wind River. Gleichzeitig erhöhte Intel seine Beteiligung an dem britischen Chip-Designer Imagination Technologies Group auf rund 14 Prozent.

Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in eine Reihe von Startup-Firmen wie Gteko, Synacor, Telligent Systems und Zinio Systems. Gemeinsam mit STMicrelectronics gründete Intel das Flashspeicher-Venture Numonyx.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Intel einen Umsatzanstieg um 28 Prozent auf 10,6 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn legte dabei auf 2,3 Mrd. US-Dollar zu, nach einem Profit von 234 Mio. Dollar im Vorjahresquartal.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderzahlungen an AMD in Höhe von 1,25 Mrd. Dollar im Zusammenhang mit der Beilegung eines Rechtsstreits konnte Intel einen operativen Gewinn von 3,7 Mrd. Dollar erwirtschaften, nach einem operativen Plus von 1,9 Mrd. Dollar im Vorjahr.

Pro Aktie verdiente Intel zunächst 40 US-Cent, ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich ein Nettogewinn von 55 US-Cent je Anteil, womit Intel die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld lediglich mit einem Nettogewinn von 30 US-Cent je Aktie bei Einnahmen von 10,17 Mrd. Dollar gerechnet.

Die Bruttomarge zog im jüngsten Quartal auf 64,7 Prozent an, ein Zuwachs von 11,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und ein Plus von sieben Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Damit konnte Intel die bislang höchste Bruttomarge in der Firmengeschichte verzeichnen.

Meldung gespeichert unter: Intel

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...