Intel setzt auf Wachstum in Schwellenländern

Chips

Donnerstag, 5. April 2012 14:01
Intel

Der Chip-Hersteller Intel bleibt sich treu: Unermüdlich wird an neuen Produkten gearbeitet, die eine größere Leistungsstärke versprechen als die Vorgängergeneration. Man setzt auf Wachstum und versucht zudem, die Lücke im Segment der Mobilfunkchips zu schließen. Aktuell dürfte es bei Intel bei all dem jedoch die eine oder andere Verstimmung geben: Der Marktstart des Ivy Bridge Prozessors für Laptops wird voraussichtlich auf Juni verschoben. Ursprünglich sollte der neue Intel-Chip im Frühjahr 2012 auf den Markt kommen.

Intel-Vizepräsident Sean Maloney bestätigte jüngst, dass der 22-Nanometer Prozessor nicht im April ausgeliefert wird. Vielmehr soll er nun im Juni kommen. Intels neuer Ivy Bridge soll insbesondere in Ultrabooks zum Einsatz kommen. Darunter werden ultra-dünne Laptops verstanden, die für unter 1.000 US-Dollar angeboten werden. Intel plant eine großangelegte Marketing-Kampagne, um das Thema Ultrabooks und damit auch seine Chip-Lösungen zu bewerben.

Die Verzögerung ist wahrscheinlich auf eine geringe Nachfrage bei Notebook-Computern zurück zu führen, wodurch sich bei Herstellern hohe Lagerbestände bezüglich Prozessoren mit dem Intel-Chipsatzes Sandy Bridge aufgetürmt haben. Intel will den Computerherstellern nunmehr offenbar die Zeit geben, diese Lagerbestände abzuarbeiten, bevor der neue Chip auf den Markt kommt.

Strategische Partnerschaften im Mobilfunk.

Im Mobilfunkbereich hat Intel die Jagd auf Branchenspezialisten wie Qualcomm begonnen. Man drängt mit aller Macht in den Smartphone-Bereich. Hierzu wurden weitere Partnerschaften mit Hardware-Herstellern geschlossen.

Zu diesen neuen Partnern gehören Lava International, sowie ZTE und Visa. Die indische Lava will mit dem Xolo X900 das erste Intel-basierte Smartphone auf den Markt bringen. Xolo X900 verfügt über einen 1,6GHz Medfield Chipsatz und ein Grafik-Prozessor der mit 400MHz getaktet ist. Bei Intel gibt man sich optimistisch, da sich der indische Smartphone-Markt verdreifachen wird und den Zugang zu diesem Markt verspricht man sich durch die Partnerschaft mit Lava.

Schwellenländer als Wachstumsmotoren

Zudem will Intel Corp. (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) mit einem Tablet PC mit dem Codenamen StoryBook in Schwellenmärkten auf Kundenfang gehen. Dabei soll das gleiche Vertriebsmodell wie beim Classmate PC zum Einsatz kommen. Das StoryBook soll mit einem 10-Zoll großen Display und mit einem Intel Medfield Prozessor ausgestattet sein. Das Gerät könne zudem mit zwei Betriebssystemen bestückt werden. Hauptabsatzgebiet für das Gerät sollen China und Brasilien sein.

Mit seinem Classmate PC Projekt ist Intel bereits seit fünf Jahren aktiv, um Schulkindern in Schwellenländern den Zugang zu Laptops zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang hat der Chiphersteller bereits Partnerschaften mit anderen Unternehmen in vielen Schwellenländern etabliert.

Der StoryBook Tablet soll in der zweiten Jahreshälfte 2012 auf den Markt kommen. Gleichzeitig will Intel das Tablet für unter 299 US-Dollar in den Handel bringen. In der Branche geht man davon aus, dass der Notebook-Hersteller Elitegroup Computer Systems (ECS) als Hersteller für das StoryBook fungieren wird. Weitere Orders im Bezug auf die Produktion sollen an die chinesische Malata gehen.

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von rund 80 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch andere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel heute aus neun Geschäftssegmenten heraus: PC Client Group, Data Center Group, Embedded and Communications Group, Digital Home Group, Ultra-Mobility Group, NAND Solutions Group, Wind River Software Group, Software and Services Group und Digital Health Group. Der größte Geschäftsbereich ist die PC Client Group, in der das Geschäft mit Desktop- und Netbook-Chips zusammengefasst ist. Der Geschäftsbereich beinhaltet unter anderem das Geschäft mit Core i7-, Core i5- und Core i3-Prozessoren.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

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