Intel setzt auf 45-Nanometer-Technik

Donnerstag, 19. Juli 2007 13:09
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(IT-Times) Der US-Chiphersteller Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) konnte zwar im vergangenen Quartal mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg aufwarten, dennoch trennten sich Investoren von Intel-Papieren.

Hintergrund war der deutliche Rückgang bei den Gewinnmargen, die Intel nicht zuletzt auf den anhaltenden Preiswettbewerb im low-end PC-Bereich und der schwachen Nachfrage nach NOR-Flashspeichern zurückführt. Dennoch stellt der Halbleitergigant nochmals klar, dass man auch dem Niedrigpreis-Bereich nicht den Rücken kehren wird. Vielmehr habe man nicht zuletzt in den Schwellenmärkten mehr Desktop-Chips verkaufen können.

Bruttomargen sollen wieder steigen
Auch bei den Bruttomargen stellt Intel im laufenden dritten Quartal wieder bessere Zeiten in Aussicht. Nachdem die Bruttomarge zuletzt auf 46,9 Prozent vom Umsatz sank, will Intel diesen Wert im laufenden Quartal wieder auf 52 Prozent heben. Erreicht werden soll dies durch geringere Anlaufkosten für neue Fertigungsprozesse, niedrigere Prozessorstückkosten sowie höhere Verkaufsstückzahlen, erklärt Intel-Finanzchef Andy Bryant.

Auch im zweiten Halbjahr 2007 soll der eingeschlagene Kurs weiter fortgesetzt werden, wobei Intel in Sachen Technologie weiter auf die Tube drücken will. Durch die Einführung neuer 45-Nanometer-Produkte soll die Energieeffizienz der Chips weiter steigen, was sich durch steigende Marktanteile positiv in der Intel-Bilanz niederschlagen soll.

Die Hoffnungen liegen daher zunächst auf der Penryn-Prozessorreihe, wobei Intel aber auch schon an der nächsten Prozessorarchitektur Nehalem arbeitet, die im Jahr 2008 kommen soll. Der erste Penryn Mobile CPU wird voraussichtlich schon im ersten Quartal 2008 auf den Markt kommen und Intel weitere Pluspunkte im Kampf um Marktanteile sichern.

Der aktuelle Kampf der beiden Erzrivalen Intel und AMD hat vorläufig einen Gewinner. Während Intel sich über steigende Gewinne freuen kann, wird der Erzrivale AMD heute nach Börsenschluss wohl tiefrote Zahlen präsentieren.

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Das Unternehmen rüstet dabei mehr Personalcomputer mit Prozessoren aus, als jeder andere Hersteller auf der Welt. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von mehr als 75 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flash-Speicher, in welchem Intel ebenfalls als marktführend gilt. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch weitere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel aus sechs Geschäftssegmenten heraus: Digital Enteprise Group (DEG), Mobility Group, Flash Memory Group, Digital Home Group, sowie den Bereichen Digital Health Group und Channel Platforms Group.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten und steuerte in der Vergangenheit mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen (Ovonyx) an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Ziatech gilt als Spezialist im Bereich Telekomausrüstung und soll Intels neuen Vorstoß in Richtung Telekommunikationsindustrie unterstützen. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Geschäftsbereich an Marvel Technologie ab. Über seinen Kapitalarm Intel Capital investierte der Chiphersteller zuletzt in eine Reihe von Startup-Firmen wie Gteko, Synacor und Zinio Systems.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet Intel einen Umsatzanstieg auf 8,68 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei konnte Intel seinen Gewinn um 44 Prozent auf 1,28 Mrd. Dollar oder 22 US-Cent je Aktie steigern, nach einem Plus von 885 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen einmaliger Sondererträge ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 19 US-Cent je Aktie, womit Intel die Markterwartungen erfüllen konnte. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 8,54 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 19 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Chips

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