Intel schreckt Investoren mit Investitionsplänen

Intel will in neue Produktionstechnik investieren

Montag, 21. Januar 2013 14:22
Intel Logo

(IT-Times) - Mit einem Kursverlust von 6,3 Prozent gehörten Intel-Aktien am vergangenen Freitag zu den Hauptverlierern an der New Yorker Nasdaq. Der weltgrößte Chip-Hersteller schreckte Investoren mit kostspieligen Investitionsplänen für das laufende Jahr 2013.

Intel will in 2013 rund 13 Mrd. Dollar investieren
Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) will im laufenden Jahr rund 13 Mrd. US-Dollar für Investitionsmaßnahmen ausgegeben. Hierzu gehören die Modernisierung und die Erweiterung bestehender Fabriken. Intel will künftig größere Silizium-Wafer bei der Produktion einsetzen, wodurch mehr Chips auf einem Wafer untergebracht werden können.

Analysten hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass die Investitionsausgaben in 2013 leicht sinken werden, nachdem Intel in 2012 bereits rund 11 Mrd. Dollar investiert hatte. Intel überraschte jedoch nunmehr mit deutlich höheren geplanten Investitionsausgaben.

Analysten fürchten nunmehr, dass Intel auch noch in den nächsten Jahren kräftig investieren wird, bevor der Chiphersteller in 2016 die neue Produktionstechnik einsetzen kann. Während manche Analysten den Schachzug kritisieren, begrüßen andere Branchenexperten den mutigen Schritt des Chip-Herstellers, um die technologische Führerschaft zu bewahren.

Intel will Chips im 14-nm- und 10-nm Fertigungsverfahren produzieren
Die geplanten Investitionen sollen dazu führen, dass Intel in den nächsten zwei bis drei Jahren Chips im 14-Nanometer- bzw. 10-Nanometer-Herstellungsverfahren fertigen kann. Derzeit nutzen die neuesten Fabriken 300mm Wafer. Durch die neue Produktionstechnik soll die Wafer-Größe auf 450mm steigen, wodurch Intel mehr als doppelt so viele Chips aus einem Wafer herausschneiden könnte - damit würden enorme Kostenersparnisse einhergehen.

Die niedrigeren Kosten würden Intel auch in die Lage versetzen, mit günstigen Chips aus dem Hause ARM Holdings zu konkurrieren. Der britische Chiphersteller dominiert derzeit den Smartphone-Markt mit seinen kostengünstigen Chips.

Intel hat es bis dato nicht geschafft, in diesen Markt nennenswert Fuß zu fassen. Derzeit sind gerade einmal 10 Tablets und sieben Smartphones auf dem Markt, welche Intel-Chips nutzen. In populären Modellen (iPhone, iPad, Samsung Galaxy etc.), die sich gut verkaufen, sucht man dagegen vergeblich nach Intel-Chipsätzen.

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von rund 80 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch andere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Insgesamt operiert Intel heute aus neun Geschäftssegmenten heraus: PC Client Group, Data Center Group, Embedded and Communications Group, Digital Home Group, Ultra-Mobility Group, NAND Solutions Group, Wind River Software Group, Software and Services Group and Digital Health Group. Der größte Geschäftsbereich ist die PC Client Group, in der das Geschäft mit Desktop- und Netbook-Chips zusammengefasst ist. Der Geschäftsbereich beinhaltet unter anderem das Geschäft mit Core i7-, Core i5-, Core i3-Prozessoren.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. Im Jahr 2001 übernahm Intel den Modemspezialisten Xircom. Das Unternehmen ist inzwischen ein Teil von Intels Netzwerkaktivitäten und entwickelt neben Modemkarten für PCs auch Schnittstellen für drahtlose Übertragungstechniken.

Im Oktober 2000 kaufte Intel den US-Spezialisten Ziatech auf. Im Jahr 2003 beteiligte sich Intel an Japans DRAM-Hersteller Elpida. Gleichzeitig übernahm Intel den Spezialisten für optische Netzwerke West Bay Semiconductor. Im Jahr 2006 verkaufte Intel sein Media- und Signaling-Geschäft an Eicon Networks, gleichzeitig trennte man sich vom Mobilfunk- und Anwendungsprozessorgeschäft und gab diesen Bereich an Marvel ab. Auch die RFID-Einheit verkaufte Intel an den Spezialisten Impinj. Im Herbst 2008 verstärkte sich Intel durch die Übernahme des Ethernet-Spezialisten NetEffect sowie durch den Linux-Spezialisten OpenedHand. Gleichzeitig trennte sich Intel von seinem Geschäftsbereich Communication Rackmount Server. Im Mai 2009 stieg Intel mit fünf Prozent beim Halbleiterausrüster ASM International ein. Mitte 2009 schluckte Intel den Softwarespezialisten Wind River. Zudem übernahm Intel die Mobilfunkchipsparte des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon. Im Herbst 2010 kaufte Intel den Anti-Virusspezialisten McAfee. Anfang 2012 wurde zudem das Infiniband-Geschäft von Qlogic übernommen. Mitte 2012 kaufte Intel 15 Prozent der Anteile an ASML, zudem erwarb Intel rund 1.700 Patente und Patentanträge von InterDigital.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet Intel einen Umsatzrückgang um drei Prozent auf 13,5 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn schrumpfte dabei um 27 Prozent auf 2,47 Mrd. Dollar oder 48 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 3,36 Mrd. Dollar oder 64 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Dennoch konnte Intel mit den vorgelegten Zahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 13,53 Mrd. Dollar und mit einem Nettogewinn von 45 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Intel

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...