Intel nimmt Tablet-Markt und Wearables ins Visier

Atom-Nachfolger Edison vorgestellt

Montag, 20. Januar 2014 13:15
Intel Logo

(IT-Times) - Der Halbleitergigant Intel reagiert auf die Misere im schrumpfenden PC-Markt mit einem Personalabbau. Wie am Freitag bekannt wurde, wird der Chip-Gigant rund 5.000 Stellen bzw. fünf Prozent seiner Belegschaft in diesem Jahr abbauen. Intel will sich wachstumsstärkeren Bereichen wie etwa Tablet-Chips zuwenden und entsprechende Ressourcen verlagern.

Intel setzt auf Tablet-Chips
Für 2014 hat sich Intel (Nasdaq: INTC, WKN: 855681) das Ziel gesetzt, rund 40 Millionen Tablet-Chips zu verkaufen, nachdem der Halbeitergigant in 2013 zehn Mio. Tablet-Chips absetzen konnte. Intel tut sich nach wie vor schwer mit seinen Chips im Smartphone- und Tablet-Markt Fuß zu fassen, werden diese beiden Marktsegmente weitgehend von beiden Herstellern Apple und Samsung dominiert.

Die beiden führenden Tablet-Hersteller dürften in 2014 zwischen 80 bis 90 Mio. Tablets (Apple) bzw. zwischen 60 und 70 Mio. Tablet-Computer (Samsung) zur Auslieferung bringen, schätzen Industriebeobachter aus Taiwan, wie der Branchendienst DigiTimes berichtet. Während Apple in seinen Tablets auf eigenentwickelte Chips setzt, kommt zumindest im Samsung Galaxy Tab 3 ein Intel Atom Chips zum Einsatz. Ansonsten arbeiten in Android-basierten Tablets bislang jedenfalls ausschließlich ARM-basierte Prozessoren.

Marktbeobachter sehen Preisvorteile für Intel
Dies soll sich in den nächsten Jahren ändern. Jefferies Analyst Mark Lipacis ist zuversichtlich, dass Intel dies gelingen wird. Der Analyst verweist gegenüber Investors.com auf die Größen- und Kostenvorteile bei Transistoren, die sich Intel aufgrund moderner Produktionsverfahren im vierten Quartal 2014 haben dürfte. Lipacisc glaubt, dass sich Intel binnen 12 Monaten einen Preisvorteil gegenüber Taiwan Semiconductor bei Prozessoren von 50 Prozent verschaffen wird. In 36 Monaten könnte dieser Preisvorteil bereits auf 66 Prozent anwachsen, schätzt der Analyst.

Durch den Preisvorteil dürfte es Intel leichter fallen Markanteile im Tablet- und Smartphone-Bereich zu gewinnen, so das Fazit des Analysten.

Atom-Nachfolger Edison vorgestellt
Zudem präsentierte Intel im Rahmen der CES 2014 den Atom-Nachfolger Edison. Dabei handelt es sich um einen Linux-Computer der in etwa so groß ist wie eine SD-Speicherkarte. Der Mini-Chip unterstützt nicht nur Linux, sondern auch WiFi, Bluetooth LE und einen eigenen App Store. Ein integrierter Microcontroller ermöglicht zudem die Datenverarbeitung in Echtzeit.

Edison ist auch das erste Produkt, welches Intels neue Quark Mobile-Prozessortechnik nutzen wird. Quark-Chips sind nur ein Fünftel so groß wie seine Vorgänger aus der Atom-Prozessorreihe und benötigen auch nur ein Zehntel so viel Strom. Es gibt zwar noch keinen konkreten Release-Termin für Edison, jedoch soll der Chip ab Sommer 2014 für Entwickler zur Verfügung stehen. Der neue Mini-Chip soll insbesondere in Smartwatches und anderen „Wearables“ wie zum Beispiel Bluetooth-Headsets zum Einsatz kommen. Im Rahmen der CES präsentierte Intel dann auch gleich einen Prototyp seiner eigenen Smartwatch als Referenzplattform sowie das Bluetooth Headset „Jarvis“, mit dem der Chipgigant neue Märkte erschließen will.

Kurzportrait

Der Halbleitergigant Intel, ansässig in der kalifornischen Technologieschmiede Santa Clara, stieg in den 80er und 90er durch sein Bündnis mit dem Softwarehersteller Microsoft zum weltweit führenden Prozessorhersteller auf. Insgesamt wird Intel ein Marktanteil von rund 80 Prozent im Bereich PC-Chips zugeschrieben.

Neben Prozessoren entwickelt das Unternehmen aber auch Flashspeicher. Ferner bietet der Halbleiterhersteller auch andere Mikrochips an, welche im Zusammenhang mit Netzwerken und industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Der größte Geschäftsbereich ist die PC Client Group, in der das Geschäft mit Desktop- und Ultrabook-Chips zusammengefasst ist. Der Geschäftsbereich beinhaltet unter anderem das Geschäft mit Core i7-, Core i5-, Core i3-Prozessoren.

Der US-Computerhersteller Dell gehört mit zu den größten Kunden des Halbleitergiganten. Neben dem Kerngeschäft hält das Unternehmen auch zahlreiche Beteiligungen an anderen Technologieunternehmen. In den vergangenen Jahren verstärkte sich Intel durch zahlreiche Zukäufe.

Im Herbst 2008 kaufte Intel zum Beispiel den Ethernet-Spezialisten NetEffect sowie den Linux-Spezialisten OpenedHand. Gleichzeitig trennte sich Intel von seinem Geschäftsbereich Communication Rackmount Server.

Im Mai 2009 stieg Intel mit fünf Prozent beim Halbleiterausrüster ASM International ein. Mitte 2009 schluckte Intel den Softwarespezialisten Wind River. Zudem übernahm Intel die Mobilfunkchipsparte des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon. Im Herbst 2010 kaufte Intel den Anti-Virusspezialisten McAfee. Anfang 2012 wurde zudem das Infiniband-Geschäft von Qlogic übernommen. Mitte 2012 kaufte Intel 15 Prozent der Anteile an ASML, zudem erwarb Intel rund 1.700 Patente und Patentanträge von InterDigital. Anfang 2013 kaufte Intel in Lateinamerika zu und schluckte die ProFUSION-Comercio e Prestacao de Servicos. Zudem folgten in 2013 mit Mashery, Aepona und Omek Interactive sowie Fujitsu Semiconductor Wireless Products weitere Übernahmen.

Zahlen

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