Infosys sieht sich sinkenden Margen gegenüber

Montag, 13. Juli 2009 13:21
Infosys Unternehmenslogo

(IT-Times) - Indiens zweitgrößter IT-Spezialist Infosys Technologies (Nasdaq: INFY, WKN: 919668) konnte im jüngsten Quartal positiv überraschen. Zum einen lag der ausgewiesene Nettogewinn über den Erwartungen der Analysten, zum anderen revidierte Infosys seinen Umsatzausblick für das laufende Fiskaljahr 2010 leicht nach oben.

Noch im April hatten die Inder mit einem Umsatzrückgang von bis zu 6,7 Prozent und mit einem Gewinnrückgang um bis zu 15,1 Prozent gerechnet. Die neuen Prognosen sehen nur noch einen Rückgang von bis zu 4,6 Prozent beim Umsatz und einen Gewinnrückgang von bis zu 12,4 Prozent auf Dollar-Basis vor.

Personalkosten dürften weiter steigen
Trotz des IT-Großauftrags im Volumen von 450 Mio. US-Dollar durch den australischen Telekomkonzern Telstra, sind sich Marktbeobachter uneinig, ob Infosys zu einem neuerlichen Höhenflug ansetzen kann. Hintergrund sind steigende Kosten durch Kompensationen, Visa und weitere Neueinstellungen. So hat Infosys bereits angekündigt, weitere 100 Mitarbeiter in Australien anheuern zu wollen, um den jüngsten Großauftrag zu bewältigen.

Neben steigenden Personalkosten dürften sich auch die Wechselkursbewegungen negativ auf die Gewinnmargen auswirken. Steigt die indische Rupie gegenüber anderen Währungen wie dem US-Dollar, wirkt sich das negativ auf der Ergebnisseite aus. Daneben geht Infosys davon aus, dass auch die Steuerbelastung in der nahen Zukunft steigen dürfte. Analysten halten daher einen Rückgang der operativen Gewinnmarge von 30 Prozent in 2008, auf bis zu 23,6 Prozent in 2011 für möglich.

Kommt Infosys bei UBS zum Zug?
Andererseits zwingt gerade die aktuelle Wirtschaftskrise Unternehmen zum Sparen. Durch die Auslagerung von Geschäftsoperationen nach Indien lässt sich nach wie vor das Kostenniveau drücken. So denkt offenbar auch die Bank UBS darüber nach, ihre Back-Office-Division auszulagern bzw. zu verkaufen. Als Favorit für einen Zuschlag bei einem Verkauf gilt inzwischen Infosys, wie die Economic Times berichtet.

Zuvor wurde von indischen Medien berichtet, dass UBS die Auslagerung von 5.000 Jobs nach Indien anstrebt, was die Bank aber umgehend dementierte. Dennoch liegen weitere Auslagerungspläne großer Unternehmen in der Luft. Für Infosys wäre es wichtig, seine Kundenbasis zu erweitern, zumal der Großkunde British Telecom nur noch für 4,5 Prozent der Umsätze verantwortlich zeichnet, während die Britten im Vorjahr noch über zehn Prozent der Infosys-Erlöse beisteuerten…

Kurzportrait

Der im Jahre 1981 gegründete und im indischen Bangalore ansässige IT-Servicedienstleister Infosys Technologies bietet eine breite Produktpalette an Outsourcing- und Software-Services an. IT-Beratung (Infosys Consulting), Software-Engeneering, Implementierung und das Programmieren ganzer Anwendungen im Kundenauftrag gehören zum Produktportfolio des indischen IT-Servicespezialisten. Auch BPO-Services werden über die Einheit Infosys BPO angeboten.

Um die Projekte und die professionelle Betreuung seiner Firmenkunden sicherstellen zu können, betreibt Infosys nicht nur eine Reihe von Entwicklungszentren in Indien, sondern auch im Ausland. So ist das Unternehmen mit sechs Entwicklungszentren in den USA, sowie zwei weiteren Entwicklungszentren in England, drei in Australien und mit einem Entwicklungszentrum in Japan präsent. Auch in China will Infosys sein Personal deutlich aufstocken. Gleichzeitig betreibt Infosys noch weitere 19 Offshore-Entwicklungszentren, davon 18 in indischen Städten und eines in Toronto.

Seine IT-Servicedienstleistungen erbringt Infosys unter anderem auch über seine Tochterfirmen Progeon Limited, Infosys Technologies Australia, Infosys China und seit 2004 auch in den USA über die Tochter Infosys Consulting. Im Frühjahr 2006 kaufte Infosys die restlichen Anteile an der Tochter Progeon f von der Citicorp. Mit der Tochter Infosys Technologies S. De RL De CV ist InfoSys seit 2007 auch in Mexiko präsent. Mitte 2007 übernahm man zudem die Einheit Philips Services Delivery Center und die zugehörigen Niederlassungen in Indien, Polen und Thailand. Im August 2008 verstärkte man sich durch die Übernahme des britischen IT-Spezialisten Axon.

Darüber hinaus entwickelt Infosys insbesondere Software-Produkte für die Finanzwirtschaft. Die Produkte FinacleCore Banking, Finacle eChannels, Finacle eCorporate, Finacle CRM und Finacle Treasury sind vollständig Web-basiert und zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Banken zugeschnitten. Infosys gilt dann auch als eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen im US-Finanzservicemarkt.

Zu den Kunden des IT-Dienstleisters zählen unter anderem Industriegrößen wie British Telecom, Bank of America, Boeing, Cisco Systems, Goldman Sachs, Dell oder Toshiba. Den Großteil seiner Umsätze erzielt Infosys in Nordamerika. In Europa wurden zuletzt mehr als 25 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Der Bereich Financial-Services trug zuletzt mehr als 35 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2009 meldet Infosys einen Umsatzrückgang auf 1,12 Mrd. US-Dollar. Verglichen mit dem Vorjahresumsatz von 1,16 Mrd. Dollar entspricht dies einem leichten Rückgang um knapp drei Prozent. Ausbauen konnte Infosys dagegen die Ergebnisseite.

So belief sich das Bruttoergebnis für das Ende Juni geendete auf 479 Mio. Dollar. Dies -entspricht einem Anstieg um 4,6 Prozent nach einem Bruttoergebnis von 458 Mio. Dollar im Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Infosys

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