Infineon stärkt Position bei Leistungshalbleitern

Power-Management-Chips: Infineon holt sich Verstärkung

Montag, 25. August 2014 13:53
Infineon Technologies

(IT-Times) - Der Münchner Chiphersteller Infineon Technologies AG hat sich nach langer Zeit aus der Deckung gewagt und einen Milliardenzukauf getätigt. Mit 2,25 Mrd. Euro zahlt Infineon zwar einen hohen Preis für den amerikanischen Halbleiterspezialisten International Rectifier Corporation, doch Analysten bewerten den Zukauf insgesamt positiv.

Bei der Übernahme geht es vor allem um den Markt für Leistungshalbleiter und Energiemanagement-Chips. Infineon gilt in diesem 20 Mrd. US-Dollar schweren Markt mit einem Marktanteil von 11 Prozent nach Angaben der Marktforscher von IHS als die Nummer eins im Markt, International Rectifier schreiben die IHS-Analysten einen Marktanteil von vier Prozent zu.

Infineon hofft auf Synergieeffekte und höhere Gewinnmargen
Jedoch geht es bei dieser Akquisition nicht nur um Marktanteile. Bei Infineon (WKN: 623100) hofft man durch die Übernahme, die Anfang 2015 abgeschlossen werden soll, vor allem auf Synergieeffekte und den Ausbau der eigenen Präsenz in den USA. Infineon-Finanzchef Dominik Asam wollte zwar noch keine konkreten Zahlen nennen, was das Einsparungspotenzial betrifft, doch fest steht, dass bei International Rectifier Stellen abgebaut werden.

In diesem Zusammenhang soll die Gewinnmarge von International Rectifier von derzeit nur acht Prozent, auf 15 Prozent binnen zwei Jahren gehoben werden. Zudem weist Asam daraufhin, dass die Verwaltungskosten derzeit noch vier Prozent höher sind als im Vergleich zu Infineon.

International Rectifier ist bereits profitabel
International Rectifier hatte zwar in den vergangenen Jahren mit Verlusten zu kämpfen, doch inzwischen gilt der Power-Management-Spezialist als saniert. Im jüngsten Quartal meldete das Unternehmen einen Quartalsumsatz von 270 Mio. Dollar bei einem Nettogewinn von 19,7 Mio. Dollar. Analysten erwarten bei Rectifier im nachfolgenden Jahr 2015 einen Jahresumsatz von 1,34 Mrd. US-Dollar sowie einen Nettogewinn von 1,72 Dollar je Aktie. Damit dürfte sich die Akquisition unmittelbar nach Abschluss der Übernahme sofort positiv auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung bei Infineon auswirken.

Produktionsverlagerung soll Fabrikauslastung heben
Darüber hinaus hat der Zukauf für Infineon noch einen weiteren Vorteil. In Dresden besitzt Infineon eine sehr moderne 300-Millimeter-Fabrik, die größere Siliziumscheiben verarbeiten kann. Infineon plant Fertigungskapazitäten zu verlagern, um die bestehenden Fabriken besser auszulasten, deutet Infineon-Finanzchef Asam an.

Unter dem Strich dürfte sich die Übernahme von International Rectifier für Infineon auf lange Sicht auszahlen, auch wenn die Akquisition auf den ersten Blick etwas teuer erscheint.

Kurzportrait

Die in München ansässige Halbleiterhersteller Infineon Technologies wurde im Jahre 1999 aus der Siemens-Unternehmensfamilie ausgegliedert. Heute ist Infineon der weltweit zweitgrößte Chiphersteller für die Automobilindustrie. Das Unternehmen steuert seine Aktivitäten in den USA aus dem kalifornischen Milpitas, im asiatisch-pazifischen Raum aus Singapur und in Japan aus Tokio.

Daneben entwickelt Infineon aber auch Sensoren, Microcontroller und integrierte Schaltkreise (ICs) für den Unterhaltungselektronikbereich. Nach der Abspaltung von Qimonda und dem Verkauf der Mobilfunkchipsparte will sich Infineon vor allem auf drei Bereiche konzentrieren: Automotive, Industrie und Chipkarten & Sicherheit. Heute erwirtschaftet Infineon etwa 50 Prozent seiner Erlöse in Asien.

Der Bereich Automotive entwickelt, produziert und vertreibt innovative Halbleiterlösungen für den Automobilbereich (Motor- und Beleuchtungssteuerung, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage usw.). Das Produktportfolio im Bereich Industrial Power Control (IPC) deckt das Geschäft im Bereich Antriebselektronik und Erneuerbare Energien ab. Dieses Angebot umfasst Chiplösungen für Maschinen, Lokomotiven und Komponenten für die Energieerzeugung in Solar- und Windkraftanlagen.

Im Bereich Power Management & Multimarket (PMM) ist das Geschäft mit Halbleitern für die energieeffiziente Stromversorgung, aber auch für Hochfrequenz-Anwendungen zusammengefasst. Darunter fallen Chips für Fernseher, Spielkonsolen, PCs und mobile Endgeräte und Server.

Mitte 2010 verkaufte Infineon seine Mobilfunkchipsparte an Intel. Mitte 2014 schluckte Infineon den US-Chipspezialisten International Rectifier Corporation.

Die ehemalige Konzernmutter Siemens ist nach wie vor einer der größten Kunden Infineons, zu den weiteren Kunden gehören BMW, Bosch, Schlumberger, Scientific-Atlanta und Sony.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Infineon Technologies

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