Infineon: Quo vadis Cash-Flow - Wird ohne Qimonda alles besser?

Freitag, 25. September 2009 18:30
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MÜNCHEN (IT-Times) - Die hohen Abschreibungen im Rahmen der Qimonda-Pleite hatten mit dafür gesorgt, dass der Chiphersteller Infineon Technologies AG (WKN: 623100) im März dieses Jahres aus dem deutschen Leitindex Dax flog. Nun ist Qimonda zerschlagen und Infineon seit Anfang der Woche wieder im Dax vertreten. Geht es dem Unternehmen deshalb wirklich besser? Ein Grund, sich die Zahlen des Münchner Halbleiter-Konzerns einmal genauer anzusehen.

Die Segmente

Konzentrieren will sich Infineon laut aktuell kommunizierter Strategie in Zukunft auf die beiden Geschäftsfelder Automobil-, Industrieelektronik & Multimarket (AIM) sowie Communication Solutions (COM). Beide Bereiche werden bereits nahezu ausschließlich in der Segmentberichterstattung beachtet. Jeweils langfristiges Ziel: Eine führende Position auf dem Weltmarkt. Der erstere Bereich arbeitet bei einem Umsatz von 2,96 Mrd. Euro sogar gewinnbringend (EBIT: 315 Mio. Euro). Der Bereich COM hingegen seit 2004 nicht. Dieser verzeichnete 2008 bei 1,36 Mrd. Euro Umsatz ein EBIT von minus 73 Mio. Euro, scheint jedoch auf dem richtigen Weg, wurde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern doch seit 2005 (minus 295 Mio. Euro) stetig verbessert. Doch zunächst zu den Konzernzahlen:

Die Zahlen

Umgesetzt hat Infineon im Geschäftsjahr 2008 4,32 Mrd. Euro und damit gut sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zu 2006 entspricht dies jedoch einem Rückgang um 46 Prozent. Netto verlor Infineon 2008 3,12 Mrd. Euro, wobei ein Großteil des Verlustes aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen stammt - Qimonda lässt grüßen. Operativ blieben die Münchner jedoch auch ohne Qimonda nicht in den schwarzen Zahlen: Das Nachsteuerergebnis der fortgeführten Bereiche lag bei minus 135 Mio. Euro nach minus 37 Mio. Euro in 2007. Ähnlich lag es beim Cash-Flow. So trug der Free Cash-Flow in den vergangenen vier Jahren immer die Farbe Rot und bezifferte sich 2008 auf minus 112 Mio. Euro. Trotz positivem Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (2008: 535 Mio. Euro) war damit für neue Investitionen kein Geld übrig, was gerade in der Chipbranche ein brachiales Ausschlusskriterium von den sehr nahen Zukunftsmärkten sein kann. Übrig bleibt da nur noch eine Kapitalerhöhung bzw. eine Erhöhung der Schuldenlast, will man da den Anschluss nicht verlieren.

Meldung gespeichert unter: Infineon Technologies

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