IBM will Krise als Chance nutzen

Freitag, 10. Oktober 2008 12:41
IBM Unternehmenslogo

(IT-Times) Mit der vorgezogenen Pressekonferenz im Bezug auf die Zahlen des dritten Quartals, wollte der amerikanische IT-Servicespezialist IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) die Märkte beruhigen und seinen Aktienkurs stabilisieren. Immerhin fielen die Gewinne im dritten Quartal leicht über den Erwartungen aus. Gleichzeitig bekräftigte IBM seinen Gewinnausblick für das laufende Jahr.

IT-Branche muss mit niedrigerem Wachstum rechnen
Doch ganz wollen die Märkte IBM den positiven Zwischenbericht nicht abnehmen. Schließlich seien die Auswirkungen auf die IT-Branche jetzt noch gar nicht absehbar. Das Misstrauen scheint nicht unbegründet, blickt man auf die aktuellen Zahlen des direkten Wettbewerbs Infosys. Indiens zweitgrößter IT-Spezialist kassierte seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Fiskaljahr 2009, welches im März endet. Der Umsatz werde nur um 13,1 bis 15,2 Prozent wachsen, nachdem man im Juli noch ein Plus von 19 bis 21 Prozent in Aussicht gestellt hatte.

Diese Prognose trifft auch IBM. Der IT-Spezialist hatte darauf hofft, durch seine starke Präsenz in Indien - IBM ist mittlerweile der größte ausländische Arbeitgeber in Indien - und durch sein Geschäft in Schwellenmärkten relativ glimpflich durch die aktuelle Krise zu kommen. Zwar werden Firmen weiterhin Geschäftsbereiche nach Übersee auslagern, doch auch hier nimmt die Konkurrenz um neue Mitarbeiter zu. Die Löhne in Indien stiegen in den letzten Jahren stark an, gleichzeitig haben viele große Konzerne bereits ihre Backoffice-Aufgaben ausgelagert, so dass der Kampf um Neuaufträge keinesfalls leichter wird.

Schon sehen sich erste IT-Dienstleister wie Infosys nach günstigeren Produktionsstandorten um. Vor allem Bangladesh gilt bei den Indern als möglicher Produktionsstandort, um Softwareentwicklung und andere Verwaltungsaufgaben zu bewältigen.

IBM will 4,0 Mrd. Dollar durch Anleihen aufnehmen
IBM setzt hingegen weiter auf den Standort Indien. Mehrere Milliarden US-Dollar will IBM in den nächsten Jahren noch in Indien investieren. Um diese Investitionen zu stemmen, will das Unternehmen an den Kapitalmarkt herantreten und Bonds im Volumen von insgesamt 4,0 Mrd. US-Dollar ausgeben, um neue Mittel aufzunehmen. Sollte IBM die Platzierung gelingen, könnte das Unternehmen seine Kapitalbasis stärken und zugleich die Krise für ausgesuchte Zukäufe zum günstigen Einstiegspreis nutzen.

Durch die abwartende Haltung könnte Big Blue gestärkt aus den aktuellen Turbulenzen hervorgehen und Wettbewerber wie das Duo HP/EDS weiter abhängen, denn im Gegensatz zu HP/EDS drohen IBM bislang keine großen Abschreibungen auf Goodwill-Vermögenswerte in der Bilanz…

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkserver, sowie Halbleiter an.

Insgesamt operiert IBM von vier Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Services bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind Systems and Technology Group, sowie das Softwaresegment als auch die Einheit Global Financing. Der PC-Bereich wurde zuletzt an die chinesische Lenovo Group für 1,75 Mrd. Dollar verkauft.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Diesen Bereich verstärkte der Computerkonzern im Jahr 2002 mit der Übernahme der Serviceeinheit von PricewaterhouseCoopers. Später kaufte IBM die IT-Einheit des Ölkonzerns Schlumberger. Im Jahr 2004 übernahm IBM unter anderem die dänischen IT-Spezialisten Maersk Data und DMdata. Auch die kanadische Systemcorp wurde von IBM übernommen. Daneben wurden im Jahr 2005 mit dem Softwareanbieter Isogon, dem Spezialisten PureEdge Technologies, dem Softwareintegrator DWL und dem Sicherheitsspezialisten DataPower weitere Firmen hinzugekauft. Ende 2005 verstärkte sich IBM durch die Übernahme des Softwarespezialisten Micromuse. Zuvor wurde die Softwarefirma Bowstreet aufgekauft. Im Jahr 2006 verstärkte sich IBM dann im Softwarebereich durch die Übernahme von Webify, sowie MRO Software und FileNet. Im Spätsommer 2006 wurde der Netzwerksicherheitsspezialist Internet Security Systems sowie die Softwarefirma Vallent übernommen. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions und ILOG weitere Zukäufe.

Mit seinem Datenbanksystem DB2, sowie durch sein Serverangebot WebSphere ist IBM auch im Server- und Softwaregeschäft eine feste Größe. Über seine 100%ige Tochter Lotus Development bietet das Unternehmen eine Reihe weiterer Softwarewerkzeuge für Desktopsysteme an. Über die Tochter Tivoli Systems vertreibt IBM Netzwerk- und Management Software.

Zahlen

Nach vorläufigen Zahlen konnte IBM im Septemberquartal einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 25,3 Mrd. Dollar verbuchen. Ausgenommen etwaiger Währungsverschiebungen ergibt sich nach IBM-Angaben ein Umsatzanstieg von zwei Prozent.

Meldung gespeichert unter: International Business Machines (IBM)

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