IBM - warten auf den Turnaround

IT-Servicedienstleister kämpft mit sinkenden Einnahmen

Freitag, 23. Januar 2015 13:56
IBM Unternehmenslogo

(IT-Times) - IBM war zwar auch in 2014 wieder der Patent-Weltmeister, in Sachen Wachstum hat dies dem Technologiekonzern aber zuletzt nicht geholfen. IBM hat im elften Quartal infolge einen Umsatzrückgang ausweisen müssen. Auch für das laufende Jahr 2015 rechnen Analysten mit weiter sinkenden Einnahmen.

IBM CIO Bernard Meyerson sieht IBM in einer Übergangsphase. Ähnlich wie auch SAP, leidet Big Blue unter dem Strukturwandel in der Industrie. Kunden verlagern zunehmend IT-Infrastrukturen und Aufgaben in die Cloud. Das Geschäft mit Mietsoftware explodierte in den letzten Jahren und dürfte auch in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Bei IBM kletterte der Cloud-Umsatz in 2014 um 60 Prozent auf 7,0 Mrd. Dollar. Das Cloud-Geschäft steuerte damit etwa 7,5 Prozent zum IBM-Gesamtumsatz bei.

Cloud-Wechsel und starker US-Dollar machen IBM zu schaffen
IBMs (NYSE: IBM, WKN: 851399) Hauptproblem: Zwar wächst das Cloud-Geschäft in einem beeindruckenden Tempo, jedoch verliert das Unternehmen derzeit noch schneller Umsätze im traditionellen Hardware-, Software- und Beratungsgeschäft - dies erklärt den Umsatzrückgang in den letzten Quartalen.

Auch der starke US-Dollar belastet zunehmend das Geschäft von IBM. Vor allem in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) tat sich IBM zuletzt schwer. Das Geschäft mit Schwellenländern fiel im vierten Quartal 2014 um 21 Prozent. Rechnet man die Wechselkursverschiebungen heraus, ergibt sich immer noch ein Umsatzrückgang von acht Prozent in diesem Bereich.

Lichtblick: Cloud, Analytics, Mobile, Social und Security
Doch es gibt auch Lichtblicke. Das Geschäft mit neuen Lösungen im Bereich Cloud-, Big Data Analytics-, Mobile-, Social- und Security-Anwendungen wuchs im Jahr 2014 um 16 Prozent auf 25 Mrd. Dollar und steuerte damit 27 Prozent zum IBM-Umsatz bei.

Das traditionelle IT-Servicegeschäft scheint sich zu stabilisieren. Die neuen Service-Aufträge kletterten im Schlussquartal um 13 Prozent, der Auftragsbestand im Servicebereich blieb mit 128 Mrd. Dollar stabil.

Fazit: Kein Grund zur Panik
Obwohl IBM im Jahr 2015 sein ursprüngliches Gewinnziel (20 Dollar je Aktie) deutlich verfehlen wird, gibt es keinen Grund zur Panik. Das Jahr 2015 wird für IBM ein Übergangsjahr werden, das von Investitionen und voraussichtlich einem weiteren Umbau geprägt sein wird.

Es wäre keine wirkliche Überraschung mehr, wenn IBM ein größeres Umstrukturierungsprogramm bekannt gibt und einen Teil seiner 430.000 Arbeitsplätze abbaut, um den IT-Giganten auf den Strukturwandel vorzubereiten.

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit.

Insgesamt operiert IBM von fünf Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Technology Services (GTS) bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind die Global Business Services (GBS), sowie das Softwaresegment, Systems and Technology, als auch die Einheit Global Financing.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Auch das Geschäft mit Machine Learning und Artificial Intelligence (AI) Lösungen rund um die Einheit Watson soll künftig weiter forciert werden.

In den Jahren 2004 bis 2006 kaufte IBM eine ganze Reihe von Software- und IT-Firmen auf. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions, ILOG und Transitive Corporation weitere Übernahmen.

Ende 2010 kaufte IBM mit Clarity Systems, Blade Network Technologies und mit Netezza Corp weiter Firmen hinzu. In 2012 wurde der Softwarespezialist Butterfly Software und der Halbleiterspezialist Texas Memory Systems aufgekauft. In 2013 setzte IBM seine Einkaufstour weiter fort und kaufte neben den Cloud-Spezialisten SoftLayer mit CSL International, Trusteer, Daeja Image Systems und Xtify weitere Unternehmen. In 2014 wurde mit Cognea ein Spezialist für künstliche Intelligenz aufgekauft. Im Herbst 2014 trennte sich IBM von seiner Chip-Produktion und verkaufte dieses Geschäft an GlobalFoundries, nachdem das x86 Server-Geschäft an Lenovo verkauft wurde.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: IT-Outsourcing

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