IBM schwächelt in den USA

Donnerstag, 19. April 2007 00:00

(IT-Times) Zwar konnte IBM (NYSE: IBM<IBM.NYS>, WKN: 851399<IBM.FSE>) im jüngsten Quartal die Erwartungen der Märkte weitgehend erfüllen, doch die Schwäche in den USA trieb Investoren doch einige Sorgenfalten auf die Stirn.

Nach IBM-Angaben entwickelte sich vor allem das Firmenkundengeschäft in den USA im März deutlich schwächer, während das Geschäft sich in Europa verbesserte und man in Asien ein sehr starkes Wachstum verbuchte. Auch das Deutschland-Geschäft präsentierte sich mit einem Plus von zehn Prozent wieder erstarkt.

Wachstumstreiber waren aber einmal mehr die Länder China, Indien, Brasilien und Russland, wo das Geschäft zusammen um 21 Prozent zulegte. An der Spitze standen dabei die Märkte in China und Indien, wo IBM 30 bzw. 24 Prozent zulegen konnte. Im Hinblick auf das zuletzt schwächelnde US-Geschäft erwartet IBM-Finanzchef Mark Loughridge wieder Verbesserungen im laufenden zweiten Quartal.

IBM sieht sich als SOA-Marktführer

Während der Geschäftsbereich Global Business Services ein Plus von neun Prozent verzeichnete, wuchs das Softwaregeschäft abermals am stärksten. Hier verzeichnete IBM ein Plus von 17 Prozent, wobei vor allem das Middleware-Geschäft nach IBM-Angaben der Wachstumstreiber war. Die WebSphere-Produktfamilie verbuchte ein Wachstum von 14 Prozent und unterstrich damit die Wachstumschancen, die der Bereich Service Oriented-Architecture (SOA) mit sich bringt. IBM sieht sich damit als Marktführer im SOA-Bereich, wobei man eigenen Angaben zufolge Marktanteile mit seiner Marke WebSphere gewonnen hat.

IBM bleibt auf Einkaufstour

Daneben hat man sich auch im Softwarebereich wieder verstärkt, dem Geschäftsbereich, der zuletzt mit am stärksten wuchs. Insgesamt 200 Mio. US-Dollar gab IBM in den vergangenen Monaten aus, um die Stellung seiner Tivoli Softwareeinheit durch die Übernahme der Softwarefirmen Vallent, Consul und Softek zu verbessern.

Während sich das organische Wachstum IBMs zu verlangsamen scheint, haben nicht zuletzt die jüngsten Zukäufe dafür gesorgt, dass man im Bereich Information Management stark zulegen konnte. Nach IBM-Angaben generierten die jüngsten Zukäufe mehr als die Hälfte des Wachstums im Middleware-Geschäft.

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen belegt im Softwaresegment den zweiten Platz hinter dem Redmonder Softwarekonzern Microsoft. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkserver, sowie Halbleiter an.

Insgesamt operiert IBM von vier Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Services bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind Systems and Technology Group, sowie das Softwaresegment als auch die Einheit Global Financing. Der PC-Bereich wurde zuletzt an die chinesische Lenovo Group für 1,75 Mrd. Dollar verkauft.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Diesen Bereich verstärkte der Computerkonzern im Jahr 2002 mit der Übernahme der Serviceeinheit von PricewaterhouseCoopers. Später kaufte IBM die IT-Einheit des Ölkonzerns Schlumberger. Im Jahr 2004 übernahm IBM unter anderem die dänischen IT-Spezialisten Maersk Data und DMdata. Auch die kanadische Systemcorp wurde von IBM übernommen. Daneben wurden im Jahr 2005 mit dem Softwareanbieter Isogon, dem Spezialisten PureEdge Technologies, dem Softwareintegrator DWL und dem Sicherheitsspezialisten DataPower weitere Firmen hinzugekauft. Ende 2005 verstärkte sich IBM durch die Übernahme des Softwarespezialisten Micromuse. Zuvor wurde die Softwarefirma Bowstreet aufgekauft. Im Jahr 2006 verstärkte sich IBM dann im Softwarebereich durch die Übernahme von Webify, sowie MRO Software und FileNet. Im Spätsommer 2006 wurde der Netzwerksicherheitsspezialist Internet Security Systems sowie die Softwarefirma Vallent übernommen. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte den Spezialisten Softek Sotarge Solutions Corp.

Mit seinem Datenbanksystem DB2, sowie durch sein Serverangebot WebSphere ist IBM auch im Server- und Softwaregeschäft eine feste Größe. Über seine 100%ige Tochter Lotus Development bietet das Unternehmen eine Reihe weiterer Softwarewerkzeuge für Desktopsysteme an. Über die Tochter Tivoli Systems vertreibt IBM Netzwerk- und Management Software.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal berichtet IBM von einem Umsatzanstieg auf 22,0 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn kletterte auf 1,84 Mrd. Dollar oder 1,21 Dollar je Aktie, nach einem Plus von 1,71 Mrd. Dollar oder 1,08 Dollar je Aktie im Jahr vorher. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 2,0 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,21 Dollar je Aktie kalkuliert.

IBM-Finanzchef Mark Loughridge bezeichnete das Quartal als solide. Allerdings profitierte IBM im jüngsten Quartal unter anderem von der Dollar-Schwäche. Ausgenommen etwaiger Währungsverschiebungen hätten die Erlöse nur um vier Prozent zugelegt.

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