IBM profitiert vom Cloud Computing Boom - Gewinn von 20 Dollar je Aktie fest im Visier

Mittwoch, 20. Juli 2011 13:22
International Business Machines (IBM)

(IT-Times) - Der weltweit führende IT-Servicedienstleister IBM kommt seinem langfristigen Gewinnziel immer näher. Im Jahr 2015 will das Unternehmen einen operativen Gewinn von 20 Dollar je Aktie erzielen. Im laufenden Jahr soll ein großer Schritt getan werden, um dieses Ziel zu erreichen. Big Blue strebt dabei einen Profit von mindestens 13,25 Dollar je Aktie an.

Erreicht werden soll dies durch Investitionen in neue Technologien wie Cloud Computing, Virtualisierungstechnologien und Hardware. IBMs Produktangebot im Bereich Cloud Computing umfasst viele Einzellösungen wie Websphere (Middleware) oder die Management-Software Tivoli. Nachdem mehr und mehr Firmen auf Cloud-basierte Architekturen umsteigen und aufrüsten steigt auch die Nachfrage nach diesen Produkten.

Middleware-Geschäft rund um Websphere boomt
So verwundert es wenig, dass IBMs Websphere Middleware-Geschäft um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr anzog. Das Tivoli-Management-Geschäft kletterte immerhin um neun Prozent. Noch besser lief das Geschäft mit Mainframe-Rechnern. Hier verzeichnete IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) ein Plus von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem immer mehr Unternehmen auf high-end Produkte setzen.

Diese sind inzwischen nicht nur für wissenschaftliche Einrichtungen interessant geworden, um hohe Datenmengen zu verarbeiten, sondern auch immer mehr Firmen finden an solchen Lösungen gefallen, lassen sich so Server-Farmen konsolidieren und virtuelle Maschinen aufsetzen, was auf lange Sicht Platz und Geld spart.

Passender weise präsentierte IBM in der Vorwoche seinen neuen zEnterprise Server für den Mittelklasse-Bereich. Dieser ist dazu in der Lage, Workloads von bis zu 300 konkurrierenden Servern zu konsolidieren, so IBM Finanzchef Mark Loughridge. Im Jahr 2015 dürfte das Cloud Computing Geschäft rund sieben Mrd. Dollar zum IBM-Gesamtumsatz beisteuern, das Geschäft mit der Analyse von Geschäftsdaten (Business Intelligence) rund 16 Mrd. Dollar, so die Planungen bei IBM.

Diese Ziele sind nicht unrealistisch, gehen die Marktforscher aus dem Hause Gartner davon aus, dass das Geschäft mit Cloud Computing Services im Jahr 2014 bereits ein Volumen von 148,8 Mrd. Dollar erreichen soll.

IT-Servicegeschäft weiter solide
Daneben gab sich IBM auch im Kerngeschäft keine Blöße. Das IT-Servicegeschäft legte um zehn Prozent auf 15,1 Mrd. Dollar zu, wobei sich der Auftragsbestand bei IT-Servicekontrakten auf 144 Mrd. Dollar summierte. Insgesamt konnte IBM im jüngsten Quartal 14,3 Mrd. Dollar an neuen IT-Aufträgen unter Dach und Fach bringen - Analysten hatten nur mit neuen IT-Kontrakten in Höhe von 12,8 Mrd. Dollar gerechnet.

Argus Research Analyst James Kelleher bringt es auf den Punkt. IBM hat 20 Jahre investiert, um sein Geschäftsmodell so zu strukturieren, wodurch das Unternehmen heute für die zweite Phase des IT-Zykluses optimal gerüstet ist, in der insbesondere Services, Lösungen und Software zählen...

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkserver, sowie Halbleiter an.

Insgesamt operiert IBM von fünf Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Technology Services (GTS) bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind die Global Business Services (GBS), sowie das Softwaresegment, System and Technology, als auch die Einheit Global Financing. Der PC-Bereich wurde dagegen an die chinesische Lenovo Group für 1,75 Mrd. Dollar verkauft.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Diesen Bereich verstärkte der Computerkonzern im Jahr 2002 mit der Übernahme der Serviceeinheit von PricewaterhouseCoopers. Später kaufte IBM die IT-Einheit des Ölkonzerns Schlumberger. Im Jahr 2004 übernahm IBM unter anderem die dänischen IT-Spezialisten Maersk Data und DMdata. Daneben wurden im Jahr 2005 mit dem Softwareanbieter Isogon, dem Spezialisten PureEdge Technologies, dem Softwareintegrator DWL und dem Sicherheitsspezialisten DataPower weitere Firmen hinzugekauft. Ende 2005 verstärkte sich IBM durch die Übernahme des Softwarespezialisten Micromuse. Im Jahr 2006 verstärkte sich IBM dann im Softwarebereich durch die Übernahme von Webify, sowie MRO Software und FileNet. Im Spätsommer 2006 wurde der Netzwerksicherheitsspezialist Internet Security Systems sowie die Softwarefirma Vallent übernommen. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions, ILOG und Transitive Corporation weitere Übernahmen. Zuletzt verstärkte sich IBM mit einer Reihe kleinerer Zukäufe. So wurden unter anderem SPSS, RedPill Solutions sowie Big Fix, Coremetrics, Sterling Commerce, Cast Iron Systems, National Interest Security Company, Initiate und Intelliden übernommen. Im Gegenzug trennte sich IBM von seinem Sales- und Client-Support-Geschäft. Ende 2010 kaufte IBM mit Clarity Systems, Blade Network Technologies und mit Netezza Corp weiter Firmen hinzu. In 2011 setzte IBM seine Einkaufstour weiter fort und kaufte unter anderem den Spezialisten TRIRIGA.

Mit seinem Datenbanksystem DB2, sowie durch sein Serverangebot WebSphere ist IBM auch im Server- und Softwaregeschäft eine feste Größe. Über seine 100%ige Tochter Lotus Development bietet das Unternehmen eine Reihe weiterer Softwarewerkzeuge für Desktopsysteme an. Über die Tochter Tivoli Systems vertreibt IBM Netzwerk- und Management Software.

Zahlen

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