IBM gibt der Branche Hoffnung - Outsourcing weiter im Trend

Donnerstag, 22. Januar 2009 13:04
IBM Unternehmenslogo

(IT-Times) Mit einem kräftigen Kursplus von 11,5 Prozent gingen die Aktien des IT-Servicespezialisten IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) am Vortag aus dem Handel. Dem IT-Konzern war es gelungen, trotz Wirtschafts- und Finanzkrise seine Gewinne nochmals um 12 Prozent auf 4,4 Mrd. Dollar zu steigern.

Marktbeobachter führen diese Entwicklung zum Teil auf die lange Laufzeit der IT-Serviceverträge zurück, die sich meist auf einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrecken. So konnte IBM auch am Vortag einen langjährigen Vertragsabschluss mit der Bank BNP Paribas melden, wonach IBM im Rahmen eines 6-Jahresvertrags das gesamte IT-Management der italienischen BNP-Tochter Banca Nazionale del Lavoro (BNL) übernehmen wird. Das Vertragsvolumen wird mit 318 Mio. Euro angegeben.

Insgesamt scheint das Auftragsvolumen für 2009 gesichert. So konnte IBM allein im schwierigen vierten Quartal neue Serviceverträge im Volumen von 17,2 Mrd. Dollar unter Dach und Fach bringen. Dabei wurden 24 IT-Verträge im Volumen von mehr als 100 Mio. Dollar unterzeichnet.

So gibt sich IBM zuversichtlich, den Gewinn im laufenden Jahr nochmals leicht auf mindestens 9,20 Dollar je Aktie zu steigern und überraschte damit selbst Optimisten. Diese Zielvorgabe scheint auch realistisch, da IBM zuletzt über ein effektives Kosten-Management verfügte und bislang noch keinen Gebrauch von umfangreichen Stellenkürzungen gemacht hat, um seine Kosten weiter zu drücken.

Satyam und Wipro spielen IBM in die Hände
Daneben profitiert IBM auch von einem weiter steigenden Druck auf Firmen, ihre Kosten im Zuge der Wirtschaftskrise durch Outsourcing zu senken. Gerade hier spielt die aktuelle Situation IBM in die Hände. Nachdem indische Rivalen wie Satyam Computer (Bilanzbetrug) und Wipro (Sanktionen der Weltbank) derzeit mit einem nicht unerheblichen Image-Schaden kämpfen, steht IBM insbesondere bei nordamerikanischen und europäischen Kunden als Saubermann mit reiner Weste da.

Die Probleme der Inder könnten IBM im laufenden Jahr zu einem zusätzlichen Auftragsschub verhelfen, womit das mittelfristige IBM-Ziel von einem Jahresgewinn in Höhe von 10,0 bis 11,0 Dollar je Aktie in greifbare Nähe rückt…

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkserver, sowie Halbleiter an.

Insgesamt operiert IBM von vier Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Services bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind Systems and Technology Group, sowie das Softwaresegment als auch die Einheit Global Financing. Der PC-Bereich wurde zuletzt an die chinesische Lenovo Group für 1,75 Mrd. Dollar verkauft.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Diesen Bereich verstärkte der Computerkonzern im Jahr 2002 mit der Übernahme der Serviceeinheit von PricewaterhouseCoopers. Später kaufte IBM die IT-Einheit des Ölkonzerns Schlumberger. Im Jahr 2004 übernahm IBM unter anderem die dänischen IT-Spezialisten Maersk Data und DMdata. Auch die kanadische Systemcorp wurde von IBM übernommen. Daneben wurden im Jahr 2005 mit dem Softwareanbieter Isogon, dem Spezialisten PureEdge Technologies, dem Softwareintegrator DWL und dem Sicherheitsspezialisten DataPower weitere Firmen hinzugekauft. Ende 2005 verstärkte sich IBM durch die Übernahme des Softwarespezialisten Micromuse. Zuvor wurde die Softwarefirma Bowstreet aufgekauft. Im Jahr 2006 verstärkte sich IBM dann im Softwarebereich durch die Übernahme von Webify, sowie MRO Software und FileNet. Im Spätsommer 2006 wurde der Netzwerksicherheitsspezialist Internet Security Systems sowie die Softwarefirma Vallent übernommen. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions, ILOG und Transitive Corporation weitere Zukäufe.

Mit seinem Datenbanksystem DB2, sowie durch sein Serverangebot WebSphere ist IBM auch im Server- und Softwaregeschäft eine feste Größe. Über seine 100%ige Tochter Lotus Development bietet das Unternehmen eine Reihe weiterer Softwarewerkzeuge für Desktopsysteme an. Über die Tochter Tivoli Systems vertreibt IBM Netzwerk- und Management Software.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2008 meldet IBM einen leichten Umsatzrückgang von sechs Prozent auf 27,0 Mrd. Dollar. Ausgenommen etwaiger Währungseinflüsse wären die Umsätze nur um ein Prozent gesunken, heißt es bei IBM.

Die Umsätze im Kerngeschäft IT-Services schrumpften um vier Prozent, allerdings konnte IBM neue Aufträge in Höhe von 17,2 Mrd. Dollar melden. Die Hardwareerlöse brachen dagegen um 18 Prozent ein, während die Mainframe-Erlöse um sechs Prozent schrumpften. Das Geschäft mit low-end Servern brach um 32 Prozent ein.

Insgesamt konnte IBM für das jüngste Quartal einen Nettogewinn von 4,4 Mrd. Dollar oder 3,28 Dollar je Aktie melden, ein Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor zwar mit einem Umsatz von 28,1 Mrd. Dollar, aber nur mit einem Nettogewinn von 3,03 Dollar je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: International Business Machines (IBM)

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