IBM geht in der Cloud in die Offensive - Amazon im Visier

IBM steigt im großen Still im IaaS-Markt ein

Donnerstag, 6. Juni 2013 13:33
IBM Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der weltgrößte IT-Servicedienstleister IBM sorgte vor wenigen Tagen für Schlagzeilen, nach dem das Unternehmen die Übernahme des Cloud-Spezialisten SoftLayer bekannt gab. Über finanzielle Details der Übernahme wurde zwar nichts bekannt, Branchenkreise gehen aber von einem Kaufpreis von rund 2,0 Mrd. US-Dollar aus.

Die im Jahre 2005 gegründete SoftLayer bietet Infrastructure-as-a-Service (IaaS) Lösungen an und erzielte in 2012 einen geschätzten Umsatz von 400 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen betreut dabei etwa 21.000 Kunden durch seine rund 100.000 Server, die in 13 Rechenzentren rund um den Globus verteilt sind.

Bei IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) hofft man, die Übernahme noch im dritten Quartal 2013 abschließen zu können. SoftLayer soll die Basis für die neue IBM Cloud Services Division bilden, die jüngst von IBM-Chefin Ginni Rometty ins Leben gerufen wurde. Die Division soll künftig von Erich Clementi geleitet werden, der zuvor für das IBM Global Technology Services Geschäft verantwortlich zeichnete.

Cloud-Umsatz soll in 2015 rund 7,0 Mrd. Dollar erreichen
Durch den SoftLayer-Zukauf soll das Cloud-Geschäft bei IBM Ende 2015 ein Volumen von 7,0 Mrd. US-Dollar erreichen. Im Vorjahr war das Cloud-Geschäft um rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen, wie IBM im April mitteilte.

Big Blue bietet bereits 100 SaaS-Lösungen an, um Kunden in Sachen Marketing, Procurement, E-Commerce, Kundenservices und City-Management zu betreuen. Diese werden durch Cloud-Lösungen wie Client Engament Advisor und SmartCloud Enterprise+ sowie Cloud-Lösungen für SAP ergänzt.

Cloud-Boom erwartet
Mit dem Vorstoß hofft IBM vom Trend Richtung Cloud-Computing und Services profitieren zu können. Die Marktforscher aus dem Hause IDC schätzen, dass sich der gesamte Cloud-Markt bis 2016 auf 105 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppeln wird. Allein der IaaS-Markt dürfte dabei von 12 Mrd. Dollar in 2012 auf 38 Mrd. Dollar in 2016 klettern.

Hiervon will auch IBM profitieren. Big Blue hatte sich bereits in 2008 mit einem Cloud-Service-Angebot vorgewagt und seither etwa vier Mrd. US-Dollar in das Geschäft investiert. Mit der jüngsten Übernahme hofft IBM, seine Marktstellung gegenüber Konkurrenten wie Rackspace und Amazon Web Services (AWS) zu stärken. AWS gilt bislang (noch) als der dominierende IaaS-Anbieter.

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkrechner an.

Insgesamt operiert IBM von fünf Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Technology Services (GTS) bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind die Global Business Services (GBS), sowie das Softwaresegment, Systems and Technology, als auch die Einheit Global Financing.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Diesen Bereich verstärkte der Computerkonzern im Jahr 2002 mit der Übernahme der Serviceeinheit von PricewaterhouseCoopers. Später kaufte IBM die IT-Einheit des Ölkonzerns Schlumberger. In den Jahren 2004 bis 2006 kaufte IBM eine ganze Reihe von Software- und IT-Firmen auf. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions, ILOG und Transitive Corporation weitere Übernahmen. Zuletzt verstärkte sich IBM mit einer Reihe kleinerer Zukäufe. So wurden unter anderem SPSS, RedPill Solutions sowie Big Fix, Coremetrics, Sterling Commerce, Cast Iron Systems, National Interest Security Company, Initiate und Intelliden übernommen. Im Gegenzug trennte sich IBM von seinem Sales- und Client-Support-Geschäft. Ende 2010 kaufte IBM mit Clarity Systems, Blade Network Technologies und mit Netezza Corp weiter Firmen hinzu. In 2011 setzte IBM seine Einkaufstour weiter fort und kaufte unter anderem den Spezialisten TRIRIGA. In 2012 wurde der Softwarespezialist Butterfly Software und der Halbleiterspezialist Texas Memory Systems aufgekauft. In 2013 setzte IBM seine Einkaufstour weiter fort und kaufte den Cloud-Spezialisten SoftLayer.

Mit seinem Datenbanksystem DB2, sowie durch sein Serverangebot WebSphere ist IBM auch im Server- und Softwaregeschäft eine feste Größe. Über seine 100%ige Tochter Lotus Development bietet das Unternehmen eine Reihe weiterer Softwarewerkzeuge für Desktopsysteme an. Über die Tochter Tivoli Systems vertreibt IBM Netzwerk- und Management Software.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet IBM einen Umsatzrückgang um fünf Prozent auf 23,41 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 24,67 Mrd. US-Dollar im Jahr vorher. Dabei verdiente IBM rund 3,03 Mrd. US-Dollar oder 2,70 Dollar je Aktie, ein Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr, als IBM noch einen Nettogewinn von 3,07 Mrd. Dollar sowie einen Nettogewinn von 2,61 Dollar je Aktie einfahren konnte. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen verdiente IBM 3,00 Dollar je Aktie und blieb damit leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die zuvor mit einem Nettogewinn von 3,05 Dollar je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Cloud Computing

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...