IBM: Es kommt doch auf die Größe an

Dienstag, 4. Oktober 2011 12:16
International Business Machines (IBM)

(IT-Times) - Es vergeht kaum ein Tag, an dem Google, Apple, Facebook, Microsoft oder Amazon nicht in den Nachrichten auftauchen. Verglichen dazu, ist es um den weltweit führenden IT-Servicedienstleister IBM nahezu ruhig. In der vergangenen Woche war das zwischenzeitlich mal anders, als alle Welt meldete, dass IBM gemessen am Börsenwert hinter Apple nunmehr das zweitwertvollste Unternehmen der Welt ist. Damit wurde Microsoft in dieser generell zunächst wenig aussagekräftigen Rangliste überholt.

IBM: Groß im Geschäft

IBM vermarktet keine Konsumprodukte sondern ist weitestgehend im B2B-Sektor aktiv. Diese Tätigkeiten sind weniger spannend als die Tätigkeiten der oben angesprochenen Unternehmen, die ihre Dienste direkt den Endkunden zur Verfügung stellen. Doch auch im B2B-Segment lässt es sich wunderbar leben. Allein im letzten Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete IBM einen Umsatz in Höhe von 99,87 Mrd. US-Dollar - mehr als Apple und Google zusammen. Zudem war man im vergangenen Jahr in den Top Ten der profitabelsten Unternehmen in den USA - profitabler als Apple, allerdings weniger profitabel als Microsoft. Insgesamt rechnet man damit, dass der IBM-Umsatz bis 2015 um 30 Prozent steigen wird.

Wirklich beeindruckend: 18 Jahre in Folge ist IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) das Unternehmen, das die meisten Patente in den USA einreicht und innehat. Derzeit sind es 5.900 Patente, über die das Unternehmen verfügt. Bei den IBM-Patenten bedienen sich gerne auch andere: So kaufte alleine Google in diesem Jahr mehr als 2000 Patente von IBM.

Übernahmen von i2 und Algorithmics stärken das Portfolio

Die Barkasse von IBM ist gut gefüllt und man geht davon aus, bis 2015 rund 20 Mrd. US-Dollar für Übernahmen auszugeben. Auch schon im laufenden Geschäftsjahr hatte IBM Übernahmen getätigt. So wurde der britische IT-Sicherheitsserviceanbieter i2 übernommen. Diese Übernahme soll noch in 2011 vollständig abgewickelt sein. Zudem wurde Anfang September der kanadische Risiko-Analysesoftwarehersteller Algorithmics übernommen. IBM zahlte für das Unternehmen 387 Mio. US-Dollar in bar. Man geht davon aus, dass der Deal noch bis Ende Oktober abgeschlossen werden kann. Mit dem Zukauf will IBM insbesondere seine Finanzservicesparte stärken und damit Kunden helfen, Geschäfts- und Finanzrisiken besser zu managen. Die im Jahre 1989 gegründete und in Kanada ansässige Algorithmics sieht sich als weltweit führender Anbieter von Enterprise Risk Lösungen und hilft insbesondere Finanzinstitutionen Risiken zu managen. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt rund 900 Spezialisten in 23 Büros rund um den Globus, die auch von IBM übernommen werden sollen. Das Unternehmen setzte im Vorjahr rund 163,7 Mio. US-Dollar um und ist Mitglied der Fitch Group, nachdem Fitch die Gesellschaft im Jahr 2005 übernommen hatte. IBM geht davon aus, dass der Umsatz aus dem Geschäftsbereich Business-Analysesoftware im Jahr 2015 etwa 16 Mrd. Dollar erreichen wird.

Finanzspritzen für Cloud-Spezialisten

Zudem plant IBM bis Ende 2012 Finanzmittel in Höhe von einer Mrd. US-Dollar zur Verfügung zu stellen, um kleine und mittelgroße Firmen bei ihren Investitionsplänen im Bereich Analysesoftware und Cloud Computing zu unterstützen.

Zwar gewährt IBM routinemäßig Kredite an Kunden, um teure Mainframe-Systeme und andere Computer-Hardware und Software zu erstehen, das neue Programm soll aber Firmen nochmals dazu ermutigen, in Zukunftstechnik zu investieren. IBM erzielte in seiner Finanzservicedivision im letzten Jahr einen Umsatz von 2,3 Mrd. US-Dollar, wobei die Einheit als hochprofitabel gilt.

Laut IBM sind einige Finanzierungspakete bereits mit einer Verzinsung von 0,0 Prozent mit einer Laufzeit von 12 Monaten zu haben. IBM ist nicht nur einer der größten IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der größten Softwarehersteller. Durch das Finanzierungsangebot erhofft sich IBM zusätzliche Aufträge für seine anderen Geschäftsdivisionen.

In den vergangenen 30 aufeinander folgenden Quartalen konnte IBM den Gewinn je Aktie steigern. Bis 2015 strebt man an, einen Gewinn von 20 Dollar je Aktie zu erzielen. Im laufenden Geschäftsjahr nimmt das Unternehmen einen Gewinn von 13,25 Dollar je Aktie ins Visier.

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkserver, sowie Halbleiter an.

Insgesamt operiert IBM von fünf Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Technology Services (GTS) bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind die Global Business Services (GBS), sowie das Softwaresegment, System and Technology, als auch die Einheit Global Financing. Der PC-Bereich wurde dagegen an die chinesische Lenovo Group für 1,75 Mrd. Dollar verkauft.

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