IBM: Cloud-Boom und China stellen Big Blue vor Probleme

Cloud- und IT-Services

Dienstag, 29. Oktober 2013 14:55
IBM Unternehmenslogo

(IT-Times) - Notierten IBM-Aktien im Frühjahr dieses Jahres noch deutlich über 200 US-Dollar, sind die Papiere jüngst auf ein 2-Jahrestief gerutscht. Marktbeobachter wollen bereits die Ursachen für die Misere bei Big Blue erkannt haben. Cloud Computing ist zwar für IBM eine große Chance, doch birgt der Trend auch Risiken für das bestehende Hardware- und Softwaregeschäft von IBM.

Cloud-Boom wird für IBM zum Problem
Der Grund: Dadurch, dass immer mehr Konsumenten und Firmen ihre Inhalte zunehmend in der Cloud ablegen, sinkt der Bedarf an entsprechender Hardware (Speichersysteme etc.). Zudem werden immer mehr Services und Software über die Cloud als IT-as-a-Service bereitgestellt, was ebenfalls Geschäfte traditioneller Software- und Serviceanbieter belastet.

Barclays Analyst Ben Reitzes sieht daher die Cloud als die treibende Kraft hinter dem Niedergang von traditioneller Hardware, Services und Software, wie Forbes berichtet. Jeder Kunde, der sich für Cloud-Technik entscheidet, dürfte anschließend weniger Software von traditionellen Anbietern wie IBM kaufen, so der allgemeine Tenor.

Cloud-Umsatz überschreitet erstmals eine Mrd. Dollar
IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) profitiert zwar vom Cloud-Boom ebenfalls, wobei der Cloud-Umsatz im jüngsten Quartal erstmals in einem Quartal die Marke von eine Mrd. US-Dollar überschritt. Cloud-Services steuerten dabei 460 Mio. Dollar zum Cloud-Umsatz bei. Geholfen hat dem Unternehmen dabei auch die im Juli abgeschlossene Übernahme von SoftLayer, einem Cloud Hosting Provider.

In Kombination mit SoftLayer mit der IBM SmartCloud soll dadurch eine globale Cloud-Plattform entstehen, wodurch IBM sein langfristiges Umsatzziel erreichen will: In 2015 will IBM mit der Cloud einen Umsatz von 7,0 Mrd. US-Dollar realisieren.

China wird zur Problemzone
Große Probleme bereitete IBM zuletzt auch das China-Geschäft. Hier ging das Geschäft um 22 Prozent zurück, wobei allein das Hardware-Geschäft im Reich der Mitte um 40 Prozent einbrach.

Bei IBM begründet man den Rückgang mit einer niedrigeren Nachfrage von Seiten staatlicher Behörden sowie mit den breitangelegten Wirtschaftsreformen, die im Land geplant sind. Die Nachfrage in China wird voraussichtlich erst im ersten Quartal 2014 wieder anspringen, heißt es bei IBM. Insgesamt hält IBM allerdings an seinem Ziel fest, in 2015 einen Nettogewinn von mindestens 20 Dollar je Aktie erwirtschaften zu wollen.

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit. IBM beschränkt sich dabei nicht nur auf die Entwicklung von Hard- und Software für einfache Computersysteme, sondern bietet daneben auch Netzwerkrechner an.

Insgesamt operiert IBM von fünf Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Technology Services (GTS) bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind die Global Business Services (GBS), sowie das Softwaresegment, Systems and Technology, als auch die Einheit Global Financing.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Diesen Bereich verstärkte der Computerkonzern im Jahr 2002 mit der Übernahme der Serviceeinheit von PricewaterhouseCoopers. Später kaufte IBM die IT-Einheit des Ölkonzerns Schlumberger. In den Jahren 2004 bis 2006 kaufte IBM eine ganze Reihe von Software- und IT-Firmen auf. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions, ILOG und Transitive Corporation weitere Übernahmen.

Ende 2010 kaufte IBM mit Clarity Systems, Blade Network Technologies und mit Netezza Corp weiter Firmen hinzu. In 2012 wurde der Softwarespezialist Butterfly Software und der Halbleiterspezialist Texas Memory Systems aufgekauft. In 2013 setzte IBM seine Einkaufstour weiter fort und kaufte neben den Cloud-Spezialisten SoftLayer mit CSL International, Trusteer, Daeja Image Systems und Xtify weitere Unternehmen.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2013 meldet IBM einen Umsatzrückgang um vier Prozent auf 23,7 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 24,7 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Dabei verbuchte IBM einen Gewinn von 4,04 Mrd. Dollar oder 3,68 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 3,82 Mrd. Dollar oder 3,33 Dollar je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: International Business Machines (IBM)

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