IBM: Aufspaltung kein Thema - Konzentration auf Wachstumsinitiativen

IBM wächst in der Cloud nicht schnell genug, um den Umsatztrend umzukehren

Dienstag, 21. Oktober 2014 13:36
IBM Unternehmenslogo

(IT-Times) - Was ist los bei IBM? Diese Frage stellt sich so mancher Anleger, nachdem Big Blue die Umsatz- und Gewinnerwartungen im jüngsten Quartal deutlich verfehlt hat. Zudem kassierte Big Blue auch das Gewinnziel von 20 Dollar je Aktie für 2015. Daraufhin brachen IBM-Aktien an der Wall Street deutlich ein.

IBM-Chefin Ginni Rometty zeigte sich selbst enttäuscht im Hinblick auf das Abschneiden des weltgrößten IT-Servicedienstleisters. Insbesondere im September kämpfte IBM mit einer breitangelegten Investitionszurückhaltung der Kundschaft, sowie den schnelleren Veränderungen in der IT-Industrie, so die IBM-Lenkerin.

Rometty will die die aktuellen Probleme nicht herunterspielen, eine Aufspaltung wie es beispielsweise Hewlett-Packard (HP) plant, komme jedoch für IBM nicht in Frage, so die IBM-Chefin im Interview mit CNBC-Mann David Faber. Rometty verwies dabei auf die klare Strategie, die IBM habe.

Das Problem mit der Cloud
IBM (NYSE: IBM, WKN: 851399) will sich noch stärker auf strategisch wichtige Geschäftsfelder wie Cloud Computing, Big Data Analytics, Security und Mobile Computing konzentrieren. Dabei verwies IBM auf das Geschäft mit Cloud-as-a-Service (CaaS), das im jüngsten Quartal um 80 Prozent wuchs und auf Jahressicht derzeit 3,1 Mrd. US-Dollar schwer ist.

Das Problem: Das Cloud-Geschäft macht derzeit nur einen geringen Prozentanteil am Jahresumsatz von knapp 100 Mrd. Dollar aus. Durch den Cloud-Boom sinkt zudem der Bedarf an teuren Mainframe-Rechnern und anderer Hardware, die IBM immer noch herstellt. Das Geschäft mit der Cloud und anderen lukrativen Geschäftsfeldern wächst derzeit nicht schnell genug, um den Umsatzverfall aufzuhalten. Der Hauptgrund, warum IBM im neunten Quartal infolge einen Umsatzrückgang ausweisen musste.

Rückzug aus dem Hardware-Geschäft - Vorfahrt für die Cloud
Um die Misere zu beheben, zieht sich IBM nach und nach aus dem Hardware-Geschäft zurück und verkauft unprofitable Geschäftsbereiche wie das x86 Server-Geschäft und die Chip-Produktion.

Im Gegenzug forciert IBM die Investitionen in das Cloud-Geschäft. Im Rahmen des 1,2 Mrd. US-Dollar schweren Cloud-Investitionsprogramms will IBM in den nächsten Quartalen bis zu 40 Cloud-Datenzentren betreiben. Insgesamt hat IBM in den letzten Jahren 7,0 Mrd. Dollar in 17 Cloud-Akquisitionen investiert, darunter rund zwei Mrd. Dollar in die Übernahme von SoftLayer.

Doch bis diese Investitionen den Umsatztrend umkehren, werden sich IBM-Anleger noch gedulden müssen. Für IBM-Aktionäre bleibt die Hoffnung, dass Big Blue in der Cloud und anderen Wachstumsbereichen (Smarter Planet, Watson etc.) stärker aufs Gas tritt und Anleger solange mit ausgedehnten Aktienrückkaufprogrammen bei Laune hält.

Kurzportrait

Der New Yorker Computer- und Softwaregigant International Business Machines (IBM) zählt zu den weltweit größten Technologiekonzernen weltweit. Das Unternehmen ist nicht nur der weltweit größte IT-Servicedienstleister, sondern auch einer der führenden Softwarekonzerne weltweit.

Insgesamt operiert IBM von fünf Kerngeschäftsbereichen heraus. Die Einheit IBM Global Technology Services (GTS) bildet dabei die größte Einheit. Weitere Einheiten sind die Global Business Services (GBS), sowie das Softwaresegment, Systems and Technology, als auch die Einheit Global Financing.

Über seinen Servicearm (IBM Global Services) bietet IBM eine Reihe von IT-Dienstleistungen an, darunter E-Commerce Dienste, sowie ERP- und CRM-Services. Das Geschäft mit elektronischen Beschaffungssystemen gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der IT-Serviceeinheit. Auch das Geschäft mit Machine Learning und Artificial Intelligence (AI) Lösungen rund um die Einheit Watson soll künftig weiter forciert werden.

In den Jahren 2004 bis 2006 kaufte IBM eine ganze Reihe von Software- und IT-Firmen auf. Auch in 2007 blieb IBM auf Einkaufstour und schluckte die Spezialisten Telelogic AB, Softek Storage Solutions Corp, DataMirror, WatchFire, WegDialogs und das kanadische Softwarehaus Cognos. In 2008 folgten mit AptSoft, FilesX, Infodyne, Platform Solutions, ILOG und Transitive Corporation weitere Übernahmen.

Ende 2010 kaufte IBM mit Clarity Systems, Blade Network Technologies und mit Netezza Corp weiter Firmen hinzu. In 2012 wurde der Softwarespezialist Butterfly Software und der Halbleiterspezialist Texas Memory Systems aufgekauft. In 2013 setzte IBM seine Einkaufstour weiter fort und kaufte neben den Cloud-Spezialisten SoftLayer mit CSL International, Trusteer, Daeja Image Systems und Xtify weitere Unternehmen. In 2014 wurde mit Cognea ein Spezialist für künstliche Intelligenz aufgekauft. Im Herbst 2014 trennte sich IBM von seiner Chip-Produktion und verkaufte dieses Geschäft an GlobalFoundries, nachdem das x86 Server-Geschäft an Lenovo verkauft wurde.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Cloud Computing

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