HTC wird nach enttäuschenden Zahlen zum Übernahmekandidaten

Samsung und Apple setzen kleine Hersteller unter Druck

Freitag, 12. April 2013 12:58
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(IT-Times) - Nachdem der Gewinn des taiwanischen Smartphone-Herstellers HTC Corp im vergangenen ersten Quartal 2013 auf ein Rekordtief gestürzt ist, steigt der Druck auf das Unternehmen und dessen CEO Peter Chou.

HTC Corp (WKN: A0RGRD) setzt nunmehr alle Hoffnungen auf das neue Flagschiff-Telefon HTC One. Chou soll bereits gegenüber dem Verwaltungsrat seinen Rücktritt angekündigt haben, falls das HTC One kein Erfolg wird.

Das HTC One gilt mit seinem 4,7-Zoll großen Display und mit einer Full-HD Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel als äußerst viel versprechend, kommt das Telefon zudem mit einem schlanken Aluminium-Rahmen daher. Entscheidend dürfte sein, wie das neue HTC One in den USA ankommt. Hier wollen AT&T & Co das Telefon ab dem 19. April verkaufen.

HTC kämpft mit Lieferengpässen beim HTC One
Vorbestellungen können bereits abgegeben werden und die ersten Zahlen sind viel versprechend. Laut der US-Webseite von HTC sind die Unlocked-Varianten (32GB) und die Developer Version (64GB) bereits ausverkauft.

Das HTC One erhielt bereits gute Kritiken von Testseiten wie BGR. Allerdings haben die Taiwaner Lieferprobleme, genügend Stückzahlen in den Markt zu bekommen. Der Grund ist ein Lieferengpass bei den Kameras für das HTC One, so dass das Telefon zum Quartalsende nur in drei Ländern verfügbar war, anstatt der geplanten 80 Märkte. Damit muss sich das HTC One im direkten Duell gegen das Samsung Galaxy S4 behaupten, dass ebenfalls Ende April in vielen Ländern auf den Markt kommen wird.

Trotz der Kooperation mit Facebook im Bezug auf die neue Software „Facebook Home“ fürchten Analysten, dass HTC bald zum Übernahmekandidaten werden könnte, wenn dem Unternehmen nicht eine schnelle Wende gelingt.

HTC wird zum Übernahmekandidaten - Lenovo als weißer Ritter?
HTC hat nach Meinung von Technik-Analyst Benedict Evans (Enders Analysis) schlicht ein Größenproblem. Der Analyst äußerte sich gegenüber der britischen The Guardian, dass es dem Unternehmen an Marketing- und Vertriebsstärke fehle, um sein neues Flagschiff-Telefon HTC One an genügend Konsumenten zu bringen.

Damit droht dem Unternehmen eine Art Todesspirale. Um seinen Cashflow unter Kontrolle zu halten, muss HTC sein Marketingbudget zurückfahren, dies dürfte jedoch wieder den Absatz negativ belasten. Dadurch entsteht ein Szenario, wodurch HTC in den nächsten 18 Monaten zum Übernahmekandidaten werden könnte. Als mögliche Übernahmeinteressenten werden bereits Smartphone-Einsteiger wie Lenovo gehandelt.

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete HTC (vormals High Tech Computer Corp) ist einer der führenden Smartphone-Hersteller Taiwans. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eine Reihe erfolgreicher Android-Mobiltelefone einen Namen gemacht, nachdem das Unternehmen zunächst ausschließlich Windows Mobile-basierte Telefone anbot. Unter anderem fertigte das Unternehmen auch das Nexus One des Suchmaschinengiganten Google. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet nicht nur Android-Telefone, sondern nutzt auch andere Betriebssysteme (Windows Phone 7 etc.) für seine Endgeräte.

Im November 2007 schloss sich HTC der Open Handset Alliance an, die von Google initiiert wurde. Neben dem Nexus One von Google, hat HTC aber auch eine Reihe eigener Android-basierter Smartphones im Programm: Hierzu zählen unter anderem das sehr erfolgreiche HTC Desire, das HTC Wildfire, HTC Salsa, HTC ChaCha, HTC Sensation, HTC Legend und die neue HTC One Serie. Daneben stellte HTC zuletzt weltweit rund 70 Prozent aller Windows Mobile-basierten Smartphones her.

Beim Vertrieb seiner Produkte kooperiert HTC mit einer Reihe von namhaften Mobilfunknetzbetreibern weltweit. Vertriebskooperationen bestehen unter anderem mit T-Mobile, Vodafone und O2. In Deutschland vertreibt HTC seine Smartphones direkt unter der Marke HTC.

HTC vermarktet insbesondere Produkte in drei Kategorien: Touch, Touch or Type und Type. Im Bereich Touch bietet HTC insbesondere Smartphones mit einem berührungsempfindlichen Touchscreen-Display an, die sich mit dem Finger steuern lassen. Die Geräte der Klasse Touch or Type verfügen sowohl über einen Touchscreen-Display, als auch über ein physisches Keyboard, über das Nutzer eingaben machen können. Die Geräte der Kategorie Type kommen ohne ein berührungsempfindlichen Display aus.

Anfang 2011 stieg HTC beim Lodoner Multimedia-Spezialisten Saffron Digital ein. Zudem hat HTC Anteile am Online-Spielespezialisten OnLive erworben. Mitte 2011 übernahm HTC den Chip-Designer S3 Graphics für 300 Mio. Dollar. Zudem wurden mit Dashwire und Beats Electronics weitere Unternehmen übernommen. Die mehrheitliche Übernahme von Beats (51 Prozent der Anteile) ließ sich HTC 309 Mio. Dollar kosten, allerdings verkaufte HTC wieder 25 Prozent dieser Anteile an Beats Electronic zurück.

Neben dem Hauptsitz in Taiwan ist HTC noch mit weiteren Niederlassungen weltweit vertreten. So betreibt das Unternehmen unter anderem ein Software-Design-Center in Seattle sowie eine Tochter in China (HTC Electronics Shanghai).

Zahlen

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