HTC vor Verkauf? Huawei, ZTE & Co gelten als Interessenten

Smartphone-Markt vor Konsolidierung

Donnerstag, 5. September 2013 12:09
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(IT-Times) - Nach dem Nokia seine Mobile-Sparte verkauft hat und sich vornehmlich auf Netzwerkausrüstung und Kartendienste konzentrieren will, scheinen auch die Tage des taiwanischen Smartphone-Spezialisten HTC Corp als selbstständiges Unternehmen gezählt.

Enttäuschende Verkaufszahlen sowie Verhaftungen im Management haben den HTC-Aktienkurs zuletzt auf ein neues Jahrestief sinken lassen. Allein die Verkaufszahlen für den Monat August verheißen nichts Gutes für das laufende dritte Quartal.

Umsatzzahlen brechen im August ein
Die Umsätze brachen nach vorläufigen Zahlen im Monat August um mehr als 47 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 25 Mrd. NT-Dollar bzw. 444 Mio. US-Dollar ein. Mit diesem Einbruch steigt die Gefahr, dass HTC (WKN: A0RGRD) die Prognosen für das laufende dritte Quartal verfehlen wird.

Marktbeobachter machen den intensiven Wettbewerb für den Umsatzschwund bei HTC verantwortlich. Mit dem neuen HTC One Max wollen die Taiwaner dagegen halten und in den kommenden Monaten einen neuen Phablet ins Rennen schicken. Das Gerät dürfte über ein 6-Zoll großes Display mit Full-HD-Auflösung verfügen und mit einem neuen schnellen Quad-Core 2,3Ghz Snapdragon 800 Prozessor ausgerüstet sein.

Huawei, ZTE und Lenovo gelten als Interessenten
Ob HTC dann noch selbständig sein wird, gilt angesichts der Konsolidierungswelle in der Mobilfunkindustrie als fraglich. Aufgrund des gesunkenen Aktienkurses rückt auch HTC als Übernahmekandidat ins Visier, ist die Bewertung der Taiwaner deutlich gesunken. Mit rund 3,7 Mrd. US-Dollar wäre HTC im Vergleich zu Nokia ein echte Schnäppchen für chinesische Smartphone-Spezialisten wie Huawei, ZTE und Lenovo, die sich im Bereich Entwicklung verstärken wollen.

Zwar dürfte sich das Management rund um Chairwomen Cher Wang gegen eine Übernahme stemmen, sinkende Verkaufs- und Marktanteilszahlen könnten jedoch früher oder später zu einem Verkauf von HTC führen, glaubt man bei Wedge Partners.

HTCs Marktanteil war im weltweiten Smartphone-Markt im vergangenen zweiten Quartal 2013 auf 2,8 Prozent gefallen, nach 5,8 Prozent im Jahr vorher. Mit einem eigenen Mobile-Betriebssystem für China will HTC den Abwärtstrend stoppen. Damit könnten die Taiwaner noch interessanter für chinesische Hersteller als Übernahmekandidat werden.

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete HTC (vormals High Tech Computer Corp) ist einer der führenden Smartphone-Hersteller Taiwans. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eine Reihe erfolgreicher Android-Mobiltelefone einen Namen gemacht, nachdem das Unternehmen zunächst ausschließlich Windows Mobile-basierte Telefone anbot. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet nicht nur Android-Telefone, sondern nutzt auch andere Betriebssysteme (Windows Phone) für seine Endgeräte.

Im November 2007 schloss sich HTC der Open Handset Alliance an, die von Google initiiert wurde. Neben dem Nexus One von Google, hat HTC aber auch eine Reihe eigener Android-basierter Smartphones im Programm: Hierzu zählen unter anderem das sehr erfolgreiche HTC Desire, das HTC Wildfire, HTC Salsa, HTC ChaCha, HTC Sensation, HTC Legend und die neue HTC One Serie.

Beim Vertrieb seiner Produkte kooperiert HTC mit einer Reihe von namhaften Mobilfunknetzbetreibern weltweit. Vertriebskooperationen bestehen unter anderem mit T-Mobile, Vodafone und O2. In Deutschland vertreibt HTC seine Smartphones direkt unter der Marke HTC.

HTC vermarktet insbesondere Produkte in drei Kategorien: Touch, Touch or Type und Type. Im Bereich Touch bietet HTC insbesondere Smartphones mit einem berührungsempfindlichen Touchscreen-Display an, die sich mit dem Finger steuern lassen. Die Geräte der Klasse Touch or Type verfügen sowohl über einen Touchscreen-Display, als auch über ein physisches Keyboard, über das Nutzer eingaben machen können. Die Geräte der Kategorie Type kommen ohne ein berührungsempfindlichen Display aus.

Anfang 2011 stieg HTC beim Londoner Multimedia-Spezialisten Saffron Digital ein. Zudem hat HTC Anteile am Online-Spielespezialisten OnLive erworben. Mitte 2011 übernahm HTC den Chip-Designer S3 Graphics für 300 Mio. Dollar. Zudem wurden mit Dashwire und Beats Electronics weitere Unternehmen aufgekauft. Die mehrheitliche Übernahme von Beats (51 Prozent der Anteile) ließ sich HTC 309 Mio. Dollar kosten, allerdings verkaufte HTC wieder 25 Prozent dieser Anteile an Beats Electronic.

Neben dem Hauptsitz in Taiwan ist HTC noch mit weiteren Niederlassungen weltweit vertreten. So betreibt das Unternehmen unter anderem ein Software-Design-Center in Seattle sowie eine Tochter in China (HTC Electronics Shanghai).

Meldung gespeichert unter: HTC

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