HTC versucht mit Windows Phone 8 ein Comeback

Smartphones

Freitag, 21. September 2012 14:01
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(IT-Times) - Der taiwanische Smartphone-Hersteller HTC Corp ist angeschlagen, nachdem die HTC One Serie am Markt weitgehend floppte. Kam HTC im zweiten Quartal 2011 im weltweiten Smartphone-Markt noch auf einen Marktanteil von 10,7 Prozent, schrumpfte der Marktanteil der Taiwaner inzwischen auf minimale 2,2 Prozent (Quelle: IDC).

Mit den nunmehr neu vorgestellten Windows Phone 8X und dem Windows Phone 8S Smartphones mit Beats Audio will das Unternehmen die Wende schaffen. HTC tritt mit seinen Windows 8-basierten Telefonen in direkte Konkurrenz zu Nokia. Die Finnen setzen mit ihren Lumia-basierten Modellen ebenfalls auf Windows 8.

HTC geht in China auf Expansionskurs
Analysten wie aus dem Hause Jih Sun Securities glauben jedoch, dass HTC mit seinen neuen Geräten durchaus Chancen hat, im Jahr 2013 auf einen Wachstumskurs zurückzukehren, ist die Marke HTC insbesondere in den USA populärer als Nokia.

Die Chancen von HTC (WKN: A0RGRD) dürften vor allem im mittleren und im unteren Preissegment liegen, nachdem Apple (iPhone) und Samsung (Galaxy) bereits den high-end Markt mit ihren Geräten besetzen. Dabei könnte HTC vor allem von seiner China-Strategie profitieren.

Das Unternehmen hat jüngst verschiedene Mittelklasse-Smartphones (HTC One ST/SC/SU) in China auf den Markt gebracht und kooperiert dabei mit führenden Mobilfunknetzbetreibern wie mit China Mobile, China Unicom und China Telecom. Bei Goldman Sachs schätzt man, dass die Auslieferzahlen in China für rund 40 Prozent des gesamten Auslieferungsvolumens von HTC im zweiten Halbjahr 2012 verantwortlich zeichnen werden.

Auch in Japan ist HTC stärker aktiv und hat jüngst mit HTC J ein neues Smartphone im Land der aufgehenden Sonne auf den Markt gebracht. Weitere neue Windows-Telefone dürften in den nächsten Quartalen folgen.

Mit Windows 8 gegen Nokia
Ob sich HTC aber wirklich mit seinen Windows 8 Telefonen gegen Nokia durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Der Grund: Die Hersteller haben weniger Freiheiten, die Software und das Interface zu gestalten als beim Android-System. Die Hersteller werden sich daher auf der Hardware-Seite oder mit zusätzlichen Services (Cloud-Speicher etc.) von Wettbewerbern abgrenzen müssen.

Entscheidend für die Zukunft von HTC wird sein, ob HTC seine Position als high-end Smartphone-Anbieter in den Augen der Konsumenten wahren kann, denn im high-end Markt sind erfahrungsgemäß die größten Gewinne möglich, während im low-end Bereich die Margen eher gering sind.

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete HTC (vormals High Tech Computer Corp) ist einer der führenden Smartphone-Hersteller Taiwans. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eine Reihe erfolgreicher Android-Mobiltelefone einen Namen gemacht, nachdem das Unternehmen zunächst ausschließlich Windows Mobile-basierte Telefone anbot. Unter anderem fertigte das Unternehmen auch das Nexus One des Suchmaschinengiganten Google. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet nicht nur Android-Telefone, sondern nutzt auch andere Betriebssysteme (Windows Phone 7 etc.) für seine Endgeräte.

Im November 2007 schloss sich HTC der Open Handset Alliance an, die von Google initiiert wurde. Neben dem Nexus One von Google, hat HTC aber auch eine Reihe eigener Android-basierter Smartphones im Programm: Hierzu zählen unter anderem das sehr erfolgreiche HTC Desire, das HTC Wildfire, HTC Salsa, HTC ChaCha, HTC Sensation, HTC Legend und die neue HTC One Serie. Daneben stellte HTC zuletzt weltweit rund 70 Prozent aller Windows Mobile-basierten Smartphones her.

Beim Vertrieb seiner Produkte kooperiert HTC mit einer Reihe von namhaften Mobilfunknetzbetreibern weltweit. Vertriebskooperationen bestehen unter anderem mit T-Mobile, Vodafone und O2. In Deutschland vertreibt HTC seine Smartphones direkt unter der Marke HTC.

HTC vermarktet insbesondere Produkte in drei Kategorien: Touch, Touch or Type und Type. Im Bereich Touch bietet HTC insbesondere Smartphones mit einem berührungsempfindlichen Touchscreen-Display an, die sich mit dem Finger steuern lassen. Die Geräte der Klasse Touch or Type verfügen sowohl über einen Touchscreen-Display, als auch über ein physisches Keyboard, über das Nutzer eingaben machen können. Die Geräte der Kategorie Type kommen ohne ein berührungsempfindlichen Display aus.

Anfang 2011 stieg HTC beim Lodoner Multimedia-Spezialisten Saffron Digital ein. Zudem hat HTC Anteile am Online-Spielespezialisten OnLive erworben. Mitte 2011 übernahm HTC den Chip-Designer S3 Graphics für 300 Mio. Dollar. Zudem wurden mit Dashwire und Beats Electronics weitere Unternehmen übernommen. Die mehrheitliche Übernahme von Beats (51 Prozent der Anteile) ließ sich HTC 309 Mio. Dollar kosten, allerdings verkaufte HTC wieder 25 Prozent dieser Anteile an Beats Electronic zurück.

Neben dem Hauptsitz in Taiwan ist HTC noch mit weiteren Niederlassungen weltweit vertreten. So betreibt das Unternehmen unter anderem ein Software-Design-Center in Seattle sowie eine Tochter in China (HTC Electronics Shanghai).

Meldung gespeichert unter: HTC

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