HTC bleibt unter Druck - iPhone & Co zwingen Taiwaner in die Knie

Donnerstag, 26. April 2012 13:52
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(IT-Times) - Der taiwanische Smartphone-Hersteller HTC steht nach einem schwachen ersten Quartal 2012 mit dem Rücken zur Wand. Während der Umsatz um 35 Prozent einknickte, brach der Gewinn um 70 Prozent ein.

HTC-Chef Peter Chou führt die Probleme dann auch vornehmlich auf den starken Absatzeinbruch in den USA und die dortige Konkurrenz durch das iPhone 4S zurück. Chou macht auch keinen Hehl daraus, dass die US-Erlöse voraussichtlich nicht mehr das hohe Niveau erreichen werden, zu stark ist einfach die Konkurrenz.

Neue HTC One Serie soll es richten
HTC (WKN: A0RGRD) hofft vielmehr in anderen Regionen wie in China und in Japan stärker Fuß zu fassen und so Boden auf Apple und Samsung wieder gut machen zu können. Helfen soll dem Unternehmen dabei die neue HTC One Serie, die mit einer verbesserten Kamera und fortgeschrittener Audio-Technik ausgestattet ist.

Analystenhäuser wie CLSA Asia Pacific Markets räumen der neuen HTC-Produktfamilie durchaus Chancen auf Marktanteilsgewinne ein. Die Auslieferzahlen dürften sich von sieben Millionen Einheiten im ersten Quartal 2012 auf 14 Millionen Einheiten im dritten Quartal verdoppeln, schätzen die Marktforscher, die vor allem das frühe Marktdebüt der HTC One Serie loben.

Damit habe sich HTC etwas Luft verschafft, zumal Samsung am 3. Mai sein neues Samsung Galaxy S III der breiten Öffentlichkeit präsentieren will. Im dritten Quartal 2012 dürfte dann das Marktdebüt des iPhones 5 anstehen, glauben Analysten. Die Zeit drängt für HTC, mit seinen neuen Modellen möglichst viele Konsumenten zu überzeugen, bevor die Konkurrenz in Form von Samsung und Apple nochmals nachlegt.

Morgan Stanley Analystin Jasmine Lu hat zwar eine gute Marktakzeptanz des HTC One X/S ausgemacht, jedoch könnte sich die hohe Nachfrage nicht nur wegen der Konkurrenz schnell als Strohfeuer entpuppen. Die Analystin verweist auf Lieferengpässe bezüglich der Qualcomm-Chipsätze, die im HTC One S zum Einsatz kommen.

Facebook Phone soll im dritten Quartal kommen
Aus diesem Grund benötigt HTC noch einen weiteren Verkaufsschlager, der das Potential zu einem "must have" Produkt hat. Dies könnte beispielsweise ein neues Facebook Phone sein, dass HTC nach einem Bericht von DigiTimes zufolge gemeinsam mit dem Social-Networking-Giganten entwickelt. Das Facebook Phone soll auf einem komplett überarbeiteten Android-Betriebssystem basieren und sehr stark mit Facebook-Services verknüpft sein. Auf den Markt kommen soll das Facebook Phone dann frühestens im dritten Quartal 2012, wie es heißt.

Noch wollte HTC das Projekt aber nicht offiziell bestätigen. Fest steht allerdings schon heute: Will das Unternehmen im Konzert der Großen mitspielen, müssen sich die Taiwaner noch was einfallen lassen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete HTC (vormals High Tech Computer Corp) ist einer der führenden Smartphone-Hersteller Taiwans. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eine Reihe erfolgreicher Android-Mobiltelefone einen Namen gemacht, nachdem das Unternehmen zunächst ausschließlich Windows Mobile-basierte Telefone anbot. Unter anderem fertigte das Unternehmen auch das Nexus One des Suchmaschinengiganten Google. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet nicht nur Android-Telefone, sondern nutzt auch andere Betriebssysteme (Windows Phone 7 etc.) für seine Endgeräte.

Im November 2007 schloss sich HTC der Open Handset Alliance an, die von Google initiiert wurde. Neben dem Nexus One von Google, hat HTC aber auch eine Reihe eigener Android-basierter Smartphones im Programm: Hierzu zählen unter anderem das sehr erfolgreiche HTC Desire, das HTC Wildfire, HTC Salsa, HTC ChaCha, HTC Sensation, HTC Legend und die neue HTC One Serie. Daneben stellte HTC zuletzt weltweit rund 70 Prozent aller Windows Mobile-basierten Smartphones her.

Beim Vertrieb seiner Produkte kooperiert HTC mit einer Reihe von namhaften Mobilfunknetzbetreibern weltweit. Vertriebskooperationen bestehen unter anderem mit T-Mobile, Vodafone und O2. In Deutschland vertreibt HTC seine Smartphones direkt unter der Marke HTC.

HTC vermarktet insbesondere Produkte in drei Kategorien: Touch, Touch or Type und Type. Im Bereich Touch bietet HTC insbesondere Smartphones mit einem berührungsempfindlichen Touchscreen-Display an, die sich mit dem Finger steuern lassen. Die Geräte der Klasse Touch or Type verfügen sowohl über einen Touchscreen-Display, als auch über ein physisches Keyboard, über das Nutzer eingaben machen können. Die Geräte der Kategorie Type kommen ohne ein berührungsempfindlichen Display aus.

Anfang 2011 stieg HTC beim Lodoner Multimedia-Spezialisten Saffron Digital ein. Zudem hat HTC Anteile am Online-Spielespezialisten OnLive erworben. Mitte 2011 übernahm HTC den Chip-Designer S3 Graphics für 300 Mio. Dollar. Zudem wurden mit Dashwire und Beats Electronics weitere Unternehmen übernommen. Die mehrheitliche Übernahme von Beats (51 Prozent der Anteile) ließ sich HTC 309 Mio. Dollar kosten.

Neben dem Hauptsitz in Taiwan ist HTC noch mit weiteren Niederlassungen weltweit vertreten. So betreibt das Unternehmen unter anderem ein Software-Design-Center in Seattle sowie eine Tochter in China (HTC Electronics Shanghai).

Meldung gespeichert unter: HTC

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