„Hochleistungsfähige Breitbandnetze sind ein `must-have´“

Montag, 11. April 2011 17:26
BREKO

Beim BREKO-Symposium diskutierten 180 Teilnehmer über die Finanzierung und Förderung des Glasfaserausbaus

Bonn, 11. April 2011: Herausragendes Interesse fand das vom Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) mit Unterstützung der Cisco Systems GmbH in Düsseldorf veranstaltete Symposium zu Förderungs- und Finanzierungskonzepten für den Glasfaserausbau. Bei der Begrüßung der rund 180 Teilnehmer setzte sich BREKO-Präsident Ralf Kleint zunächst kritisch mit der jüngsten Entscheidung der Bundesnetzagentur zu den Entgelten für die „letzte Meile“ auseinander. „Die nur marginale Absenkung der Entgelte, insbesondere bei der Teilnehmeranschlussleitung am Kabelverzweiger (KVz-TAL) ist von den Mitgliedern nicht verstanden worden und setzt keine Investitionsanreize“, so Kleint, der im Übrigen die erhebliche Bedeutung der verschiedenen Glasfaserausbaukonzepte („Multi-Access-Strategie“) sowie von Open-Access-Modellen für die Wirtschaftlichkeit von Glasfasernetzen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte.

Marc Jan Eumann, Staatssekretär im Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien NRW, unterstrich die Bedeutung des Glasfaserausbaus für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Eumann sprach sich dabei klar gegen einen Glasfaserausbau über die Auferlegung von Universaldienstverpflichtungen aus. Der Ausbau müsse im Wesentlichen marktgetrieben erfolgen und werde von Seiten der NRW-Landesregierung durch die geplante Verbesserung der Informationsmöglichkeiten und Beratungsdienstleistungen sowie die Einrichtung eines Förder-Portals unterstützt.

Anschließend erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, die Maßnahmen seiner Behörde zur Förderung von Investitionen in den Breitbandausbau. Diese habe der Regulierer nicht nur bei seinen Entgeltentscheidungen im Blick, sondern auch durch eine Verbesserung der Informationsmöglichkeiten über vorhandene Infrastrukturen mit dem Aufbau eines Infrastrukturatlasses sowie der Sicherstellung der Kompatibilität der Netze durch die Erarbeitung entsprechender Standards mit der Branche. Kurth würdigte dabei den substantiellen Beitrag der BREKO-Mitgliedsunternehmen bei der Verbesserung der Breitbandversorgung im ländlichen Raum, vor allem durch die Nutzung von Schaltverteilern. „Es gibt hier eine große Schnittmenge zwischen der Zielsetzung der Bundesnetzagentur und den BREKO-Unternehmen“, so Kurth weiter.

Carlo Wolf, Geschäftsführer Cisco Deutschland, beschrieb in der Folge die Anwendungen, die zukünftig eine große Bandbreitennachfrage generieren und für eine gute Netzauslastung sorgen würden. „Die Kernanwendung, die Bandbreite treibt, ist Video“, sagte Wolf. Im Jahr 2040 läge der Anteil videogestützter Applikationen am Gesamtverkehr bei über 90 Prozent. Dies betreffe nicht nur Entertainmentanwendungen, sondern wesentlich auch gesellschaftliche Bereiche wie das Bildungs- und Gesundheitswesen sowie die Arbeitswelt. Videoanwendungen seien dabei auch ein Schlüssel zur Lösung der absehbaren demografischen Probleme in Deutschland. „Es muss mithilfe einer hochleistungsfähigen Breitbandinfrastruktur gelingen, mehr gut ausgebildete Menschen im Berufsleben zu erhalten bzw. durch die Vernetzung städtischer und ländlicher Räume besser einzubinden“, ist Wolf überzeugt.

Zwei Podien unter der Moderation von Professor Dr. Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen beschäftigten sich anschließend vertiefend mit den zukünftigen Diensten und Anwendungen zur Auslastung von Glasfasernetzen sowie den Finanzierungs- und Förderkonzepten. Dabei wurde von den Teilnehmern der ersten Diskussionsrunde insbesondere Cloud-Applikationen, sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundenmarkt, ein großes Potenzial zugeschrieben. In der zweiten Diskussionsrunde stellten die Förderbanken wie die Europäische Investitionsbank (EIB), die KfW sowie die NRW.BANK ihre Programme für den Breitbandausbau vor. Dabei wurden noch bestehende Förderlücken ebenso sichtbar wie die Notwendigkeit eines intensiveren Austauschs zwischen den Unternehmen, den Hausbanken und den Förderbanken. Auf erhebliches Interesse stieß aber auch ein von Frank Rothauge, Director Strategic Advisery bei der Berenberg Bank, ins Gespräch gebrachte Fondsmodell für größere Glasfaserprojekte.

Am Beispiel des Ortes Barlo im Landkreis Borken erläuterte Stephan Klaus, Geschäftsführer der BORnet GmbH, wie ein lokales Glasfaserprojekt ohne eine öffentliche Förderung umgesetzt werden kann. Durch ein ebenso gezieltes wie intensives Marketing gelang es der BORnet bereits vor dem eigentlichen Ausbau die für die Wirtschaftlichkeit des Projektes kritische Masse an Kunden am Standort Barlo zu gewinnen.   Am Ende der Veranstaltung zeigte sich BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers optimistisch: „Hochleistungsfähige Breitbandnetze sind ein ´must-have´. Es gibt keinen Masterplan für den Glasfaserausbau in Deutschland. Die Lösung liegt nicht in einem unfinanzierbaren Universaldienst, sondern in einem sukzessiven Ausbau von Glasfaser, wobei neben FTTB der Glasfaserausbau von Kabelverzweigern und Schaltverteilern eine entscheidende Rolle spielen wird“, fasste Albers die Ergebnisse des Symposiums zusammen. „Die digitale Generation wird dabei für eine entsprechende Bandbreitennachfrage und eine hohe Netzauslastung sorgen“, so Albers weiter.

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