(IT-Times) - Der weltweit führende Online-Marktplatz eBay (Nasdaq: EBAY, WKN: 916529) musste im jüngsten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Besonders enttäuscht zeigten sich Analysten und Anleger über den konservativen eBay-Ausblick und schickten die Aktien des Unternehmens mit über sechs Prozent in den Keller.
Bei einem näheren Blick auf die Prognosen zeigt sich jedoch, dass dieser nur teilweise die Ergebnisse der VoIP-Einheit Skype umfasst. eBay geht davon aus, den Verkauf von Skype noch in diesem Quartal abschließen zu können. Anfang September hatte eBay bekannt gegeben, 65 Prozent der Anteile an Skype für 1,9 Mrd. US-Dollar in bar an die Investoren Andressen Horowitz, die Londoner Index Ventures, Silver Lake und Canada Pension Plan abzugeben.
Konzentration aufs Kerngeschäft
Mit dem Teilverkauf trennt sich eBay aber gleichzeitig auch von einem Wachstumsträger. Die Skype-Einheit konnte im jüngsten Quartal seinen Umsatz um 29 Prozent auf 185,2 Mio. Dollar steigern. Gleichzeitig gewann die VoIP-Tochter 40,3 Mio. neue Nutzer hinzu. Im laufenden Jahr dürfte Skype rund 13 US-Cent je Aktie zu den Ergebnissen beisteuern. Ohne Skype dürfte sich der Jahresgewinn zwischen 1,41 und 1,43 Dollar je Aktie bewegen, heißt es bei eBay.
Stattdessen will sich eBay künftig ganz auf sein Online-Marktplatzgeschäft konzentrieren. Nachdem eBay bereits die Gebührensätze auf seinen Seiten geändert und auch eine überarbeitete Suchmaschine implementiert hat, womit Produkte und Waren leichter gefunden werden können, sollen nunmehr auch auf der Kostenseite Verbesserungen her. So hat eBay jüngst angekündigt, 60 Mitarbeiter zu entlassen, nachdem das Unternehmen zuvor bereits Pläne für die Schließung eines Kunden-Centers in Vancouver veröffentlicht hatte. Insgesamt will eBay seine Kunden-Betreuung dadurch mehr straffen, was sich letztendlich auch in einer höheren Kundenzufriedenheit niederschlagen soll.
Marketingkampagne soll Turnaround unterstützen
Beim eBay-Softwarespezialisten ChannelAdvisor, der Software für EBay-Händler zur Verfügung stellt, will man bereits erste Ansätze für einen erfolgreichen Turnaround erkannt haben. Das Wachstum im Festpreis-Geschäft habe zuletzt das schwindende Geschäft mit Online-Auktionen mehr als wettgemacht, erklärt ChannelAdvisor CEO Scot Wingo gegenüber Reuters.
Auch eBay-Chef John Donahoe schlägt ins gleiche Horn. Um den Turnaround zu unterstützen, kündigte eBay für November eine umfassende Marketingkampagne an, um sich für das lukrative Weihnachtsgeschäft zu rüsten. Dies scheint auch notwendig, denn eBay ist zwar nach wie vor in den USA die größte E-Commerce Seite, allerdings verlor der Online-Auktionsanbieter zuletzt Kunden an den Branchenprimus Amazon.com…
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