HINTERGRUND: Wipro erwägt weitere Zukäufe

Montag, 23. Januar 2006 15:10

(IT-Times) Der anhaltende Outsourcing-Boom verhalf Indiens drittgrößten IT-Softwareexporteur Wipro Ltd. (NYSE: WIT<WIT.NYS>, WKN: 578886<WIOA.FSE>) zu einem 25%igen Gewinnanstieg im jüngsten Quartal. Wipro-Anteile markierten daraufhin ein neues Jahreshoch bei knapp 14 Dollar.

Weitere Übernahmen im Visier

Nach der Übernahme des österreichischen Chip-Designers NewLogic für 56 Mio. Dollar und dem Zukauf des Abrechnungsspezialisten mPower für 28 Mio. Dollar strebt Wipro weitere Übernahmen an. Vor allem Firmen mit einem Jahresumsatz von rund 100 Mio. Dollar seien zu Zusammenschlüssen gezwungen, glaubt Wipro-Chairman Azim Premji, der in dieser Entwicklung eine enorme Chance für sein Unternehmen sieht, seine regionale Marktposition weiter zu stärken.

Daneben sieht Wipro insbesondere in Japan noch Wachstumspotential. Derzeit erwirtschafte man im Land der aufgehenden Sonne gerade mal vier Prozent seiner Umsätze, so Premji, der als zweitreichster Mann Indiens gilt. Derzeit ist Wipro in Japan mit 55 Mitarbeitern vor Ort präsent.

Neben Japan soll auch Malaysia künftig eine größere Rolle spielen. Hier will Wipro künftig verstärkt IT-Services für malaiische Finanz-, Telekom-, Gas- und Automobilindustrie anbieten, so Wipro BPO-Leiter Kurien.

Rumänien als Tor zu Europa

Aber auch in Europa will man stärker Fuß fassen. So entschied sich Wipro jüngst 250 Mio. Dollar in ein Venture in Rumänien zu investieren. Demnach soll bis zum Ende des ersten Quartals 2006 ein neues Call-Center in Bukarest entstehen, welches neben Ingenieurdienstleistungen, auch Buchhaltungs- und Finanzservices anbieten soll. Das neue Center soll von der Wipro-Einheit Wipro BPO errichtet werden und vornehmlich Firmenkunden in Europa, insbesondere in Osteuropa betreuen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1945 gegründete und im indischen Bangalore ansässige Wipro Ltd. stellte ursprünglich Konsumartikel her und avancierte in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der größten IT-Servicedienstleister Indiens.

Heute bietet Wipro über seine Einheit Wipro Infotech Outsourcing-Services für Firmenkunden in Indien, Nordamerika, dem Mittleren Osten und in der gesmten Asien-/Pazifikregion an. Zum Aufgabenbereich gehört nicht nur die Entwicklung von Software-, sondern auch ganzer Hardwaresysteme. Zum Servicebereich gehören die Wartung, Integration, Infrastruktur-Management und Support komplexer IT-Systeme. Insgesamt ist Wipro im Wesentlichen in drei Kerngeschäftsbereiche gegliedert: Global IT Services und Produkte, Softwareentwicklung und Services, sowie Business Process Outsourcing (BPO-Services). In 2005 fusionierte Wipro seine BPO-Einheit mit der Einheit Wipro Spectramind, woraus die Division Wipro BPO hervorging. Über seine Einheit Wipro Technology Infrastructure Services (TIS) betreut das Unternehmen mit 1.400 Mitarbeitern 140 Firmenkunden in Sachen Infrastruktur- und Data-Management-Services.

Daneben stellt Wipro aber auch Hardware wie PCs, Notebooks und Server unter seiner eigenen Marke her. Darüber hinaus vermarktet Wipro aber auch internationale Marken namhafter Hersteller im Bereich Desktop-Systeme, Server, Notebooks sowie Speicher- und Netzwerkprodukte. Zu der Vielzahl von Kooperationspartnern gehört unter anderem der Redmonder Softwarekonzern Microsoft.

Das ursprüngliche Geschäft mit Konsumentenprodukte stellt auch weiterhin ein Standbein innerhalb des Konzerns dar. Der Verkauf von Suppen, Regenschirmen, Bad- und Hygieneartikel finanzierte ursprünglich den Ausbau des IT-Geschäfts.

Das IT-Servicegeschäft trägt heute allerdings rund 75 Prozent des gesamten Umsatzes, sowie 85 Prozent des erwirtschafteten Gewinns. Wipro-Chairman Azim Premji hält etwa 84 Prozent der Anteile an dem IT-Konzern.

Zahlen

Im vergangenen Dezemberquartal konnte Wipro seine Umsatzerlöse um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 617 Mio. US-Dollar steigern. Der Nettogewinn zog dabei auf 118 Mio. Dollar an, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Outsourcing-Aufträge von westlichen Firmen steuerten im zurückliegenden Quartal 473 Mio. Dollar zum Gesamtumsatz bei, wie es heißt. In den USA erwirtschaftet Wipro nach Angaben von Finanzchef Suresh Senapaty 50 Prozent seiner Erlöse.

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