HINTERGRUND: Netflix - Erfolg auf ganzer Linie

Donnerstag, 26. Januar 2006 12:10
Netflix

(IT-Times) So lässt sich das vergangene Jahr 2005 für den Online-DVD-Verleiher Netflix (Nasdaq: NFLX, WKN: 552484) zusammenfassen. Nachdem Mitbewerber Wal-Mart im Frühjahr 2005 aus dem Markt ausstieg, ging es für den Online-Spezialisten Netflix nur noch bergauf.

Auch die jüngsten Zahlen beweisen, dass die aggressive Preispolitik des vergleichsweise kleinen Unternehmens von Erfolg gekrönt war. Nahezu 1,6 Mio. neue Kunden konnte Netflix im Jahr 2005 gewinnen. Gleichzeitig sank die Kündigungs- bzw. Abwanderungsrate der Kunden im vierten Quartal auf einen neuen Tiefstand von 4,0 Prozent. Dies zeigt, dass die Kunden offenbar mit den von Netflix angebotenen Serviceangebot zufrieden sind.

Ehrgeizige Ziele

Die vom Management ausgegebenen Ziele für die kommenden Jahre begeistern die Wall Street und hieven Netflix-Aktien auf ein neues 52-Wochenhoch bei annähernd 30 Dollar. Das Jahr 2006 soll mit 5,9 Mio. Kunden beendet werden, nachdem man das Vorjahr mit 4,18 Mio. Kunden abschließen konnte. Bis zum Jahr 2010/2012 will man dann gar 20 Mio. Abonnenten betreuen, so das ehrgeizige Ziel der Unternehmensleitung.

Während sich das Management über konkrete Maßnahmen zum Erreichen dieses Ziels bedeckt hält, geht Citigroup-Analyst Tony Wilbe davon aus, dass Netflix die Barrieren für mögliche Konkurrenten, die in diesem lukrativen Markt noch einsteigen wollen, weiter erhöhen wird. Dies könne zum Beispiel durch weitere Preissenkungen geschehen. Mit dieser Strategie brachte Netflix im vergangenen Jahr bereits den Mitbewerber Wal-Mart zur Verzweifelung und letztendlich zum Ausstieg aus dem Online-DVD-Verleihmarkt. Der Citigroup-Analyst rechnet vor, dass ein Rivale bereits heute zwei bis vier Mio. Abonnenten benötigten dürfte, um in diesem Geschäft überhaupt schwarze Zahlen zu schreiben.

Expansion nach Europa?

Daneben dürfte wohl demnächst auch die Expansion in Europa anstehen. Wegen des Preiskrieges mit Blockbuster und Amazon.com & Co wurde der Start in Großbritannien im vergangenen Jahr zunächst aufgeschoben. Da Netflix nunmehr scheinbar seine Wettbewerber offenbar ganz gut im Griff hat, wird der Markteintritt in Übersee wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Damit dürfte auch das Ziel im Jahr 2010, 20 Mio. Kunden zu betreuen, realistische Züge annehmen.

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1998, gilt Netflix heute als weltweit führender Online-DVD-Verleihservice für private Konsumenten. Das im kalifornischen Los Gatos ansässige Unternehmen betreut derzeit mehr als 4,1 Mio. registrierte Kunden, welche aus einer DVD-Datenbank bestehend aus über 55.000 Filmtitel wählen können. Dabei stehen verschiedene Kategorien, von Actionfilme, bis Komödien, Erotik und Thriller zur Auswahl. Auch Nischenangebote, wie Naturfilme und Gesundheitsratgeber hat Netflix im Angebot. Das Geschäftsmodell von Netflix funktioniert denkbar einfach. Die Gesellschaft bietet DVD-Filme für pauschal 9,99 US-Dollar pro Monat zum Verleih an. Die bestellten DVDs treffen innerhalb von ein bis drei Tagen bei der angegebenen Lieferadresse ein. Der Kunde kann die DVDs solange behalten wie er will und zahlt keinen Versäumniszuschlag oder dergleichen. Der Kunde kann dabei permanent maximal drei DVDs im Haus behalten. Erst wenn der Kunde eine DVD zurückgibt, sendet Netflix die nächste DVD auf dem Wunschzettel an den Kunden aus. Derzeit kann Netflix etwa die Hälfte seiner Kundschaft über den Express-Zustellungsservice erreichen, so dass die ausgeliehenen DVDs bereits am nächsten Tag im Briefkasten liegen.

Nachdem das Unternehmen vor fünf Jahren sein erstes Vertriebszentrum eröffnet hat, kann das Unternehmen heute zahlreiche US-Bundesstaaten erreichen. Insgesamt betreibt Netflix über 18 Vertriebszentren darunter in Atlanta, Boston, Dallas, Denver, Detroit, Fort Lauderdale, Houston, Los Angeles, Minneapolis, New York, Newark, Phoenix, Philadelphia, San Jose, Stamford, Seattle und Washington. Im Frühjahr 2005 übernahm Netflix die Kundenbasis des Mitbewerbers Walmart.com, nachdem der US-Einzelhändler aus dem DVD-Verleihgeschäft ausstieg. Gleichzeitig unterzeichneten beide Unternehmen eine Marketingvereinbarung, die Services des jeweilig anderen Unternehmens zu promoten.

Seinen Stammkunden bietet Netflix darüber hinaus durch seinen Datenbankservice CineMatch einen zusätzlichen Service an. Der Kunde kann für die angesehenen Filme ein entsprechendes Rating abgeben, so dass die Software automatisch andere mit dem gleichen Thema verwandten Streifen empfiehlt. Gleichzeitig hat Netflix nach eigenen Angaben ständig aktuelle Hollywood-Produktionen im Angebot.

Zahlen

So meldet das Unternehmen einen Umsatzsprung auf 195 Mio. Dollar, was einem Zuwachs von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Dabei konnte Netflix einen Gewinn von 38,1 Mio. Dollar oder 57 US-Cent je Aktie einfahren, nach einem Plus von 5,6 Mio. Dollar oder neun US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sondereffekte konnte der Internetspezialist einen Nettogewinn von 17 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Analystenerwartungen um zwei Cent übertreffen.

Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 194,6 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 15 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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