HINTERGRUND: EMC bleibt auf Einkaufstour

Dienstag, 10. Januar 2006 11:38
EMC

(IT-Times) - Auch im neuen Jahr setzt der weltweit führende Speicherhersteller EMC (NYSE: EMC, WKN: 872526) seine Einkaufstour unvermindert fort. Nachdem man im Jahr 2005 die Übernahme des US-Softwarespezialisten Captiva Software für rund 275 Mio. Dollar abschloss und damit die übernommene Documentum weiter stärkte, kaufte EMC zu Jahresbeginn in zwei anderen Geschäftsbereichen zu.

Zum einen übernahm EMC Acxioms Grid-Softwareproduktlinie und schloss gleichzeitig mit Acxiom eine Partnerschaft in diesem Bereich, um künftig Grid-Computersysteme auf Hosting-Basis zu vermarkten. Die Übernahme der Produktlinie lies sich EMC 30 Mio. Dollar kosten.

Mit der nunmehr bekannt gegebenen Übernahme des US-Spezialisten Internosis will EMC verstärkt im Servicegeschäft weiter Fuß fassen. Die übernommene Firma soll in der neuen Einheit EMC Technology Solutions Group mit aufgehen, welche insbesondere Firmen und öffentliche Behörden bei der Integration von Microsoft-Technologien unterstützen soll.

Im Rahmen der jüngsten Zukäufe will EMC auch seine Personalstärke weiter anpassen. Demzufolge plant der Speichergigant im laufenden Jahr rund 1.000 Stellen abzubauen. Zwei kleine Erfolge kann EMC bereits jetzt schon melden. Zum einen wird das Unternehmen im zurückliegenden Dezemberquartal die eigenen Umsatzerwartungen übertreffen, zum anderen macht der übernommene Softwareanbieter VMware offenbar große Fortschritte. Bereits im dritten Quartal konnte die EMC-Einheit erstmals in der Firmengeschichte die Umsatzmarke von 100 Mio. Dollar knacken und gehört damit nach EMC-Angaben weiter zu einem der weltweit am schnellsten wachsenden Softwaregesellschaften.

Kurzportrait

Die im Jahre 1979 gegründete und in Hopkinton/Massachusetts ansässige EMC stieg im Zuge der Informations- und Datenflut Anfang der 90er Jahre zu einem der weltweit führenden Technologie-Konzerne auf. Bereits im Jahre 1990 führte das Unternehmen mit seiner Symmetrix Produktlinie als einer der ersten Unternehmen ein intelligentes und redundantes Speichersystem ein. Im Jahre 1999 erfolgte dann die Übernahme von Data General, womit EMC gleichzeitig die Produktlinie Clariion übernahm, welche auf den mid-range Speicherbereich zugeschnitten ist. Die Clariion-Produktfamilie wurde anschließend in das EMC-Produktprogramm integriert und stellt heute ein Standbein im Markt für mid-range Speicherprodukte dar, in welchem EMC nach einer Studie von Gartner Dataquest einen Marktanteil von 5,8 Prozent hält. Neben dem Hardwaregeschäft, welches zuletzt 60 Prozent der gesamten Umsätze trug, will das Unternehmen künftig im margenstärkeren Softwaregeschäft mehr Flagge zeigen. Hierzu kaufte der Speicherriese im Jahr 2003 die Softwarefirmen Documentum, Legato Systems und VMware auf. Im Jahr 2004 wurden neben der deutschen dolphin auch der amerikanische Backup-Spezialist Dantz Development übernommen. Nach der Übernahme Netzwerkspeicher-Spezialisten Smarts für 260 Mio. Dollar, kaufte EMC den US-Spezialisten Captiva Software für 275 Mio. Dollar. Bereits im Vorfeld wurde der Softwareanbieter Acartus übernommen. Auch im Jahr 2006 blieb EMC weiter auf Einkaufstour. Nachdem man die Grid-Softwarereihe des Spezialisten Acxiom übernahm, kaufte EMC den Servicespezialisten Internosis.

Bereits im Jahre 1994 konzentrierte sich das Unternehmen vermehrt auf die Softwareentwicklung im Speicherbereich. Die Serviceeinheit der Gesellschaft umfasst mehr als 6.000 Spezialisten, welche unter anderem auch den Support für die Hard- und Softwareprodukte des Unternehmens sicherstellen. EMC ist heute mit mehr als 100 Vertriebsbüros in mehr als 50 Ländern weltweit präsent und verfügt über eine der größten Vertriebs- und Servicemannschaften in der IT-Industrie. Gleichzeitig kann EMC auf ein großflächiges Vertriebsnetzwerk in Form von Händlern verweisen, welche Firmen wie Dell Computer, NEC, Fujitsu Siemens, Unisys, Groupe Bull und NCR umfassen. Daneben schloss das Unternehmen zahlreiche Kooperationsverträge mit Technologiefirmen wie Microsoft, KPMG, SAP und Oracle, um die Integrationsfähigkeit seiner Produkte sicher zu stellen.

Auch ist das Unternehmen mit 74 Prozent der Anteile an den SAN-Spezialisten McData beteiligt, welcher neben optischen Switches vor allem auch Produkte für Storage Area Networks (SAN) entwickelt.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2005 meldete EMC einen Umsatzanstieg auf 2,37 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei erwirtschaftete der Speicherhersteller einen Gewinn von 422 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 218 Mio. Dollar oder neun US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sondergutschriften konnte EMC im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 13 US-Cent je Aktie verbuchen und damit die Erwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man Vorfeld mit einem Nettogewinn von zwölf US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Einnahmen im Geschäftsbereich Systeme zogen um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,09 Mrd. Dollar an, während die Softwarelizenzerlöse und Wartungsumsätze um 16 Prozent auf 865 Mio. Dollar kletterten. Der Geschäftsbereich Professional Services gilt weiterhin als Wachstumsmotor innerhalb der Gesellschaft - hier zogen die Erlöse um 25 Prozent auf 402 Mio. Dollar an.

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