Hewlett-Packard zeigt sich (noch) krisenfest

Montag, 25. August 2008 13:39
Hewlett Packard (HP)

(IT-Times) Mit den jüngsten Zahlen konnte der weltgrößte PC- und Druckerhersteller Hewlett-Packard (NYSE: HPQ, WKN: 851301) zweifelsohne überzeugen. Umsatz und Gewinne lagen trotz widriger Geschäftsbedingungen über den Markterwartungen.

Trotz der Euphorie über die jüngsten Zahlen mehren sich aber auch warnende Stimmen, inwieweit HP seinen soliden Wachstumskurs vor allem im PC-Geschäft weiter fortsetzen kann. Das traditionelle Computergeschäft steuerte zuletzt rund ein Drittel zu den Gesamterlösen bei. Noch wuchs das Geschäft zuletzt um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr, dank der steigenden Nachfrage nach Notebooks (+26 Prozent). Im Desktop-Geschäft machen sich jedoch erste Bremsspuren bemerkbar. Hier wuchsen die Erlöse nur noch um sechs Prozent.

Wettbewerb verschärft sich - Dell & Co machen Druck
Wettbewerber wie Dell haben inzwischen dazu gelernt und das HP-Geschäftsmodell kopiert. Die Texaner drängen ebenfalls verstärkt in den Einzelhandel und konnten zuletzt schneller wachsen als HP. Dennoch blieb HP zuletzt weiter an der Spitze im weltweiten PC-Markt mit einem Marktanteil von 19 Prozent, während Dell mit 16 Prozent weiterhin auf Platz zwei liegt.

Aber nicht nur Dell erhöht den Druck auf HP, auch Apple hat zuletzt große Fortschritte erzielt. Im Windschatten der Kultmarke Apple ist auch die Nachfrage nach Macintosh-Rechnern kräftig gestiegen. Inzwischen gilt Apple in den USA als die Nummer drei hinter HP und Dell und könnte allein in diesem Quartal nach Analystenmeinung bis zu drei Mio. Macs absetzen.

Auch im Druckergeschäft läuft nicht alles rund für HP. Zwar stiegen die Erlöse aus Druckerpatronen und Zubehörprodukten um elf Prozent, die Zahl der verkauften Drucker entwickelte sich jedoch leicht rückläufig und sank um zwei Prozent. HP erklärt den Rückgang mit der Fokussierung auf profitable Drucker, die mit Ertrag abwerfen sollen.

Gelingt EDS-Integration?
Daneben bleiben noch einige Fragezeichen hinter dem jüngsten Großzukauf. 13,2 Mrd. Dollar hat sich HP zuletzt die Übernahme des IT-Dienstleisters EDS kosten lassen und steigt damit zur weltweiten Nummer zwei in diesem Bereich auf. Auf dem Papier bietet der Deal zunächst nur Vorteile. Die Analysten der Citigroup beziffern die Kostensynergien aus dem Zukauf auf 30 bis 50 US-Cent je Aktie.

Doch wie so oft bei solchen Großtransaktionen ist die entscheidende Frage, ob und wie die Integration letztendlich gelingt. Noch scheint HP auf Kurs, doch erst in nächsten Jahren dürfte sich zeigen, ob sich die Milliardeninvestitionen für HP wirklich gelohnt haben…

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern. Bereits 1966 schaffte das Unternehmen mit der Gründung seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung HP Laboratories die Grundlage für seinen späteren Erfolg. Die HP LaserJet Druckerproduktreihe, welche im Jahre 1984 aus der Taufe gehoben wurde, begründete dann schließlich den endgültigen Durchbruch der Firma. Das Unternehmen stieg innerhalb weniger Jahre zum weltweit führenden Anbieter von Drucker- und Zubehörprodukten auf. Das Jahr 2002 stellte mit der Übernahme von Compaq Computer für knapp 19 Mrd. US-Dollar einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte der Firma dar.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Handheld-Computer, Taschenrechner, Scanner, Fax-Geräte, Digitalkameras und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Insgesamt operiert HP heute aus sieben Kerngeschäftsbereichen heraus: Enterprise Storage and Servers (ESS), HP Services (HPS), Software, Personal Systems Group (PSG), Imaging and Printing Group (PG), HP Financial Services (HPFS) und Corporate Investments.

Das Hardwaregeschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze der Gesellschaft. Zu den Kunden, welche HP-Services in Anspruch nehmen zählen neben Microsoft, auch BroadVision, i2, SAP und Ariba. Zuletzt wuchs HP nicht zuletzt durch Zukäufe. Allein in den letzten Jahren wurden mehr als ein Dutzend Firmen übernommen.

So übernahm HP in 2002 den Computerhersteller Compaq Computer für und rund 19 mrd. Dollar - die bislang größte Übernahme des Unternehmens. Gleichzeitig kaufte HP den Druckerspezialisten Indigo, welcher den Bereich Offset-Druck und digitale Druckprozesse für industrielle Großkunden ergänzen soll. Im Jahr 2003 folgte die Übernahme der schwedischen PipeBeach sowie Geschäftsbereiche der englischen Baltimore Technologies. Im Jahr 2004 kaufte HP die Softwarefirmen Novadigm und Consera Software, sowie die ThyssenKrupp-Tochter Triaton. Später folgten die Zukäufe des englischen IT-Spezialisten Synstar, sowie die Übernahme von ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision. Mitte 2006 kaufte HP die Schweizer Silverwire Holdings AG, sowie den Softwarespezialisten Mercury Interactive. Anschließend folgten weitere Zukäufe. So wurden die Software- und IT-Spezialisten Knightsbridge Solutions, Bitphone Corporation, Bristol Technologies, der Thin-Client-Spezialist Neoware und der US-Softwareanbieter Opsware übernommen. Anfang 2008 setzte HP seine Einkaufstour fort und schluckte neben den Softwarespezialisten Tower Software, auch gleich den weltweit zweitgrößten IT-Servicespezialisten Electronic Data Systems (EDS) für knapp 13,2 Mrd. Dollar.

Zahlen

Hewlett-Packard (HP) konnte seine Umsatzerlöse im vergangenen Juliquartal um zehn Prozent auf 28,0 Mrd. US-Dollar steigern. Dabei profitierte HP vom schwächeren US-Dollar. Ausgenommen etwaiger Währungseinflüsse hätte sich nur ein Plus von fünf Prozent ergeben. Wachstumsmotor war im jüngsten Quartal das Laptop-Geschäft, welches um 26 Prozent auf 5,35 Mrd. Dollar zulegte.

Insgesamt konnte HP seinen Gewinn um 14 Prozent auf 2,03 Mrd. Dollar oder 80 US-Cent je Aktie steigern, nach einem Plus von 1,78 Mrd. Dollar oder 66 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte der weltweit führende PC-Hersteller einen Nettogewinn von 86 US-Cent je Aktie realisieren - drei Cent mehr als Analysten erwartet haben.

Im wichtigsten Geschäftsbereich Personal Systems, in der das Desktop- und Notebook-Geschäft zusammengefasst ist, meldet HP einen Umsatzanstieg um 15 Prozent auf 10,3 Mrd. Dollar. Dabei konnte die Einheit einen operativen Gewinn von 587 Mio. Dollar ausweisen, nach einem Plus von 519 Mio. Dollar im Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Hewlett Packard (HP)

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