Hewlett-Packard: Wall Street honoriert Aufspaltungspläne - jetzt muss HP liefern

Dienstag, 7. Oktober 2014 14:44
Hewlett Packard (HP)

(IT-Times) - Paukenschlag in der IT-Industrie. Nach jahrelangen Spekulationen über einen Verkauf der PC-Sparte kommt nun die Abspaltung. Aus einem Unternehmen werden zwei: HP Inc und Hewlett-Packard Enterprise. Damit will sich HP für die Zukunft rüsten.

Bei Hewlett-Packard (NYSE: HPQ, WKN: 851301) geht man davon aus, dass die Abspaltung bis Ende des Fiskaljahres 2015 (Oktober 2015) abgeschlossen ist. Im Zuge der Aufspaltung gab HP bekannt, zusätzlich nochmals 5.000 Stellen streichen zu wollen. Damit streicht HP im Rahmen seines 3-jährigen Restrukturierungsprozesses insgesamt 55.000 Stellen, wird aber damit weiterhin im nächsten Jahr mehr als 330.000 Mitarbeiter weltweit beschäfigen.

Weitere Stellenkürzungen erwartet
Allerdings könnte dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. HP-Chefin Meg Whitman ließ im Interview mit CNBC durchblicken, dass zumindest für das Jahr 2015 die Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen sind.

Zudem verwies die HP-Managerin darauf, dass im Zuge der Aufspaltung noch weitere Stellen wegfallen könnten, dies sei typischerweise auch anderswo zu beobachten gewesen. Doch wie viele Stellen bei den zwei separaten Unternehmen dann noch wegfallen, ließ die künftige Chefin von Hewlett-Packard Enterprise offen.

HP Enterprise Service Group schwächelt
Der Grund für die radikalen Maßnahmen liegt darin, dass HP in den vergangenen Jahren kaum gewachsen ist, vielmehr entwickelten sich die Umsätze rückläufig. Die PC-Sparte verlor seine Spitzenposition an Lenovo Group, aber auch das Enterprise Servicegeschäft schwächelte.

HP-Chefin Whitman nannte gegenüber CNBC explizit die schwächelnde HP Enterprise Service Group, die der Grund sei, warum HP auch im Fiskaljahr 2015 voraussichtlich kein Umsatzwachstum aufweisen wird.

Durch die Bündelung der Geschäfte rund um Server, Software und Speicher- und Cloud-Technik in der Hewlett-Packard Enterprise soll die Sparte wieder mehr Flexibilität erhalten, um sich im Wettbewerb zu behaupten.

Wall Street honoriert Aufspaltungspläne - jetzt muss HP liefern
Analysten an der Wall Street sind geteilter Meinung, ob die Aufspaltungspläne die Wettbewerbsposition von HP wirklich verbessern werden. Während Morgan Stanley Analystin Katy Huberty durch die Aufspaltung Werte gehoben und die Summe beider Unternehmensteile bei mehr als 40 US-Dollar pro Aktie sieht, warnen andere Analysten wie CCS-Experte Arnaud Gagneux vor zu hohen Erwartungen.

Gagneux verweist darauf, dass durch die Aufspaltung beide Firmen separate Marketing-, Finanz- und Einkaufsabteilungen betreiben müssen. Dies wird zunächst zu höheren Kosten führen, die Skalen- und Größenvorteile gehen zunächst verloren, was sich beim Einkauf negativ auswirken könnte.

Insgesamt begrüßt man an der Wall Street zwar die Aufspaltungspläne, allerdings steht HP-Chefin Meg Whitman nunmehr unter Druck, auch die entsprechenden Ergebnisse zu liefern.

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Netbooks, Scanner, Fax-Geräte und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Insgesamt operiert HP heute aus sieben Kerngeschäftsbereichen heraus: Enterprise Storage and Servers (ESS), HP Services (HPS), Personal Systems Group (PSG), Imaging and Printing Group (PG), HP Financial Services (HPFS) und HP Software sowie Corporate Investments.

Das Hardwaregeschäft trug zuletzt den Großteil der gesamten Umsätze der Gesellschaft, wobei das Servicegeschäft inzwischen etwa ein Drittel des Gesamtumsatzes beisteuert. In den vergangenen Jahren hatte sich HP durch verschiedene Zukäufe verstärkt.

Neben der Übernahme von Compaq im Jahr 2002 kaufte HP den Druckerspezialisten Indigo. Später folgten weitere Zukäufe wie Synstar, sowie ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision, die Schweizer Silverwire Holdings AG, sowie den Softwarespezialisten Mercury Interactive.

Anfang 2008 setzte HP seine Einkaufstour fort und schluckte neben den Softwarespezialisten Tower Software und LeftHand, auch gleich den weltweit zweitgrößten IT-Servicespezialisten Electronic Data Systems (EDS). In 2010 schloss HP die Übernahme von 3Com ab. Zudem wurden mit dem Motionbox, Fortify Software und Stratavia weitere Unternehmen übernommen.

Nachdem im Herbst der Speicherspezialist 3PAR übernommen wurde, kaufte HP im Oktober den Sicherheitssoftwareanbieter ArcSight. Mitte 2011 gab HP die Übernahme des britischen Softwarespezialisten Autonomy für über zehn Mrd. Dollar bekannt. Ende 2011 übernahm HP die Hiflex Software GmbH. Anfang 2013 trennte sich HP von seinem webOS-Geschäft und verkaufte dieses an LG. Im Herbst 2014 kaufte HP den Cloud-Plattform-Anbieter Eucalyptus. Im Oktober 2014 gab HP die Aufspaltung in zwei separate Unternehmen bekannt: HP Inc und Hewlett-Packard Enterprise.

Meldung gespeichert unter: Hewlett Packard (HP)

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