Hewlett-Packard: Umstrukturierung trägt erste Früchte

Donnerstag, 18. Mai 2006 00:00

(IT-Times) Der neue HP-Chef Mark Hurd führt den Druckergiganten Hewlett-Packard (NYSE: HPQ<HPQ.NYS>, WKN: 851301<HWP.FSE>) mit eiserner Hand. Obwohl das Unternehmen jüngst einen 51%igen Gewinnzuwachs melden konnte, gibt sich der oberste HP-Lenker keineswegs zufrieden. So zeigte sich Hurd unzufrieden mit dem 2%igen Umsatzzuwachs im Server-Geschäft. Auch der Drucker-Absatz hätte höher ausfallen können, meint der Sanierer, der noch viel Arbeit für das Unternehmen vor sich sieht.

Umstrukturierung zahlt sich aus

Rund die Hälfte der geplanten Stellenstreichungen ist nunmehr durchgeführt. 8.100 Stellen wurden abgebaut und die operative Gewinnmarge im Druckergeschäft ist von 12,7 auf 15,5 Prozent gestiegen. Die Zusammenfassung der weltweit 85 Datenzentren in drei größere Datenzentren in den USA soll nochmals zu Einsparungen von einer Mrd. Dollar führen. Auch im PC-Geschäft konnte HP mit seiner Retail-Strategie offenbar Marktanteile gegenüber dem Branchenprimus Dell gut machen. So konnte HPs PC-Division seine Erlöse um zehn Prozent auf 7,0 Mrd. Dollar steigern, wobei der Notebook-Absatz sogar um 27 Prozent gegenüber Vorjahr anzog. Auch der PC-Verkauf an Privatkunden entwickelte sich mit einem Plus von 24 Prozent erfreulich.

Märkte in Übersee im Visier

Neben der Verbesserung der Kostenstruktur will Hurd aber auch solche Märkte stärker angehen, indem der Druckergigant bislang eher unterpräsent war. So kündigt der Manager an, sein Vertriebsteam „signifikant“ verstärken zu wollen, um Firmenkunden besser betreuen zu können. Große Hoffnungen setzt man offenbar auch auf die Innovationsschmiede HP Labs India. Das vor vier Jahren gegründete Forschungslabor in Bangalore soll nicht nur Lösungen für den indischen Markt, sondern auch Technologien für die Märkte in China, Russland und Brasilien entwickeln. Der Erfolg in Übersee ist besonders wichtig, zumal in den Jahren 2003 bis 2005 der HP-Umsatz im Heimatmarkt um weniger als fünf Prozent wuchs. Außerhalb der USA konnte man aber um mehr als 28 Prozent wachsen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1939 gegründete Hewlett-Packard, benannt nach den Gründern Dave Packard und Bill Hewlett, gelang vor allem in den modernen 80er Jahren der Aufstieg zu einem weltweit bedeutenden Technologiekonzern. Bereits 1966 schaffte das Unternehmen mit der Gründung seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung HP Laboratories die Grundlage für seinen späteren Erfolg. Die HP LaserJet Druckerproduktreihe, welche im Jahre 1984 aus der Taufe gehoben wurde, begründete dann schließlich den endgültigen Durchbruch der Firma. Das Unternehmen stieg innerhalb weniger Jahre zum weltweit führenden Anbieter von Drucker- und Zubehörprodukten auf. Das Jahr 2001 stellte mit der Übernahme von Compaq Computer für knapp 19 Mrd. US-Dollar einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte der Firma dar.

Heute entwickelt das Unternehmen nicht nur Drucker, sondern auch Software, Computer und andere Hardware, wie Speicher- sowie Windows- und Unix-basierte Serversysteme. Aber auch Handheld-Computer, Taschenrechner, Scanner, Fax-Geräte, Digitalkameras und Kopiergeräte ergänzen das Hardwareangebot. Das Hardwaregeschäft trägt inzwischen mehr als 80 Prozent der gesamten Umsätze der Gesellschaft.

Aber auch das Servicegeschäft gehört inzwischen zu einem wichtigen Standbein in der Unternehmensphilosophie von Unternehmenschefin Carly Fiorina. Über diesen Geschäftsbereich erwirtschaftet der Technologiekonzern 15 Prozent seiner gesamten Umsätze. Zu den Kunden, welche HP-Services in Anspruch nehmen zählen neben Microsoft, auch BroadVision, i2, SAP und Ariba.

Anfang des Jahres 2002 kaufte das Unternehmen den niederländischen Druckerspezialisten Indigo, welcher den Bereich Offset-Druck und digitale Druckprozesse für industrielle Großkunden ergänzen soll. Im Jahr 2003 folgte die Übernahme der schwedischen PipeBeach sowie Geschäftsbereiche der englischen Baltimore Technologies. Im Jahr 2004 kaufte HP die Softwarefirmen Novadigm und Consera Software, sowie die ThyssenKrupp-Tochter Triaton für umgerechnet 427,5 Mio. US-Dollar. Später folgten die Zukäufe des englischen IT-Spezialisten Synstar, sowie die Übernahme von ApplQ, RLX Technologies, Peregrine Systems und Scitex Vision.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2006 meldet HP einen Umsatzanstieg auf 22,6 Mrd. Dollar, was einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Währungsumrechnungen hätten allerdings das Umsatzwachstum um drei Prozent gedämpft, heißt es bei HP. Insgesamt konnte der Druckergigant einen Gewinn von 1,46 Mrd. Dollar oder 51 US-Cent je Aktie einfahren, nach einem Plus von 966 Mio. Dollar oder 33 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Einmalbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 1,6 Mrd. Dollar oder 54 US-Cent je Aktie, nach einem operativen Plus von 1,1 Mrd. Dollar in der Vorjahresperiode. An der Wall Street hatte man im Vorfeld lediglich mit einem Nettogewinn von 49 US-Cent je Aktie bei Einnahmen von 22,6 Mrd. Dollar kalkuliert.

Die PC-Einheit konnte seine Erlöse im jüngsten Quartal um zehn Prozent auf 7,0 Mrd. Dollar steigern, nachdem die Division 16 Prozent mehr Geräte ausliefern konnte, als im Vorjahr. Die Drucker-Division, HPs profitabelste Einheit, konnte ihre Erlöse um fünf Prozent auf 6,7 Mrd. Dollar steigern und eine Mrd. Dollar zum Gewinn beisteuern. Die Enterprise und Server (ESS) Einheit wuchs um zwei Prozent und erwirtschaftete einen Umsatz von 4,3 Mrd. Dollar sowie einen operativen Gewinn von 322 Mio. Dollar. Die Service-Einheit meldet hingegen einen Umsatzrückgang auf 3,9 Mrd. Dollar, nach Einnahmen von 4,0 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der operative Gewinn der Einheit fiel mit 345 Mio. Dollar allerdings höher aus, als im Vorjahr (292 Mio. Dollar).

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