Groupon - kann das Unternehmen überleben?

E-Commerce

Montag, 12. November 2012 12:55
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(IT-Times) - Groupon-Aktien brachen am Freitag in New York um rund 30 Prozent ein, nachdem das Unternehmen enttäuschende Zahlen vorgelegt hatte. Längst stellt sich nicht nur die Frage nachdem Geschäftsmodell, sondern ob Groupon im Umfeld von Amazon.com und eBay überhaupt überleben kann.

Auslandsgeschäft schreibt rote Zahlen
Der Grund: Der Kernmarkt in dem Groupon (Nasdaq: GRPN, WKN: A1JMC2) tätig ist, der Verkauf von Gutscheinen, scheint insbesondere Europa seinen Höhepunkt überschritten zu haben. Das internationale Geschäft, welches immerhin die Hälfte des Groupon-Umsatzes beisteuert, wuchs im jüngsten Quartal gerade einmal um 3,1 Prozent, nachdem das Auslandsgeschäft im Vorquartal noch um 31 Prozent zugelegt hatte.

Der Wachstumseinbruch hat dazu geführt, dass Groupon im internationalen Geschäft im jüngsten Quartal Verluste verbuchen musste, nachdem das Auslandsgeschäft erst zu Jahresbeginn erst die Gewinnzone erreicht hatte, weiß Sterne Agee Analyst Arvind Bhatia.

Strategiewechsel: Groupon soll lokale Handelsplattform werden
Groupon-Finanzchef Jason Child gab die Probleme im Ausland zu. Man arbeite an dem Problem, so der Manager. Ein Strategiewechsel soll helfen. Aus Groupon soll eine lokale Handelsplattform werden. Diese Strategie sei in Nordamerika bereits erfolgreich umgesetzt worden, wo zum Beispiel lokale Restaurantangebote zu dauerhaft günstigen Preisen angeboten werden.

Ein weiterer Hoffnungsträger ist der neue Service Groupon Goods. Bei Groupon Goods fungiert Groupon weniger als Mittelsmann von Gutscheinen, sondern bietet Sonderangebote aus eigenem Inventar an, ähnlich dem Amazon-Service Woot.

Für eine begrenzte Zeit stehen Kunden Rabattangebote zur Verfügung. In diesem Zusammenhang verwies Groupon-Gründer und CEO Andrew Mason auf das Beispiel Garmin. Man habe dem Navi-Hersteller so geholfen, binnen 24 Stunden 30.000 GPS-Systeme zu verkaufen, so der Manager.

Groupon Goods wächst kräftig - niedrige Gewinnmargen
Insgesamt summiert sich das Groupon Goods Geschäft bereits auf eine jährliche Umsatzrate 1,5 Mrd. US-Dollar, so Groupon-Chef Mason. Zwar wächst Groupon Goods schneller als das Daily Deals Geschäft, wirft aber niedrigere Gewinnmargen ab, so Groupon-Finanzchef Jason Child. Während Groupon im traditionellen Daily Deals Geschäft Gewinnmargen von 10 bis 12 Prozent erwirtschaftet, hofft Child die Margen im Groupon Goods Geschäft langfristig bei sieben bis neun Prozent stabilisieren zu können - ob dies gelingt, wird sich allerdings erst in den kommenden Quartalen zeigen.

Kurzportrait
Die in Chicago ansässige und von CEO Andrew Mason im Jahre 2008 gegründete Groupon bietet täglich Gutschein- und Discount-Angebote (Daily Deals) auf seinen Webseiten und per Email an. Zuletzt verzeichnete das Unternehmen 39,5 Millionen aktive Kunden weltweit.

Groupon operiert dabei ist zwei Geschäftssegmenten heraus: Nordamerika und International. Insgesamt ist Groupon heute in 45 Ländern weltweit aktiv. Dabei arbeitet das Unternehmen mit mehr als 190.000 Geschäften (Bath & Body Works, The Body Shop, Hyatt Regency, InterContinental Hotels, Lions Gate, Redbox, Shutterfly und Zipcar usw.) weltweit zusammen, um tägliche Sonderangebote anbieten zu können. Typischerweise erhalten Interessenten 50 bis 70 Prozent auf den gewöhnlichen Preis. Ein Deal kommt dann zu Stande, wenn sich genügend Interessenten für den Deal interessieren und einen Kauf abschließen.

Groupon Now ist ein spezielles Feature für Händler, die auf Nachfrage bestimmte Deals anbieten können. Groupon Now ist über Mobiltelefone und über die Groupon-Webseite verfügbar. Über Groupon Goods können Konsumenten direkt Gutscheine von der Groupon-Webseite kaufen. Durch Groupon Rewards können Konsumenten verschiedene Groupon-Deals (Boni) bei lokalen Geschäften durch häufige Besuche aktivieren.

Über Self-Service-Deals können Kooperationspartner und Händler eigene Deals auf ihrer eigenen Webseite starten. Groupon erhält dabei eine Provision vom Verkaufspreis, wenn ein Deal zu Stande kommt. Im Februar 2012 schluckte Groupon die Reiseseite Uptake.

Im Mai 2010 verstärkte sich Groupon durch eine Übernahme und kaufte den deutschen Marktführer CityDeal Europe GmbH. Zudem wurde der Spezialist Qpod übernommen. Ebenfalls in 2010 folgte die Übernahme von Ludic Labs. Ferner wurden die Unternehmen Mobly, Campfire Labs, die Shopping-Plattform Mertado und Adku aufgekauft. Seit 2011 ist Groupon gemeinsam mit Tencent mit dem Joint Venture GaoPeng.com auch in China am Start. Im Februar 2012 ging das Unternehmen in Thailand an den Start (Groupon Thailand). Im September 2012 schluckte Groupon den Spezialisten Savored.

Zahlen
Für das vergangene Septemberquartal meldete Groupon einen Umsatzsprung auf 568,6 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei wies der E-Commerce Spezialist zunächst einen Nettoverlust von 2,98 Mio. US-Dollar 0,00 Dollar je Aktie aus, nachdem im Jahr vorher bereits ein Minus von 53,2 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Meldung gespeichert unter: Groupon

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