Google unter Druck - Lichtblick mobiles Internet

Montag, 19. Juli 2010 13:57
Google Logo

(IT-Times) - Obwohl der US-Suchmaschinenmarktführer Google (Nasdaq: GOOG, WKN: A0B7FY) zuletzt durch eine neue ICP-Lizenz seinen Verbleib im wichtigen chinesischen Internet-Markt gesichert hat, sieht die Zukunft des Unternehmens im Reich der Mitte alles andere als rosig aus.

Sinkende Marktanteile - steigende Kosten
Bedingt durch das Hickhack im Frühjahr über den Verbleib der Amerikaner, schrumpfte der Google-Marktanteil im chinesischen Suchmaschinenmarkt zuletzt weiter. Kam Google im ersten Quartal 2009 noch auf einen Marktanteil von 35,6 Prozent, waren es in Q1 2010 nur noch 30,9 Prozent, so die Marktforscher aus dem Hause Analysys International. Den Abstand zu Google vergrößern konnte dagegen Baidu, dessen Marktanteil im gleichen Zeitraum auf 64 Prozent stieg, so die Analysys-Experten.

Aber nicht nur im weltgrößten Internetmarkt, auch im Heimatmarkt USA musste Google zuletzt Federn lassen. Der Google-Marktanteil sank hier im vierten Monat infolge auf zuletzt nur noch 62,6 Prozent.

Um seinen Technologievorsprung zu bewahren, will Google weiter in Innovationen und technisches Know-how investieren. Pro Monat soll mindestens ein kleinerer Zukauf getätigt werden, kündigte Google-Chef Eric Schmidt im Frühjahr an. Daneben hat Google auch im jüngsten Quartal 1.200 neue Mitarbeiter eingestellt, wodurch die Lohnkosten gestiegen sind.

Laut Google verstärkte man sich nicht nur im Engineering- und Sales-Bereich, sondern insbesondere in den Segmenten Suchmaschinenmonetarisierung, Display, Mobile und Apps. Besonders in den Bereichen Mobile und Apps konnte Google zuletzt Punkte gegenüber Wettbewerbern sammeln.

Mobiles Internet: Android im Aufwind
Während Apple derzeit mit Empfangsproblemen (Antennagate) bei seinem iPhone 4 hadert, verzeichnete Google einen neuen Meilenstein mit seiner Android-Plattform. Wie der Branchendienst AndroidLib meldet, wurde jüngst der eine Milliardste Download über den App-Marktplatz Android Market getätigt. Offiziellen Daten von Google zufolge wurden zuletzt etwa 160.000 Android-Geräte täglich aktiviert. Darüber hinaus kamen allein im Juli bis dato 11.000 neue Apps hinzu, womit die Zahl der zur Verfügung stehenden Anwendungen für Android-Handys auf rund 93.000 Apps kletterte - vor etwa vier Monaten zählte der Android-Marktplatz gerade einmal 30.000 Applikationen.

Das der Trend hin zu Linux-basierten Geräten geht, unterstrich jüngst nochmals eine ABI Research Studie. Die Marktforscher gehen davon aus, dass Linux-basierte Plattformen wie Android, Chrome OS, als auch MeeGo und webOS im Jahr 2015 auf 62 Prozent aller Handys zum Einsatz kommen werden. Im Jahr 2015 werde es zudem mehr als 20 Millionen Android-basierte Tablet PCs weltweit geben, prognostiziert ABI-Experten Victoria Fodale gegenüber LinuxInsider….

Kurzportrait
Die Internet-Suchmaschine Google, gegründet im Jahre 1998 und ansässig im kalifornischen Mountain View, gilt als die weltweit meistgenutzte Suchmaschine, wobei das Unternehmen täglich mehrere Milliarden Suchanfragen im Monat abwickelt.

Google setzt dabei auf einen Algorithmus, der Web-Seiten aufgrund ihrer Popularität an prominenter Stelle listet. Je häufiger andere Web-Seiten auf die entsprechende Seite verlinken, desto höher der Rang in der Ergebnisliste (Pagerank). Google hat seine Suchtechnologie inzwischen an über 100 andere Unternehmen lizenziert. Haupteinnahmequelle ist jedoch das Werbeprogramm Google AdWords und das Werbenetzwerk Google AdSense. Über Google AdWords können Firmen Schlüsselwörter buchen, die bei der Suchausgabe den Werbetreibenden an prominenter Stelle als Textlink platzieren. Das Google AdSense-Programm steht Homepage-Betreibern offen, die auf ihren Seiten zielgerichtete Werbung platzieren wollen.

Neben der Suche nach Web-Seiten, lassen sich über Google News auch aktuellste Nachrichten aus über 10.000 Quellen abfragen. Mit Google Image Search können Nutzer auch nach Grafiken, Bildern und Fotos im Web suchen. Mit Google Print will das Unternehmen künftig auch das Durchsuchen ganzer Bücher ermöglichen. Auch über das Handy soll künftig das Suchen per SMS möglich sein. Mit Google Product Search bietet das Unternehmen einen Preisvergleichsservice und eine Produkt-Suche an. Mit Google Desktop Search will die Suchmaschine auch den Heim-PC der Nutzer erobern, wobei sich dadurch Dateien auf der Festplatte oder Email-Postfächer durchsuchen lassen.

Mit Gmail ist das Unternehmen mit einem kostenfreien Email-Webservice am Start, der sich über Werbung finanziert. Mit Google Base stieg das Unternehmen im Herbst 2005 in den Markt für Kleinanzeigen ein. Daneben ist das Unternehmen mit Google Finance im Online-Finanzbereich aktiv. Mit Google CheckOut brachte das Unternehmen Mitte 2006 einen eigenen Online-Zahlungsdienst auf den Markt.

Mit der Übernahme des Blogging-Spezialisten Blogger.com stieg Google in den Blogging-Markt ein. Mit iGoogle ist das Unternehmen im Markt für personalisierbare Homepages vertreten. Im Herbst 2006 übernahm man schließlich die führende Online-Videoseite YouTube.com für rund 1,6 Mrd. Dollar. 3,1 Mrd. Dollar ließ sich Google im Jahr 2007 die Übernahme des Online-Werbespezialisten DoubleClick kosten. Gleichzeitig kaufte Google eine ganze Reihe weiterer Firmen auf. So wurden mit Panoramio, PeakStream, Zenter, Feedburner, GrandCentral, Postini, ImageAmerica, Zingku, Jaiku, der russischen Begun, der südkoreanischen Tatter and Company und ReCAPTCHA weitere kleine Zukäufe getätigt. Neben der Social-Suchmaschine Aardvark, wurden mit DocVerse, Picnik.com, On2 Technologies, reMail, AdMob, Invite Media, Ruba und Metaweb weitere Firmen hinzugekauft.

. Daneben brachte Google mit Android ein offenes Betriebssystem für Handys auf den Markt. Mit dem Web-Browser Chrome ist Google inzwischen auch am Browser-Markt engagiert. Mit dem Nexus One stellte Google Anfang 2010 sein erstes eigen entwickeltes Smartphone vor. Die beiden Unternehmensgründer Sergey Brin und Larry Page halten beide eine Minderheitsbeteiligung an Google.

Zahlen
Für das vergangene Juniquartal meldet Google einen Umsatzanstieg um 24 Prozent auf 6,82 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 5,52 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Abzüglich etwaiger Provisionen an Werbepartner konnte Google einen Nettoumsatz von 5,09 Mrd. Dollar verbuchen.

Dabei verdiente Google 1,84 Mrd. Dollar oder 5,71 Dollar je Aktie, ein Zuwachs von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als das Unternehmen einen Profit von 1,48 Mrd. Dollar oder 4,66 Dollar je Aktie ausweisen konnte. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen wie Aktienkompensationskosten konnte Google einen Nettogewinn von 6,45 Dollar je Aktie realisieren und blieb damit hinter den Markterwartungen der Analysten zurück - diese hatten im Vorfeld mit einem Nettoumsatz von 5,09 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 6,52 Dollar je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Alphabet

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